Fleischverzehr erhöht das Risiko für Demenzerkrankung

Alfred Domke

Fleischkonsum: Gesättigte Fettsäuren erhöhen Demenzrisiko

Es ist lange bekannt, dass ein hoher Fleischkonsum das Risiko für Herzkrankheiten und Krebs erhöhen kann. Doch der häufige Verzehr von Fleisch kann nicht nur der körperlichen, sondern auch der psychischen Gesundheit schaden, wie US-Forscher neulich berichteten. Zudem erhöht sich durch gesättigte Fettsäuren, wie sie in Fleisch zu finden sind, das Demenzrisiko.


Demenzerkrankungen lassen sich nicht heilen

Schon seit Jahren zeigt sich, dass die Zahl der Demenzkranken immer weiter steigt. Derzeit sind hierzulande mehr als 1,5 Millionen Menschen betroffen, die meisten von ihnen haben Alzheimer. Trotz des medizinischen Fortschritts lassen sich Demenzerkrankungen bis heute nicht heilen. Die derzeit verfügbaren Therapien können den Krankheitsprozess lediglich verlangsamen und Begleitsymptome lindern. Ein internationales Forscherteam berichtete jedoch, dass sich etwa ein Drittel der Demenz-Fälle verhindern ließe, wenn von Kindheit an neun bestimmte Risikofaktoren eliminiert werden. Den Konsum von Fleisch nannten sie nicht. Doch wie chinesische Wissenschaftler in einer Metastudie feststellten, erhöht auch der Fleischverzehr das Demenzrisiko.

In wissenschaftlichen Untersuchungen hat sich gezeigt, dass die Ernährung Einfluss auf das Demenzrisiko hat. Forscher haben nun festgestellt, dass Fleisch das Erkrankungsrisiko erhöht. (Bild: MIGUEL GARCIA SAAVED/fotolia.com)

Alzheimer vorbeugen

Die neun identifizierten Risikofaktoren für Demenz des internationalen Forscherteams sind Hörverlust im mittleren Lebensalter, mangelnde Bildung im Jugendalter, Rauchen, Depression, Bewegungsmangel, soziale Isolation, Bluthochdruck, Adipositas, und Typ 2-Diabetes.

In verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen hat sich jedoch gezeigt, dass auch die Ernährung eine wichtige Rolle dabei spielt, Alzheimer vorzubeugen.

So gibt es beispielsweise Hinweise darauf, dass uns mediterrane Kost vor Demenz schützen kann.

Auch extra natives Olivenöl senkt das Alzheimer-Risiko.

Andererseits kann sich durch die falsche Ernährung die Gefahr aber auch erhöhen. So stellten etwa britische Wissenschaftler fest, dass starker Alkoholkonsum das Demenz-Risiko enorm erhöht.

Und chinesische Forscher haben nun herausgefunden, dass auch der Verzehr von gesättigten Fettsäuren das Risiko für Alzheimer- und Demenzerkrankungen erhöht.

Hohe Aufnahme von gesättigten Fetten erhöht das Erkrankungsrisiko

Wie die Wissenschaftler von der Zhejiang University in Hangzhou (China) im Fachmagazin „Current Alzheimer Research“ berichten, zeigten epidemiologische Studien zwar einen Zusammenhang zwischen der Menge an gegessenen Fetten und der Alzheimer-Krankheit, doch diese Assoziation blieb eher inkonsistent.

Die Forscher haben daher die medizinwissenschaftlichen Datenbanken PubMed, Embase und die Cochrane Library nach Veröffentlichungen bis Mai 2017 durchsucht und daraus 8.630 Teilnehmer und 633 Fälle aus vier unabhängigen prospektiven Kohortenstudien in die Meta-Analyse einbezogen.

Dabei zeigte sich, dass eine höhere Zufuhr an gesättigten Fettsäuren (die vor allem in tierischen Fetten enthalten sind) das Risiko für die Alzheimererkrankung um 39 Prozent und das Risiko für eine Demenz sogar um 105 Prozent erhöhte.

Eine Dosis-Wirkungs-Analyse zeigte, dass ein Anstieg der Aufnahme von gesättigtem Fett um 4 g / Tag mit einem 15 Prozent höheren Risiko für Alzheimer in Zusammenhang stand.

Es wurde jedoch keine signifikante Assoziation zwischen der Aufnahme von Fett insgesamt oder einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren (also pflanzliche Fette) und dem Alzheimer- oder Demenzrisiko gefunden.

Die Forscher schlussfolgern: „Diese Meta-Analyse liefert einen signifikanten Beweis für eine positive Assoziation zwischen höherer Aufnahme von gesättigten Fetten und Alzheimer- und Demenz-Risiko.“ (ad)