Magenverkleinerungen werden immer öfter bei Adipositas angewendet

Sebastian

Kleinerer Magen, größere Lebensqualität: Immer mehr Magen-OPs: IKK Südwest checkt Nachhaltigkeit

Die Operation ist erst der Anfang: Einfach nur den Magen operativ zu verkleinern reicht nicht aus, um dauerhaft Gewicht zu reduzieren. Eine postoperative Ernährungsumstellung ist zwingend erforderlich, um nachhaltig gesünder und besser zu leben. Die IKK Südwest hat festgestellt, dass die OP immer häufiger in Anspruch genommen wird. Motiviert von der Frage nach der Nachhaltigkeit und dem Langzeiteffekt wurde bei den bereits operierten Patienten nachgefragt, wie es ihnen heute geht und welchen Effekt die Operation hatte.


Die Zahl der Operationen zur Magenverkleinerung hat sich bei der IKK Südwest innerhalb von vier Jahren verdoppelt.* Im Rahmen einer Befragung unter IKK-Versicherten, die eine solche OP bereits mitgemacht haben, hat sich herausgestellt, dass die große Mehrheit diese OP als Chance für eine Ernährungsumstellung und damit als Chance auf ein neues Lebensgefühl nutzt. Dreiviertel der befragten Personen sind weiblich, die meisten zwischen 30 und 39 Jahre alt. Knapp 90 % dieser Post-Operierten gaben an, viel mehr auf ihre Ernährung zu achten und sich insgesamt gesünder zu ernähren als vor dem Eingriff. Der größte Anteil der Befragten hält sein Gewicht seit mehr als einem Jahr nach der OP stabil (86 %).

Magenverkleinerung rettet Leben. (Bild: Gorodenkoff/fotolia.com)

Fast alle Patienten (96 %) würden die Operation wieder machen und sehen sich ihren mit dem Eingriff verbundenen Zielen wie „Gewichtsreduktion/besserer Allgemeinzustand“ oder „Heilung einer bestehenden Erkrankung“ näher als je zuvor.

Die IKK Südwest sieht sich auf Basis dieser Ergebnisse in ihrer Vorgehensweise rund um die so genannte „Bariatrische Chirurgie“ bestätigt. „Wir gehen mit Anträgen auf eine Magen-OP sehr sorgsam um und prüfen erst einmal, ob die nicht-operativen Optionen ausgeschöpft und alle Bedingungen für einen Eingriff erfüllt sind“, sagt IKK-Südwest-Vorstand Roland Engehausen, „wir wissen, dass in einigen Fällen eine OP eine gute Lösung sein kann“.

„Bariatrische Chirurgie“ ist der medizinische Fachbegriff, im alltäglichen Sprachgebrauch heißt es häufig schlicht „Magen-OP“. Gemeint sind Eingriffe, die bei Adipositas-Patienten eine Reduktion des Körpergewichtes erleichtern sollen: Denn durch eine Verkleinerung des Magens oder einer teilweisen Entfernung des Dünndarms kann der Patient weniger Nahrung aufnehmen und verliert so an Gewicht. Diese OPs erweitern das Spektrum der operativen Behandlungsmöglichkeiten bei starkem Übergewicht immens und können für Betroffene eine erhebliche Alltagserleichterung sein.

*Schlauchmagen-OP: von 27 im Jahr 2012 auf 54 im Jahr 2016. Steigerung bei Magen-Bypass-OPs um 50 % (von 26 in 2012 auf 39 in 2016). Quelle: IKK Südwest, eigene Auswertung

„Die verbesserte Lebensqualität unserer Versicherten nach einer Magen-OP hängt maßgeblich damit zusammen, dass wir vor der Genehmigung eines solch harten chirurgischen Eingriffs mit unseren Versicherten intensiv über die Folgen und die Umstellung der Ernährung sprechen“, betont Monika Theobald, Teamleiterin Krankenhausfallmanagement der IKK Südwest. Denn de facto ist es so: Was der Versicherte vorher nicht aus eigener Kraft mit Eigenmotivation und Ernährungsberatung geschafft hat, wird nun durch die Operation erzwungen: „Eine Ernährungsumstellung ist zwingend erforderlich, auch müssen einige Vitamine und Spurenelemente substituiert werden, da durch den verkürzten Verdauungsweg nicht mehr alles aus der Nahrung aufgenommen werden kann“, erklärt Monika Theobald, „das ist harte Arbeit, darauf müssen sich die Versicherten einstellen“.

Grundsätzlich ist der IKK Südwest aber wichtig, im Rahmen der Prävention aktiv zu werden: „Unser Ziel bleibt, dass wir unsere Versicherten frühzeitig so unterstützen, dass solche OPs vermieden werden können. Die Langzeitrisiken sind nicht zu unterschätzen“, sagt Monika Theobald.

Befragung der IKK Südwest zur Nachhaltigkeit von OPs zur Magenverkleinerung

Die Befragung lief per E-Mail in Form einer anonymen Abfrage innerhalb von drei Monaten. Angeschrieben wurden 330 Patienten (140 Magen-Bypass- und 190 Schlauchmagen-OPs). Die Rücklaufquote betrug 52 %.

Voraussetzungen für den Antrag auf eine bariatrische Operation

Versicherte müssen nachweisen, dass sie – ohne finalen Erfolg – an einem sechs- bis zwölfmonatigen multimodalen Konzept mit Ernährungstherapie, Bewegungstherapie und Psychotherapie als Verhaltenstherapie teilgenommen haben. Danach kann ein Antrag auf Kostenübernahme und Prüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) gestellt werden. Informationen zum weiteren Ablauf erhalten Sie in der entsprechenden Fachabteilung und durch den persönlichen Kundenberater. (pm)