Selbst Küssen bleibt gestattet – Alternative Therapien bei Herpes-Bläschen

Alternative Methoden gegen die lästigen Herpesbläschen

Wer kennt sie nicht – die ärgerlichen, lästigen Bläschen, die nach zu viel Stress, Ekel, zu wenig Schlaf, ungesunder Ernährung oder starker Sonneneinstrahlung auf der Lippe erscheinen. Hatte unser Körper einmal Kontakt mit Herpes, bleiben einige Viren für immer in unseren Nervenfortsätzen. Wenn unser Immunsystem geschwächt ist, besteht fortan die Gefahr, dass die Viren entlang unserer Nerven wieder bis zur Haut durchdringen und uns mit neuen Bläschen ärgern.


Zwar gibt es Mittel gegen Herpes-Viren, wie Tabletten oder Infusionen, sie werden aber nur bei sehr starkem Verlauf eingesetzt. Die gängigste Variante zur Herpes-Bekämpfung sind Salben. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) sind hierzulande schätzungsweise 85 Prozent der Bevölkerung mit dem Erreger Herpes simplex Typ 1 (kurz: HSV-1) infiziert. Dieser ist in den meisten Fällen für die unangenehmen und schmerzhaften Lippenbläschen verantwortlich und wird meist schon in der Kindheit übertragen. Weitere Informationen zur Herkunft finden Sie in dem Artikel „Lästiger Lippenherpes“.

Alternative Herpesbekämpfung: Zink und die Aminosäure Lysin sollen einen Ausbruch der Herpes-Viren in vielen Fällen verhindern können und Teebaumöl und Zistrosenbalsam sollen gegen die Bläschen helfen. (Bild: blackday/fotolia.com)

Mit Zink, Lysin, Teebaumöl und Zistrosenbalsam gegen den Herpes

„Ich persönlich halte nicht sonderlich viel davon und ziehe es vor, pflanzliche Wirkstoffe und Nahrungsergänzungsmittel zu verwenden“, sagt Silke Kranz, Sport- und Ernährungsmedizinerin in Bad Zell, in einem Bericht des Magazins „kurier.at“. Die Einnahme von Zink und der Aminosäure Lysin reichen bei der Medizinerin in den meisten Fällen aus, um den Ausbruch zu verhindern. „Entsteht doch ein Bläschen, beträufle ich dieses mit Teebaumöl“, erläutert Kranz. Sobald das Abheilen beginne und die Stelle aufzureißen droht, creme sie die betroffene Stelle mit Zistrosenbalsam ein. „Alle erwähnten Tipps entsprechen nicht der Evidence Based Medicine, das bedeutet, in internationalen Richtlinien werden weder Teebaumöl noch Zistrosen erwähnt“, berichtet Kranz. Allerdings gäbe es Untersuchungen, die deren Wirksamkeit unterstreiche.
Weitere Informationen zu Hausmittel gegen Herpes.

Schlechte Nachrichten für Naschkatzen

Finger weg von Schokolade und Nüssen. Diese Lebensmittel enthalten hohe Konzentrationen der Aminosäure L-Arginin. Laut Kranz fördert diese Aminosäure das Virenwachstum. Betroffene müssen sich während dem Infektionsausbruch mit etwas anderem trösten.

Küssen erlaubt

Den Mythos, das küssen bei Herpes verboten sei, können Kranz und andere Experten nicht nachvollziehen. Da 85 Prozent der Bevölkerung die Viren ohnehin schon im Körper haben und so gut wie alle Erwachsenen schon Kontakt mit Herpes hatten, ist das Ansteckungspotential unter Erwachsenen bei körperlichem Kontakt mit einer infizierten Person äußerst gering. „Also, küssen Sie sich gesund“, ermutigt Kranz. (fp)