Seltene Hunde-Bakterien im Speichel zerstörten Beine und Hände nach dem Abschlecken

Alexander Stindt

Der Speichel von Hunden kann gefährliches Bakterium enthalten

Kaum ein Hundebesitzer lässt sich nicht vom eigenen Hund „abschlecken“. Die Liebe zwischen Hund und Herrchen kennt dabei keine Grenzen. Zum Umdenken könnte folgender Vorfall führen. Einem Mann in den USA mussten die Beine amputiert werden, weil er sich bei einem Hund mit gefährlichen „Killer“-Bakterien infizierte. Es musste sogar eine zweite Operation durchgeführt werden, um das Leben des Patienten zu sichern. Schließlich mussten sogar die Hände amputiert werden, um die Entzündung aufzuhalten. Zwar ist eine solche Infektion extrem selten, doch Ärzte raten schon länger dazu, sich nach dem Streicheln und Schmusen regelmäßig die Hände zu waschen.


Greg Manteufel wurde mit dem Bakterium Capnocytophaga canimorsus infiziert, nachdem er von einem Hund abgeleckt wurde. Das Bakterium kommt im Speichel von Hunden und Katzen vor. Nachdem sich eine Blutinfektion entwickelte, mussten zunächst die Beine des Betroffenen amputiert werden.

Bakterien führten zu einer schweren Infektion. Bild: Dr_Kateryna – fotolia

Betroffener dachte zunächst er wäre an der Grippe erkrankt

Die Infektion traf den Familienvater so stark, dass dieser einen septischen Schock erlitt. Zunächst dachte Manteufel, dass er an einer Grippe erkrankt sei. Allerdings wurden nach einen Stunden die Symptome so stark, dass der Erkrankte in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste.

Amputation von Teilen der Hände wird folgen

Im Krankenhaus mussten die Ärzte zunächst beide Füße amputieren, um so die Ausbreitung der Infektion zu verhindern. Aber es stellte sich leider heraus, dass das Problem noch wesentlich schlimmer war. Die führte dazu, dass die Chirurgen schließlich die beiden Beine von Manteufel unterhalb des Knies amputieren mussten. Zusätzlich sind auch noch weitere Operationen geplant, um Teile beider Hände zu entfernen. Außerdem wird eine plastische Operation benötigt, um die Nase des Mannes wieder aufzubauen, berichtet Fox 6 Now.

Gregs Ehefrau Dawn sagte gegenüber der „Sun“: „Er ist 48 Jahre alt und hat die meiste Zeit seines Lebens mit Hunden verbracht. Und dann passiert so etwas!“ Der Patient hatte den Ärzten gesagt: „Nehmt weg, was ihr wegnehmen müsst, aber rettet mein Leben.“ Und genau das mussten die Ärzte tun. „Wir hatten keine andere Möglichkeit, um das Leben des Patienten zu retten“, versicherten die Mediziner.

Eine starke Reaktion auf die Infektion ist nur sehr selten

Die Infektion scheint durch das Lecken eines Hundes ausgelöst worden zu sein. Manteufel entwickelte danach eine sehr starke Reaktion auf die Infektion. Solch eine Auswirkung kommt allerdings nur selten vor. Mehr als 99 Prozent der Menschen, die Hunde haben, werden niemals solche Problem haben, sagen die Experten.

Infektion entsteht normalerweise durch Hundebisse

Es gibt eine Studie in dem englischsprachigen Fachblatt „European Journal of Clinical Microbiology and Infectious Diseases“, welche als Ergebnis hatte, dass solch eine Infektion in der Regel das Ergebnis von Hundebissen ist. In einer Überprüfung von mehr als 450 Patientenfällen hatten nur 27 Prozent der Teilnehmenden sich die Bakterien durch Kratzer, Lecken oder unspezifizierten Kontakt mit Hunden oder Katzen zugezogen. 26 Prozent der Gesamtzahl der Patienten der Studie verstarben als Folge der Infektion.

Vorsicht mit einem schwachen Immunsystem beim Umgang mit Hunden

Eine solche Reaktionen ist sehr selten, sie sollte Hundebesitzer nicht davon abhalten engen Kontakt zu ihren Haustieren zu haben. Menschen mit einem schwachen Immunsystem sollten allerdings vorsichtig sein, da sie anfällig für eine Infektion sein könnten. Wenn Sie sich krank oder unwohl fühlen, sollten sie sicherheitshalber Abstand von ihren Haustieren halten. (sb, as)