Sojadrinks: Rund jeder dritte Drink ist laut Stiftung Warentest mangelhaft

Alfred Domke

Sojadrinks: Stiftung Warentest bewertet jedes dritte Produkt als „mangelhaft“

Pflanzliche Alternativen zur Kuhmilch erleben seit Jahren einen Boom. Vor allem auf Produkte aus Soja wird häufig zurückgegriffen. Die Stiftung Warentest hat nun 15 Sojadrinks genauer unter die Lupe genommen. Jeder dritte davon viel beim Test durch.


Alternativen zu Kuhmilch

Manche Menschen setzen auf pflanzliche Milch-Alternativen, weil sie sich möglichst ohne tierische Produkte ernähren wollen. Bei anderen spielen eher gesundheitliche Aspekte oder auch Unverträglichkeiten, etwa in Form von Laktoseintoleranz eine Rolle. Sojamilch gilt als besonders empfehlenswerte Alternative zu Kuhmilch. Doch längst nicht alle Sojadrinks sind gut, wie eine Untersuchung der Stiftung Warentest zeigte.

Sieben von 15 getesteten Sojadrinks wurden von der Stiftung Warentest als „gut“ befunden. Fünf waren jedoch „mangelhaft“, weil darin ein Keim bzw. höhere Mengen an Nickel und Chlorat gefunden wurden. (Bild: BillionPhotos.com/fotolia.com)

Sojadrinks der Geschmacksrichtung Natur getestet

„Sojadrinks sind die Nummer eins der Milchalternativen und gelten als gesund“, schreibt die Stiftung Warentest in einer Pressemitteilung.

Doch manche dieser Getränke enthalten Schadstoffe oder Keime, die der Gesundheit schaden können.

Dies zeigte sich in einer Untersuchung der Stiftung Warentest. Die Tester hatten dafür 15 Sojadrinks der Geschmacksrichtung Natur mit und ohne Kalziumanreicherung geprüft, darunter bekannte Marken wie Alnatura, Alpro und dm. Zwölf davon waren mit Biosiegel.

Knapp jeder zweite Sojadrink schnitt gut ab. Doch jeder dritte war mangelhaft.

Sehr stark mit Nickel belastet

Wie die Tester auf ihrer Webseite schreiben, liefert ein Glas Sojadrink fast so viel Eiweiß wie Vollmilch.

Doch: „Das Super-Image der Bohne ist angekratzt“, heißt es im Testbericht. Sechs der Sojadrinks, alle mit Biosiegel, waren stark bis sehr stark mit Nickel belastet.

Wie die Experten erklären, zeigte sich im Tierversuch, dass hoher Nickelverzehr der Fortpflanzungsfähigkeit schadet und bei hoch Sensibilisierten zu einem Ekzem führen kann.

Den Angaben zufolge haben Nickelfunde meist einen natürlichen Ursprung: Die Sojapflanze nimmt das Schwermetall demnach aus dem Boden auf und speichert es.

Es kann allerdings auch über Produktionsprozesse und Luftverschmutzung in Lebensmittel gelangen. Der Test zeigte: Das Biosiegel schützt nicht vor hohen Schadstoffbelastungen: Alle sehr stark nickelhaltigen Sojadrinks hatten eins.

Auch Chlorat war ein Problem. Es tauchte in gesundheitlich bedenklichen Mengen in einem Sojadrink aus dem Asiamarkt auf.

Laut den Testern könnte die Verunreinigung mit Chlorat während des Produktionsprozesses stattgefunden haben.

Ein Drink war ungenießbar

Der Bio Soja Drink Calcium von dm entpuppte sich sogar als ungenießbar. Ursache war die sehr hohe Belastung mit dem Keim Cellulosimicrobium cellulans, der bei sensiblem Darm zu Unwohlsein führen könnte.

Die Tester raten vom Verzehr ab. Die Stiftung Warentest informierte den Anbieter während der Testphase über den Fund. dm nahm die betroffene Charge im April 2018 aus dem Verkauf.

Gut im Geschmack und voller wertvoller Nährstoffe

Insgesamt sieben der 15 Sojadrinks im Test sind eine gute Wahl. Sie enthalten keine bedenklichen Mengen an Schadstoffen, sind gut im Geschmack und liefern wertvolle Nährstoffe. Sie kosten zwischen 95 Cent und 2,34 Euro pro Liter.

Die genauen Testergebnisse können auf der Webseite der Stiftung Warentest kostenpflichtig heruntergeladen werden.

Doch soviel sei verraten: Testsieger ist der „Bio Soja Drink“ von Berief für 1,29 Euro pro Liter geworden. Und der günstigste „gute“ Sojadrink kommt vom Discounter Lidl (0,95 Euro). (ad)