Übergewicht: Forscher konnten Fettspeicherung gänzlich stoppen

Wie bringen wir den Körper dazu kein Fett mehr zu speichern?

Viele Menschen haben Probleme ein gesundes Gewicht zu halten. In der heutigen Zeit sind Übergewicht und Fettleibigkeit leider weitverbreitet. In Zukunft könnte es jedoch einen einfachen Weg geben, um die Fettspeicherung und Gewichtszunahme zu vermeiden. Forscher fanden jetzt bei Versuchen an Mäusen heraus, dass genetisches Deletieren (aus den Genen löschen) eines einzelnen Enzyms dazu führt, dass die Fähigkeit des Körpers Fett abzuspeichern vollständig gestoppt werden kann.


Die Wissenschaftler der University of Copenhagen stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass das Entfernen eines einzelnen Enzyms bei Mäusen bewirkt, dass die Tiere selbst bei einer fettreichen Diät nicht an Gewicht zunehmen, weil dem Körper Fähigkeit genommen wird Fett einzuspeichern. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Molecular Metabolism“.

Immer mehr Menschen haben große Probleme mit ihrem Gewicht. Kann in Zukunft die Entfernung eines Enzyms bewirken, dass der menschliche Körper kein Fett mehr einspeichern kann? (Bild: andriano_cz/fotolia.com)

Was ist NAMPT?

Ein Enzym mit der Bezeichnung NAMPT wurde in mehreren Studien bereits mit Fettleibigkeit bei Mensch und Tier in Verbindung gebracht. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Anwesenheit des Enzyms in Fettgewebe die metabolische Funktionalität in zahlreichen Körpergeweben, einschließlich dem Fettgewebe, erhöht. Dies führt dazu, dass sich die Fähigkeit des Körpers erhöht, Fett einzuspeichern.

Labormäuse wurden gentechnisch verändert

NAMPT im Fettgewebe war vor langer Zeit wahrscheinlich ein außerordentlicher Vorteil für unsere Vorfahren, aber in der heutigen Gesellschaft stellen fettreiche, kalorienreiche Nahrungsmittel eine Belastung dar, erklärt Studienautor Zachary Gerhart-Hines von der University of Copenhagen. Um die Auswirkungen dieses lebenswichtigen Enzyms besser zu verstehen, züchteten die Forscher Mäuse, denen NAMPT im Fettgewebe fehlt. Wenn die gentechnisch veränderten Mäuse anschließend mit einer fettreichen Ernährung gefüttert wurden, waren sie nicht in der Lage, an Gewicht zuzunehmen, erläutern die Experten.

Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe von Mäusen mit der gleichen Ernährung, die Fettleibigkeit entwickelten, schienen die NAMPT-Mäuse auch in der Lage zu sein, ihren Blutzuckerspiegel trotz der ungesunden fettreichen Ernährung besser zu kontrollieren.

Versuchstiere erhielten eine sehr ungesunde Ernährung

Die Mäuse erhielten eine Ernährung, die mehr oder weniger dem ständigen Verzehr von Burgern und Pizza entsprach, erklärt Studienautorin Karen Nørgaard Nielsen von der University of Copenhagen. Dennoch war es den Tieren unmöglich, ihr Fettgewebe zu erweitern. Das oberstes Ziel ist es, dass durch das Verständnis dieser fundamentalen Grundlagen, wie Adipositas entsteht, auch Erkenntnisse zur Entwicklung neuartiger Behandlungsstrategien für Stoffwechselerkrankungen abgeleitet werden können.

Sind die Ergebnisse auf den Menschen übertragbar?

Die Ergebnisse der Studie sind zwar durchaus faszinierend, allerdings lässt sich die durchgeführte Therapie nicht so einfach auf Menschen übertragen, sagen die Forscher. NAMPT ist ein Enzym, das in einer Vielzahl von Organen und Geweben exprimiert wird, so dass es beim Menschen direkt zu hemmenden Nebeneffekten führen kann. Interessanterweise werden sogenannte NAMPT-Inhibitoren auch für Therapien gegen Krebs untersucht, wobei kürzlich durchgeführte Forschungen zeigten, dass synthetisierte Moleküle entwickelt werden können, die spezifisch auf Tumore abzielen und zum Zelltod führen.

Weitere Forschung muss durchgeführt werden

Weitere Forschung zu diesem Thema ist jetzt nötig, um genau zu untersuchen, wie ein Mangel an NAMPT die Fettspeicherung und die Fettleibigkeit hemmt. Es besteht die Hoffnung, dass das Verständnis des Mechanismus bei der Entwicklung einer gezielteren Behandlungsstrategie helfen könnte, welche die Fettspeicherung reguliert, ohne die breiteren systemischen Probleme zu verursachen, die sich aus der vollständigen Eliminierung von NAMPT aus einem Körper ergeben würden, erklären die Wissenschaftler. (as)