Ultraschall kombiniert mit Bluttest führte zu einer deutlich verbesserten Krebsdiagnostik

Neue Form der Diagnose ist sehr effektiv

Immer mehr Menschen erkranken heutzutage an Leberkrebs. Es ist sehr wichtig die Erkrankung frühzeitig festzustellen, um das Überleben der Betroffenen zu sichern. Die Kombination moderner Ultraschallbildgebung mit einem Bluttest führt zu einer erheblich verbesserten Diagnose von Leberkrebs.


Die Wissenschaftler des University of Texas Southwestern Medical Centre stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass eine neue Form der Diagnose zu einer besseren Früherkennung von Leberkrebs führt. Die Experten veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Gastroenterology“.

Ein kombinierter Einsatz von Ultraschall und Bluttest ermöglicht eine verbesserte Diagnose bei Leberkrebs. (Bild: blueringmedia/fotolia.com)

Neue Methode verbessert Diagnose um bis zu 40 Prozent

Die Kombination von Ultraschallbildgebung mit einem Bluttest für hohe Ebenen von Alpha-Fetoprotein (AFP) verbessert die Diagnose von Leberkrebs im frühen Stadium um bis zu 40 Prozent, sagen die Mediziner. Ein früher Nachweis von Leberkrebs ist sehr wichtig, um das Überleben der Betroffenen zu verbessern. „Wenn der Krebs früh gefunden wird, können wir kurative Therapien durchführen“, erklärt Studienautor Professor Dr. G. Amit Singal. Unglücklicherweise wird Leberkrebs meist erst in späten Stadien entdeckt, wenn eine kurative Behandlung bereits nicht mehr möglich ist, fügt der Experte hinzu. Dies führe zu einer verminderten Wahrscheinlichkeit, die Erkrankung zu überleben.

Leberkrebs ist auf dem Vormarsch

Während die Inzidenz der meisten Krebserkrankungen in den USA zurückgeht, ist die Inzidenz von Leberkrebs in den letzten zehn Jahren um 2,7 Prozent pro Jahr angestiegen. In den USA werden im Jahr 2018 schätzungsweise 40.700 neue Fälle von Leberkrebs diagnostiziert, berichten die Mediziner.

Welche Risikofaktoren für Leberkrebs gibt es?

Risikofaktoren für Leberkrebs, auch bekannt als hepatozelluläres Karzinom oder HCC, umfassen beispielsweise eine Hepatitis C-Infektion, einen starken chronischen Alkoholkonsum und eine nicht-alkoholische Fettlebererkrankung im Zusammenhang mit Diabetes und Fettleibigkeit. Symptome für diese Form von Krebs können Oberbauchschmerzen oder Schwellungen in diesem Bereich, Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit und eine allgemeine Müdigkeit sein.

Ultraschall alleine erkennt viele Arten von Krebs nicht

Ein Leberkrebs-Screening bei Patienten mit chronischer Lebererkrankung wurde traditionell mit einem Ultraschall im Bauchbereich durchgeführt. Zwar ist Ultraschall leicht verfügbar und nichtinvasiv, doch erkennt diese Form der Untersuchung viele Krebsarten nicht, wenn sie sich noch in sehr frühem Stadium befinden, erläutert Professor Dr. Singal.

Wie funktioniert die neue Methode zur Diagnose?

Die Studie ergab, dass ein Test des Blut-Biomarkers Alpha-Fetoprotein (AFP) den Nachweis des hepatozellulären Karzinoms im Frühstadium stark verbessert. Bei einer Kombination beider Tests wurde die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Diagnose von 45 Prozent (bei der Ultraschalluntersuchung) auf 63 Prozent erhöht. AFP ist ein sogenanntes Plasmaprotein. Bei Erwachsenen sind die AFP-Spiegel normalerweise niedrig, aber Leberkrebs kann zu einem Anstieg führen.

Diagnosemethoden müssen angepasst werden

„Unsere Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der kontinuierlichen Entwicklung und Validierung von blutbasierten Biomarkern für die Früherkennung von Leberkrebs. Am wichtigsten ist, dass unsere Ergebnisse einen Wandel in der klinischen Praxis und dem routinemäßigen Einsatz von Ultraschall und Biomarkern für das Leberkrebs-Screening unterstützen“, so Studienautor Professor Dr. Singal in einer Pressemitteilung des University of Texas Southwestern Medical Centre. (as)