Ungenügende Äufklärung über Igel-Leistungen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Nur 50 Prozent der Ärzte klären über IGEL-Leistungen ausreichend auf

18.03.2013

Sogenannte Igel-Leistungen sind Gesundheitsleistungen, die nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Eine Umfrage des Meinungs- und Forschungsinstituts „Forsa“ im Auftrag der Deutschen Angestellten Krankenkasse DAK zeigte, dass nur jeder zweite Arzt seine Patienten ausreichend über die Privatleistungen informiert.

Jedem vierten Patienten in Deutschland wurde schon einmal eine Igel-Leistung angeboten. „Meistens werden die Igel-Zusatzleistungen Frauen angeboten“, wie in den Studienbericht weiter zu lesen ist. Die Leistungen müssen immer von den Patienten aus eigener Tasche bezahlt werden. Etwa jeder Dritte Patient, dem eine solche Privatleistung schon einmal angeboten wurde, lehnte das Angebot dankend ab.

87 Prozent bevorzugen das Gespräch beim Arzt
Ärzte und Patienten agieren nicht auf Augenhöhe, kritisiert der Gesundheitsexperte Dieter Carius von der DAK-Gesundheit. Die Ergebnisse würden zeigen, dass Patienten in vielen Fällen nicht ausreichend und ausführlich genug über die angebotenen Leistungen informiert werden.

87 Prozent der Befragten gaben an, sich in Sachen Gesundheitsfragen nach wie vor bei einem Arzt am sichersten zu fühlen. 64 Prozent holen ihre Informationen auch aus persönlichen Gesprächen und 58 Prozent suchen gezielt nach Gesundheitsthemen im Internet. Für die Umfrage über Patientenrechte wurden über 1000 weibliche und männliche Erwachsene befragt. (sb)

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