Warum Sie im Restaurant vom Pfefferstreuer besser die Finger lassen sollten

Alfred Domke

Mehr gesundheitsgefährdende Keime auf Pfefferstreuern als auf Toilettensitzen

Viele Menschen, die zum Essen ausgehen und austreten müssen, legen Toilettenpapier auf die Klobrille. Schließlich könnten sich dort viele Krankheitserreger tummeln. Doch an anderer Stelle im Restaurant sind wesentlich mehr gesundheitsgefährdende Keime zu finden – auf den Pfefferstreuern.


Krankmachende Keime lauern auf zahlreichen Dingen

Zwar ekeln sich viele Menschen davor, öffentliche Toiletten aufzusuchen, doch an anderer Stelle tummeln sich oft sogar noch mehr Keime als auf dem Klo. So zeigte sich etwa in Untersuchungen, dass sich auf Geld oft enorme Mengen an Bakterien finden lassen. Küchenschwämme sind ebenfalls wahre Keimschleudern. Und auch über Tücher und Lappen können gefährliche Keime übertragen werden, wie Wissenschaftler der University of Mauritius vor kurzem berichteten. Auf Pfefferstreuern werden wohl die wenigsten Menschen mit gesundheitsgefährdenden Erregern rechnen. Doch genau darauf finden sich massenhaft.

In einer Untersuchung hat sich gezeigt, dass sich auf Pfefferstreuern in Restaurants durchschnittlich mehr Bakterien befinden als auf Toilettensitzen. (Bild: emmapeel34/fotolia.com

Artikel aus Restaurants genauer unter die Lupe genommen

Die Nachrichtensendung „Good Morning America“ des Senders „ABC News“ hat eine Untersuchung von Utensilien durchführen lassen, die sich auf Tischen von Restaurants befinden.

Sie wollten wissen, welcher der Artikel die meisten Bakterien birgt. Ketchup, Senf, Salz, Pfeffer, Zucker oder die Speisekarte?

Dafür wurden von den Tischartikeln von zwölf Restaurants in drei US-Bundesstaaten (New York, Ohio und Arizona) Proben genommen und von Forschern der Universität von Arizona untersucht.

Von den Lebensmitteln enthielt Pfeffer am meisten Keime

Wie bereits vermutet, fand sich auf Zucker mit durchschnittlich 2.300 Bakterien die geringste Keimzahl.

Ketchup, Senf und Salz waren mit mehr Erregern kontaminiert als Zucker, doch es fanden sich darin deutlich weniger als im Pfeffer.

Wie es in einem Bericht des Senders „ABC News“ heißt, hatte er mit 11.600 Organismen die zweithöchste durchschnittliche Bakterienzahl.

„Pfeffer kann grundsätzlich eine große Anzahl an Bakterien enthalten. Bakterien mögen Pfeffer“, sagte Dr. Chuck Gerba von der Universität von Arizona.

Jonas Sickler von „ConsumerSafety.org“ hat noch eine weitere Erklärung: „Die meisten Salz- und Pfefferstreuer werden nur abgewischt, wenn sie schmutzig erscheinen, und selbst dann nur mit einem feuchten Tuch“, so der Experte gegenüber der Radiostation „106.9KROC“.

Mehr Bakterien als auf einem Toilettensitz

Noch wesentlich mehr Bakterien fanden sich allerdings auf den Speisekarten: durchschnittlich 185.000 Keime waren darauf enthalten.

„Sie haben wahrscheinlich etwa 100 mal mehr Bakterien auf einer Speisekarte als auf einem typischen Toilettensitz“, sagte Gerba.

„Waren Sie noch nie in einem Restaurant und blieben auf der Speisekarte kleben? Mir ist das schon oft passiert“, fügte er hinzu.

Wenn Sie das nächste Mal auswärts essen, denken Sie daran, dass Sie vielleicht mehr bekommen als Sie bestellt haben – von der Speisekarte.

Speisekarten von Kindern fernhalten

Der Sender weist allerdings darauf hin, dass die meisten Bakterien, die gefunden wurden, nicht besonders schädlich sind. Die häufigsten Krankheiten, die dadurch verursacht werden können, seien Atemwegsinfektionen.

Die Experten haben auch einen Rat: Geben Sie Ihre Bestellung auf und waschen Sie sich vor dem Essen die Hände.

Und halten Sie die Menüs von kleinen Kindern fern, da sie es lieben, sie in den Mund zu nehmen. (ad)