Wissenschaftler präsentieren neues Trendgetränk zur gesunden Ernährung

Wie ein Ernährungskonzept in Krisensituationen helfen soll

Ein Expertenteam aus den Fachbereichen Ernährungswissenschaften, Diätologie, Physiotherapie, Sozialer Arbeit und Psychologie hat ein Ernährungskonzept entwickelt, dass Menschen in schwierigen Lebenssituationen helfen soll. Teil dieses Konzepts ist ein neu entwickeltes Trendgetränk. Im Fokus liegen insbesondere benachteiligte Jugendliche, die sich weder in Ausbildung, Arbeit oder Schulung befinden. Diese Gruppe ist besonders häufig von einer allgemein schlechten Ernährung betroffen.


Das gemischte Forscherteam aus Wien und St. Pölten möchte mit seinem Ernährungskonzept für mehr gesundheitliche Chancengerechtigkeit sorgen. Das Konzept gliedert sich in verschiedene Bereiche auf. Zum einen sollen ein Lehrgang sowie entsprechende Gesundheitstage den Betroffenen wichtige grundlegende Gesundheitsinformationen liefern und zum anderen soll ein gesundes Getränk – genannt „Frizz tea“ – als Botschafter dienen. Dieses Getränk soll zuckerhaltige und gesundheitsschädliche Soft- und Energiedrinks ersetzen, die unter den Jugendlichen zwar sehr beliebt, aber oft Ursache für Übergewicht sind.

Ein fachübergreifendes Expertenteam möchte ein neues gesundes Trendgetränk etablieren, das als Gesundheitsbotschafter für Jugendliche fungieren soll. Auf dem Etikett sollen Jugendliche zielgruppengerecht über gesunde Ernährung aufgeklärt werden. (Bild: saschanti/fotolia.com)

Gesund durch Kompetenz

Das Team möchte betroffenen Jugendlichen eine eigene Gesundheitskompetenz vermitteln. Mit Hilfe dieser Kompetenz sollen sie im Alltag selbstbestimmte Entscheidungen zur Förderung ihrer Gesundheit treffen. Zu einer solchen Kompetenz gehören nach Angaben der Experten Wissen, die Motivation und die Fähigkeiten, relevante Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und anzuwenden. „Persönliche Kompetenz in Gesundheitsfragen trägt wesentlich zur Gesundheit und zur gesundheitlichen Chancengerechtigkeit der Bevölkerung bei“, berichtet das fachübergreifende Team in einer Pressemitteilung zu dem Projekt.

Besondere Aufmerksamkeit für Benachteiligte

Nach Angaben der Forscher zeigen die Gruppe der arbeits- und ausbildungslosen Jugendlichen ein besonders nachteiliges Gesundheitsverhalten, weshalb ihnen durch das Projekt auch eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. „Werden Gesundheitsangebote zielgruppengerecht und unter Miteinbeziehung der Jugendlichen gestaltet, sind die Jugendlichen sehr an dem Thema Gesundheit interessiert“, erläutert Elisabeth Höld, Ernährungswissenschaftlerin an der FH St. Pölten und Leiterin des Projekts.

Selbstbestimmt den Alltag meistern

Mit den neuartigen Ansätze wollen die Forscher Jugendliche unterstützen, im Alltag selbstbestimmte Entscheidungen zur Förderung ihrer Gesundheit zu treffen. Insbesondere das Trinkverhalten der Jugendlichen ist nach Ansicht der Experten bedenklich. Dieses sei oft durch den hohen Konsum von Energydrinks und Limonaden geprägt, die eine große Rolle im Lebensstil spielen. Wie die an dem Projekt beteiligten Wissenschaftler berichten, ist ein großer Anteil der benachteiligten Jugendlichen von Übergewicht und Adipositas betroffen.

Gesundes Getränk als Gesundheitsbotschafter

Gemeinsam mit den Jugendlichen entwickelten die Ernährungsexperten das Getränk „Frizz tea“ auf Teebasis. Dieses neue Trendgetränk soll als Kommunikationsmittel mit den Jugendlichen dienen. In zielgruppengerechter Sprache liefert das Etikett des Getränks wichtige Gesundheitsinformationen zu gesundem Trinkverhalten. „Das Getränk nutzt somit ein Element aus der Lebenswelt der Jugendlichen für die Kommunikation und stellt einen neuartigen Ansatz dar, um Wissen an diese Zielgruppe zu transportieren“, so die Experten.

Die Jugend legt den Grundstein für die zukünftige Gesundheit

„Da im Jugendalter aufgrund von Wachstum und Entwicklung der Grundstein für unsere langfristige Gesundheit gelegt wird, stellt dieser Lebensabschnitt eine wichtige Phase zur Unterstützung der Gesundheit und der Prävention von Krankheiten dar“, berichtet die Ernährungswissenschaftlerin Petra Rust.

Pädagogischer Lehrgang an Universitäten

In einem weiteren Teil des Projekts entwickelte die Fachhochschule St. Pölten zusammen mit der Universität Wien einen ernährungsspezifischen Lehrgang für Personen mit psychosozialer Grundausbildung. In diesem Lehrgang sollen wissenschaftlich fundierte Ernährungsinformationen und ein Methodenrepertoire für die praktische Umsetzung von Gesundheitsförderungsprojekten in der Jugendarbeit vermittelt werden. (vb)