Schwere Beine – Ursachen und Behandlung

Wenn wir lange im Auto sitzen, durch die Alpen gewandert sind oder die Sonne brennt, fühlen sich die Beine bisweilen an wie Blei. Manche Menschen leiden aber auch unter schweren Beinen ohne klare Auslöser. Dahinter verbirgt sich häufig ein Venenleiden.


Beinschwere – Die wichtigsten Fakten

  • Müde Beine liegen an schlechter Durchblutung beziehungsweise einem Blutstau.
  • Ursachen sind Bewegungsmangel, langes Stehen und Sitzen, Überbelastung durch Sport, Alkohol, Nikotin, Hitze, schwaches Bindegewebe oder eine Venenschwäche.
  • Eine Venenschwäche müssen Sie ärztlich behandeln lassen.
  • Bei nicht pathologischen Ursachen können Sie einer Beinschwere entgegen wirken, indem Sie die Beine hochlegen, heiß und kalt duschen, sich mit ätherischem Öl die Waden massieren, beim Autofahren Pausen einlegen, sich die Beine vertreten und Stretchübungen machen.
Schwere Beine können mehrere Ursachen haben, bis hin zu einem Venenleiden. (Bild: arsenypopel/fotolia.com)

Müde Beine, schwache Venen?

Circa 22 Millionen Deutsche leiden an einer Venenschwäche. Hauptgründe für diese „Volkskrankheit“ sind zu wenig Bewegung, zu wenig Flüssigkeit und zu viel Körpergewicht. Das hohe Gewicht, verbunden mit Hormonveränderungen, ist auch ein Grund für schwere Beine während der Schwangerschaft. Schwere Beine nach einem Marathon oder einer Bergwanderung entstehen hingegen durch Überlastung, ebenso die „Bleifüße“ nach einem heißen Sommertag.

Schwere Beine können auch durch Alkohol oder Nikotin ausgelöst sein, denn diese hemmen den Blutfluss. Seltener ist die Ursache ein genetisch bedingtes zu schwaches Bindegewebe.

Bleifüße bei Hitze

Hohe Temperaturen erweitern die Gefäße der Venen. Die Haut wird besser durchblutet und dadurch vergrößert sich die Oberfläche, um Wärme auszutauschen und der Körper gibt mehr Wärme ab. Sind jetzt die Venengefäße geweitet, arbeiten bisweilen die Venenklappen nicht mehr optimal. So staut sich das Blut in den Beinen. Hitze verstärkt zudem die Schwerkraft, und dadurch verlangsamt sich der Rückstrom zum Herzen.

Flüssigkeitsmangel

Trinken wir zusätzlich noch zu wenig, dann verliert der Körper zu viel Flüssigkeit. Das Blut wird zäh und fließt langsamer als gewöhnlich. Auch das löst einen Blutstau in den Beinen aus.

Was tun?

Um die „Bleibeine“ im Sommer zu vermeiden, sollten Sie erstens viel trinken, damit verflüssigen sie das Blut und sorgen dafür, dass es schneller fließt. Zweitens sollten Sie die schlimmste Hitze meiden und in den heißesten Stunden im Schatten bleiben. Wenn Sie dort außerdem die Beine hochlegen, stützen Sie den Rückstrom zum Herzen.

Müde Beine nach dem Sport

Bei jedem Mensch fühlen sich die Beine nach dem Sport irgendwann einmal schwer an. Passiert ihnen dies regelmäßig, ohne dass eine Venenschwäche vorliegt? Dann ist vermutlich ihr Training falsch konzipiert.

Wenn man beim Laufen schwere Beine bekommt, ermüdet die Muskulatur. Dies ist meistens ein Zeichen für eine mangelnde Kondition. (Bild: sportpoint/fotolia.com)

Meist liegt es daran, dass Sie härter trainieren als ihre Kondition es zulässt, und/oder, dass Sie sich zu kurz oder gar nicht erholen. Wenn die Beine sich beim Laufen schwer anfühlen, ermüdet ihre Muskulatur, sie ist also nicht mehr einsatzbereit. Für den Läufer heißt das: Bis hierhin und nicht weiter.

Bereiten Sie die Muskeln ausreichend vor und legen lange Erholungspausen während des Trainings ein und die Beine ermüden trotzdem? Dann lassen Sie sich ärztlich untersuchen. Vielleicht leiden Sie unter einem Mineralienmangel (Eisen, Calcium, Magnesium). In diesem Fall achten Sie darauf, sich die fehlenden Stoffe zuzuführen.

Was tun?

Zum Glück warnt ihr Körper Sie mit den müden Beinen und sagt ihnen: Lauf nicht zu schnell und lauf nicht zu lange, und wenn die Beine sich etwas schwer anfühlen, lege eine Pause ein und gehe Schritttempo.

Nach dem Training können Sie ihre Beine massieren und zwar in Richtung des Herzens. Dabei können Sie Salben einsetzen, die die Durchblutung fördern. Nach dem Sport können Sie die Beine hochlegen.

„Ich komm nicht aus dem Bett“

Die meisten von uns kennen Tage, an denen die Beine so müde sind, dass wir morgens kaum aus dem Bett kommen. Oft ist ein schlechter Schlaf die Ursache. Im Schlaf erholt sich unser Körper nicht nur, er setzt auch beschädigte Zellen wieder in Gang und heilt belastetes Gewebe.

Gelangt während des Schlafs nicht genug Sauerstoff in die Beine, ist die Durchblutung gestört? Dann sind müde Beine, wenn der Wecker klingelt, die Folge.

Eine ungünstige Schlafposition führt ebenfalls dazu, dass die Füße sich anfühlen, als hänge Beton an ihnen. Das kann Ihnen zum Beispiel passieren, wenn Sie im Sitzen einschlafen, während des Schlummers die Beine anziehen oder ihre fest geschnürten Stiefel nicht ausziehen. Dann wird der Blutstrom langsamer und die Sauerstoffzufuhr lässt nach.

Beinschwere am Abend

Fühlen sich abends die Beine schwer an, dann waren sie tagsüber zu sehr belastet. Dafür müssen Sie keinen Langstreckenlauf hinter sich haben. Es reicht schon, wenn sie lange standen. Am besten legen Sie jetzt die Beine hoch, damit das Blut zum Herzen zurück fließen kann.

Nährstoffmangel

Eine Ursache für schmerzende, schwere Beine ist die unzureichende Versorgung mit Sauerstoff oder Eisen. Sauerstoffmangel kann an Allergien liegen, an Atemaussetzern im Schlaf (Schlafapnoe), Erkrankungen der Nasennebenhöhlen sowie der oberen Atemwege.

Füße und Beine fühlen sich beim langen Sitzen auf Reisen oft besonders schwer an. (Bild: Maridav/fotolia.com)

Dicke Füße beim Reisen

Füße und Beine fühlen sich beim Reisen oft besonders schwer an, besonders beim Reisen mit Bus, Auto, Bahn oder Flugzeug bei hohen Temperaturen. Durch die hohen Temperaturen kann sich ein Blutstau bilden, beim langen Sitzen knicken Hüfte und Knie ab und das stört den Blutfluss der Venen.

Beim Fliegen kommt zum Sitzen noch der veränderte Luftdruck hinzu. Dieser fördert die Blutgerinnung. Achtung: Beim Bergsteigen in Höhen über 4000 Meter belastet das zähe Blut den Kreislauf immer stärker, je höher sie steigen, umso höher steigt der Luftdruck, umso dicker wird das Blut, umso langsamer fließt es. Die berüchtigte Höhenkrankheit geht damit einher, dass sich ihre Beine immer schwerer anfühlen, obwohl sie gerade jetzt, in Steilwänden der luftigen Höhen eine gute Durchblutung brauchen. Profis nutzen seit den 1920er Jahren deshalb über circa 5500 Meter Höhe Sauerstoffflaschen. Die Nordwand des Mount Everest konnte zum Beispiel nur mit künstlich zugeführtem Sauerstoff bezwungen werden.

Bewegungsmangel und Übergewicht

Bewegen wir uns zu wenig, dann erweitern sich die Venen, während sie das Blut zum Herzen transportieren. Zugleich schließen sich die Venenklappen nicht zureichend in Richtung Füße. Das Blut staut sich in den unteren Gliedmaßen. Schwere Füße und geschwollene Beine sind die Folge. Das gilt auch für Übergewicht.

Um bei langen Autofahrten schweren Beinen vorzubeugen, sollten Sie alle eineinhalb Stunden eine Pause machen, einen Spaziergang machen und die Beine strecken und schütteln. (Bild: nachbelichtet/fotolia.com)

Wie beuge ich geschwollenen Beinen vor?

Sie können schweren Füßen vorbeugen, indem Sie die Venen dabei unterstützen, das sauerstoffarme Blut zum Herzen zu transportieren. Das geht einfach: Legen Sie bei langen Autofahrten regelmäßige Pausen ein, circa alle eineinhalb Stunden. Während dieser Pause machen Sie einen kleinen Spaziergang, strecken die Beine und schütteln Sie die Füße aus. Das gleiche machen Sie in den Pausen bei langen Busfahrten.

Im Flugzeug und Zug haben Sie solche Pausen nicht. Hier können Sie gelegentlich im Gang hin- und herlaufen, außerdem die Beine bewegen, während Sie sitzen und die Füße kreisen lassen. Machen Sie die Schnürsenkel ihrer Schuhe auf, damit diese nicht den Blutfluss bremsen. Trinken Sie viel, um den Blutfluss anzuregen.

Massieren Sie mehrfach Wade und Oberschenkel, denn so helfen sie dem Blut, zurück ins Herz zu gelangen.

Was lässt sich generell gegen schwere Beine tun?

Sie können Beinschwere verhindern, indem Sie:

  • Streckgymnastik in den Tag einplanen, Kniebeugen machen oder an der Reckstange turnen;
  • langes Sitzen wie Stehen weitgehend vermeiden, und wenn es sich nicht vermeiden lässt, zwischendurch umher gehen und / oder die Knöchel massieren;
  • die Beine abwechselnd mit heißem und kaltem Wasser duschen. Das regt den Blutfluss an;
  • in der Nacht die Beine hoch legen, zum Beispiel mit einer Kissenrolle unter den Füßen und vor dem Einschlafen ein paar Runden mit oder ohne Hund drehen;
  • Lebensmittel zu sich nehmen, die die Durchblutung fördern wie Ingwer und Chili, Fisch und Kaffee, Kakao oder Mate sowie darauf achten, genug Vitamin D, Eisen, Magnesium und Calcium zu bekommen;
  • beim Sitzen die Füße schulterbreit auseinander stellen statt die Knie übereinander zu schlagen;
  • viel Wasser trinken;
  • häufiger ein Fußbad mit warmem Wasser nehmen, am besten mit Ölen, die die Durchblutung fördern wie Pfefferminz oder Campher;
  • Radfahren, Wandern oder Klettern (in Maßen);
  • das Rauchen und den Alkoholkonsum einschränken;
  • so oft wie möglich barfuß gehen.

Venenschwäche

Bleifüße durch Bewegungsmangel, ungünstige Sitzpositionen, zu wenig Erholung oder unvorbereiteten Sport lassen sich gut in den Griff kriegen. Bei einer Beinschwere, der eine Venenschwäche zugrunde liegt, sieht das anders aus. Viele Menschen verwechseln müde Beine durch Anstrengung oder zu wenig Bewegung mit dieser Venenschwäche, dabei leiden Millionen von Menschen in Deutschland unter echten Venenbeschwerden.

Viele Menschen verwechseln schwere Beine mit einer Venenschwäche. (Bild: luaeva/fotolia.com)

Eine Venenschwäche ist weniger harmlos als die oben genannten nicht krankhaften Faktoren. Sie kann zu Krampfadern und offenen Beinen führen, sogar zu Thrombosen.

Was kennzeichnet eine Venenschwäche?

Eine Venenschwäche zeigt sich als Leitsymptom in chronisch geschwollenen Knöcheln. Hinzu kommen ein dauerndes Kribbeln in den Beinen, ein stechender Schmerz in den Beinen und sogenannte Besenreiser – die Vorstufe von Krampfadern. Ist dies der Fall, dann suchen Sie einen Arzt auf.

Bei einer Venenschwäche schließen die Venenklappen nicht mehr hinreichend. So fließt Blut in die Beine zurück, und es bildet sich ein Blutstau. Der erhöhte Blutdruck führt mit der Zeit dazu, dass sich Wasser in den Beinen einlagert. Daraus wiederum entstehen auf Dauer die sehr schmerzhaften offenen Beine. (Dr. Utz Anhalt)

Quellen

  • http://www.angiologie-giessen.de/leistungen/vacumed.htm
  • https://www.gesundheitsinformation.de/anstrengungsasthma.2591.de.html?part=ursachenundrisikofaktoren-3m
  • https://www.rund-ums-baby.de/hebamme/tipps/schwere-beine-in-der-schwangerschaft.htm
  • https://www.senioren-ratgeber.de/Beine/Helfen-Stuetzstruempfe-bei-schweren-Beinen-517771.html
  • http://www.venendiagnostik-badhomburg.de/
  • http://www.venenleiden-hilfe.de/