Beliebte Superfrucht: Warum Avocados so extrem gesund sind

Alfred Domke
Salate, Drinks, Desserts: Die Avocado ist ein gesunder Alleskönner
Die Avocado ist ein wahrer Alleskönner: Sie eignet sich zum Zubereiten von Salaten, Dips und Brotaufstrichen, aber auch für süße Desserts oder Getränke. Zudem ist die leckere Frucht reich an Vitaminen, Mineralstoffen und ungesättigten Fettsäuren. Dennoch sollten Avocados nur in Maßen konsumiert werden, mahnen Umweltschützer.

Die Avocado ist ein Alleskönner
Noch vor wenigen Jahren kannten viele Deutsche Avocados nur aus dem Urlaub. Doch inzwischen ist die leckere Frucht in fast allen Supermärkten zu finden. Hierzulande wird sie meist als Dip, beispielsweise in Form von Guacamole oder als Brotbelag verwendet. Doch das gesunde Superfood kann noch viel mehr: Avocados eignen sich für Salate und Suppen, sie können im Ofen gebacken werden und dienen als Grundlage für verführerische Süßspeisen und leckere Getränke. Zu oft sollten die Früchte aber nicht auf dem Tisch landen.

Avocados werden hierzulande meist als Dip oder Brotbelag verwendet. Aus den leckeren Früchten lassen sich aber auch Desserts oder Getränke zubereiten. Obwohl Avocados sehr gesund sind, sollten sie nicht zu oft auf dem Speiseplan stehen. (Bild: nata_vkusidey/fotolia.com)

Leckere und gesunde Früchte
Avocados werden häufig als extrem fetthaltige Kalorienbomben gesehen, weshalb viele einen großen Bogen um die leckeren Früchte machen. Doch die enthaltenen ungesättigten Fettsäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann, können sogar beim Abnehmen helfen.

Experten zufolge spielt dabei vor allem das Enzym Lipase eine Rolle, das die Fettverbrennung während der Verdauung und im Fettgewebe steuert.

„Dazu kommen Mineralstoffe wie Magnesium und Kalium, aber auch Eisen und die Vitamine B, E und K sowie das Provitamin A“, erklärte Heidrun Schubert von der Verbraucherzentrale Bayern in einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa.

Laut wissenschaftlichen Untersuchungen können Avocados dazu beitragen, den Cholesterinspiegel zu senken und sind gut für die Blutbildung. Kanadische Forscher testeten vor einigen Jahren sogar den Einsatz eines Lipids der Avocado-Frucht – Avocatin B – bei der Behandlung von Blutkrebs.

Des Weiteren sollen die Früchte beim Muskelaufbau helfen und sind daher bei vielen Sportlern sehr beliebt.

Superfood mit schlechter Ökobilanz
Galten Avocados für viele Verbraucher früher als Exoten, sind sie heutzutage in nahezu jedem Supermarkt erhältlich.

Die Früchte kommen meist aus Südamerika, Südafrika, Israel und Spanien. Beim Kauf ist die Avocado häufig noch etwas hart, doch bei Raumtemperatur reift sie schnell nach.

Wer nachhelfen möchte, sollte sie beispielsweise zusammen mit Äpfeln lagern. Diese verströmen das Gas Ethylen, das dafür sorgt, dass die Avocado schneller reif wird.

Trotz der gesundheitlichen Vorteile gibt es allerdings auch eine Kehrseite des Avocado-Booms: Die Früchte brauchen sehr viel Wasser. Wie die Wissenschaftler Mesfin M. Mekonnen und Arjen Y. Hoekstra von der Universität Twente im niederländischen Enschede in einer wissenschaftlichen Arbeit berechneten, sind fast 2.000 Liter Wasser für die Produktion von einem Kilogramm Avocados nötig.

In Anbauländern, in denen das Trinkwasser knapp ist, kann die Produktion drastische Folgen haben.

Umweltschützer kritisieren zudem, dass Avocados lange Transportwege zurück legen, bis sie bei uns im Supermarkt landen. Daher rät beispielsweise Wiebke Unger vom Vegetarierbund Deutschland (VEBU) dazu, beim Einkauf auf Bioqualität und Herkunft zu achten.

Die Stiftung Warentest hat auf ihrer Webseite ebenfalls einen guten Tipp: „Verzehren Sie Avocados in Maßen und bewusst als Genussmittel. Wenn Sie nur die halbe Frucht essen, träufeln Sie Zitronensaft auf die zweite Hälfte und entfernen Sie den Kern nicht. Eingewickelt in Folie und gekühlt bleibt die Schnittfläche dann grün.“

Woher die Avocado-Sorte Hass ihren Namen hat
Für alle, die sich im Supermarkt schon mal gefragt haben, warum es neben der „Fuerte“ auch eine Avocado-Sorte gibt, die den Namen „Hass“ trägt, erklärte die Ernährungsexpertin Heidrun Schubert, dass diese nach dem Entdecker, dem kalifornischen Postmann Rudolph Hass, benannt wurde. „Heute zählt diese Sorte zu den Schmackhaftesten“, so Schubert in einer älteren Mitteilung.

Vor dem Zubereiten der Früchte sollten diese stets mit kaltem oder lauwarmem Wasser gereinigt und leicht geschrubbt werden. Denn auf der hubbeligen Schale der Früchte tummeln sich Bakterien und Pestizide, die beim Aufschneiden mit dem Messer in das Fruchtfleisch gelangen können.

Für das Verarbeiten der Avocado gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Die Ökotrophologin und Kochbuchautorin Martina Kittler verweist in der dpa-Meldung auf den mild-aromatischen Geschmack der Avocado: „Sie lässt sich wunderbar kombinieren, sowohl herzhaft als auch süß.“

Klassisch ist die Zubereitung zusammen mit Tomaten, Zwiebeln und Knoblauch. Doch auch Schärfe harmoniert mit der milden Frucht: „Chilischoten passen sehr gut“, so Kittler.

Die Kochbuchautorin kombiniert die Avocado für einen Salat mit rohem Kürbis, Apfel und Koriandergrün und toppt das Ganze mit gemischten Kernen, die sie zuvor in Honig und Chiliflocken röstet.

Für Desserts und Getränke
Avocados lassen sich auch gut im Ofen backen. Die Kochbuchautorin und Bloggerin Ulrike Göbl halbiert für die sogenannte Eivocado eine Avocado, entnimmt mit einem Löffel etwas Fruchtfleisch und setzt je ein Ei in die Mulde.

Das Ganze wird dann bei mittlerer Temperatur im Ofen gegart, bis das Ei die gewünschte Härte hat und anschließend mit Pfeffer und Salz gewürzt.

Interessant nicht nur für Veganer: Avocados lassen sich als Butterersatz zum Backen von Süßspeisen verwenden. Auch Göbl verwendet die Früchte für Desserts, beispielsweise als Grundlage für eine Schokoladen-Mousse.

Obwohl dafür eine Avocado mit etwas ungesüßtem Kakaopulver und Ahornsirup vermischt wird, schmeckt die Mousse nicht nach Avocado: „Sie wird vom Geschmack der anderen Zutaten, allen voran dem Kakao, überlagert.“

Des Weiteren bieten sich Avocados für die Zubereitung von Getränken an, etwa in Kombination mit Eiskaffee. „Neben der aufbauenden Wirkung des Koffeins nimmt man so auch gleich eine Dosis Vitamine und gesunde Fette zu sich. Man kann den Kaffee so eigentlich als vollwertige Mahlzeit sehen, und er ist somit ideal für ein schnelles Frühstück“, so Göbl. Sie mischt dafür auf eine Tasse kalten Kaffee eine halbe Tasse Milch und eine halbe zerdrückte Avocado.

Auch Smoothies oder Milchshakes lassen sich mit den leckeren Früchten zubereiten. Auf Internetportalen finden sich noch weitaus mehr tolle Rezeptideen. (ad)