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Lebensmittelskandal: Morphin massenweise in Mohnbrötchen gefunden

Alfred Domke
Verfasst von Alfred Domke, Redakteur für Gesundheits-News
26. September 2016
in News
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Schmerzmittel zum Frühstück: Überhöhte Morphin-Werte in Mohnbrötchen
Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe (CVUA) hat in Mohnbrötchen erhöhte Morphium- und Thebaingehalte gefunden. Die Experten berichten von „bedenklich hohen Konzentrationen“. Eine Arzneiwirkung sei nicht ausgeschlossen. Der verwendete Mohn stammte größtenteils aus Australien.

Nicht zum Verzehr geeignet
„Mohnbrötchen, die unter Verwendung von Mohnsaat aus Australien hergestellt werden, können Morphin und Thebain in bedenklich hohen Konzentrationen enthalten“, berichtet das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe (CVUA) in einer aktuellen Mitteilung. Den Angaben zufolge lagen die Morphin-Gehalte von insgesamt vier Proben Mohnbrötchen so hoch, dass die Proben als „nicht zum Verzehr geeignet“ beurteilt wurden. Eine Arzneiwirkung könne nicht ausgeschlossen werden. Drei dieser Proben waren demnach mit australischem Mohn hergestellt.

Mohnsorten zur Gewinnung von Arzneimitteln
Laut den Experten deckt Australien durch seinen Anbau von Mohnpflanzen einen Großteil des Weltmarktbedarfs an Opiaten zur Arzneimittel-Herstellung. Dort werden besonders Morphin- und Thebain-reiche Sorten angebaut. In einer Reihe von Mohnbrötchen-Proben war neben Morphin (auch bekannt als Morphium) auch Thebain enthalten.

Thebain ist ein bislang analytisch wenig beachtetes Mohn-Opiat mit unzureichender toxikologischer Bewertung. „Opiatreiche Mohnsorten, die zur Gewinnung von Arzneimitteln angebaut werden, sollten nicht für den Lebensmittelbereich verwendet werden“, schreibt das Amt.

Für manche Personengruppen gefährlich
Im Jahr 2011 hatte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ein wissenschaftliches Gutachten veröffentlicht, dem zufolge der Verzehr von Lebensmitteln, die Mohnsamen enthalten, für manche Verbrauchergruppen gesundheitlich bedenklich sein könnte. Daran orientierte sich das CVUA.

Den Experten zufolge wird die sogenannte „akute Referenz-Dosis“ (ARfD) für Morphin für ein 15 kg schweres Kind bereits beim Verzehr eines einzigen derartigen Brötchens zu über 200 Prozent ausgeschöpft. „Das bedeutet, dass ein Kind mit einem Brötchen schon zwei Drittel einer Dosis Morphin aufnimmt, die im humanmedizinischen Bereich als wirksame Dosis zur Linderung von schweren Schmerzen betrachtet wird.“

Beitrag zur Sicherheit der Verbraucher
Diskussionen um die Festlegung einer Höchstmenge für den Morphin-Gehalt von Mohnsaat werden in den entsprechenden EU-Gremien seit Jahren geführt. Laut dem CVUA ist die Festlegung einer Höchstmenge für Morphin und andere Opiate in Mohnsaat sicher sinnvoll. Allerdings zeige die aktuelle Datenlage, dass nur die Festlegung einer Höchstmenge für den Gesamt-Opiat-Gehalt im Lebensmittel einen sinnvollen Beitrag zur Sicherheit der Verbraucher leisten kann. (ad)

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Alfred Domke

Alfred Domke

Alfred Domke absolvierte 2013 ein Praktikum bei der heilpraxis-Redaktion und stieg anschließend in das Team ein. Er ist seitdem Autor für Gesundheits-News. Persönliche Schwerpunkte sind Themen, die sich mit gesunder Ernährung und der damit einhergehenden Vorbeugung von Krankheiten beschäftigen. Und auch die Themen Naturschutz und Nachhaltigkeit liegen ihm besonders am Herzen.

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