Ärzte operieren 232 Zähne aus dem Kiefer

Heilpraxisnet

Indische Ärzte operieren 17-Jährigem 232 Zähne aus dem Kiefer

24.07.2014

Ein 17-jähriger Inder klagte über Beschwerden beim Essen, die sich zunehmend verschlimmerten. Als eine starke Schwellung an seinem rechten Unterkiefer nicht mehr zu übersehen war, ging der Jugendliche zum Arzt. Dieser überwies den ungewöhnlichen Fall an das JJ Hospital in Mumbai. Was die Zahnchirurgen dort während eines siebenstündigen Eingriffs aus dem Kiefer des Jungen operierten, übertraf alle Erwartungen: Sie entfernten insgesamt 232 Zähne aus dem Unterkiefer des 17-Jährigen.

232 Zähne entwickelten sich aus einem einzigen Backenzahn
In der Zahnklinik des JJ Hospitals übernahmen Chefärztin Sunanda Dhivare-Palwankar und ihr Team den Fall. Sieben Stunden lang operierten sie Ashik Gavai und förderten dabei 232 Zähne zutage. Alle Zähne wurde offenbar von einem einzigen Backenzahn gebildet. „Wir begannen, die kleinen Zähne aus dem abnormalen Backenzahn herauszuholen. Diese kleine Perlen variierten in ihrer Größe, einige waren so klein wie ein Senfkorn und andere fast so groß wie eine Murmel. Beim finalen Zählen hatten wir 232 von ihnen“, berichtete Dhivare-Palwankar gegenüber der Zeitung „The Times of India“. „Die Tatsache, dass sie aus einem einzigen Backenzahn kamen, ist einzigartig.“

Darüber hinaus mussten die Ärzte nach eigenen Angaben eine „marmorartige“ Knochenstruktur ausstemmen und in Stücken abtragen. Die Chefärztin sprach von einem Weltrekord, da sie in der medizinischen Literatur bisher von keinem ähnlichen Fall gehört habe. Ihr sei lediglich ein Patient bekannt, bei dem 37 Zähne entfernt worden seien.

Auf die Frage, wie es zu einer solchen Anzahl von Zähnen im Kiefer kommen kann, erklärte Dhivare-Palwankar gegenüber der Zeitung: „Es handelt sich um eine Entwicklunganomalie, die den Backenzahn in seiner Entstehungsphase, oder vielmehr als er noch ein Kind war, beeinträchtigt hat. Der medizinische Fachbegriff für diesen Zustand lautet Komplexes Verbund Odontom. In anderen Worten, es könnte auch als ein gutartiger Tumor bezeichnet werden.“

Den Zahnchirurgen gelang es, Gavais Kiefer ohne bleibende Schäden zu retten, eine große Erleichterung für den 17-Jährigen.

Bild: Bernd Kasper / pixelio.de