Aids-Forschung: Britische Forscher erreichen eine HIV-Heilung

Alfred Domke
Neue Therapie macht Hoffnung: Forscher in Großbritannien kurz vor HIV-Heilung
Jedes Jahr sterben rund eine Million Menschen weltweit an Aids. Bislang ist die Krankheit nicht heilbar, doch jetzt gibt es einen Hoffnungsschimmer. Laut Medienberichten könnte Forschern in Großbritannien der große Durchbruch gelungen sein. Ein HIV-positiver Mann soll dank eines neuen Behandlungsansatzes kurz vor der Heilung stehen.

Aids-Epidemie soll bis 2030 beendet werden
Derzeit leben weltweit fast 37 Millionen Menschen mit HIV. Die Vereinten Nationen haben sich vor kurzem ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Bis zum Jahr 2030 soll die Aids-Epidemie beendet sein. Dafür soll kurzfristig unter anderem die Zahl der HIV-Neuinfektionen drastisch gesenkt werden. Mittlerweile ist dies auch dank Medikamenten möglich. Ein Mittel zum Schutz vor Aids wird künftig auch in der EU zugelassen.

In Großbritannien stehen Forscher angeblich kurz vor der HIV-Heilung. Nach der Behandlung mit einer neuartigen Therapie ist im Blut eines Patienten das HI-Virus nicht mehr nachweisbar. (Bild: angellodeco/fotolia.com)
In Großbritannien stehen Forscher angeblich kurz vor der HIV-Heilung. Nach der Behandlung mit einer neuartigen Therapie ist im Blut eines Patienten das HI-Virus nicht mehr nachweisbar. (Bild: angellodeco/fotolia.com)

Große Fortschritte bei den Therapien
Bei den Therapien wurden in den vergangenen Jahren ebenfalls große Fortschritte erreicht. Erst vor kurzem berichteten deutsche Wissenschaftler über ihre Hoffnung, dass ein neuer Ansatz die Heilung von Aids möglich machen könnte. Noch hoffnungsvoller klingen Berichte aus Großbritannien. Dort sollen Forscher kurz davor stehen, einen an HIV erkrankten Mann zu heilen.

Womöglich erste Heilung eines HIV-Patienten
Medienberichten zufolge ist es einem britischen Ärzteteam anscheinend gelungen, einen 44-jährigen Mann von seiner HIV-Erkrankung zu heilen. Laut dem „Independent“ ist der Patient mit einem neuartigen Therapieansatz behandelt worden, der dazu führte, dass das HI-Virus in seinem Blut nun nicht mehr nachweisbar sei. Zwar habe der Patient „erstaunliche Fortschritte“ gemacht, es sei aber zu früh, die Therapie für erfolgreich zu erklären.

Viren aufspüren und zerstören
Der „Sunday Times“ zufolge ist der Mann der erste von 50 Probanden, der die Versuche der Wissenschaftler von fünf der bedeutendsten britischen Universitäten abgeschlossen hat. Beteiligt sind die Universitäten Oxford und Cambridge, das Imperial College London, das University College London und das King’s College London.

Der neue Ansatz, der in den Medien als „Kick and Kill“ bezeichnet wird, soll Viren im Körper zielgerichtet aufspüren und zerstören. Der Erfolg bei dem 44-jährigen Patienten sei zwar beeindruckend, es müsse aber noch mehrere Monate abgewartet werden, um sicher gehen zu können. Grundsätzlich sei auch möglich, dass das Virus wegen der zusätzlich zur Therapie genommen Medikamente nur vorübergehend nicht im Körper des Patienten aufzufinden sei.

Noch weit weg von einer tatsächlichen Therapie
Der Geschäftsführer des britischen staatlichen Gesundheitssystems NHS, Mark Samuels, meinte gegenüber der „Sunday Times“: „Das ist einer der ersten ernsthaften Versuche, HIV vollständig zu heilen.“ Er sagte weiter: „Dies ist eine große Herausforderung. Wir sind noch ganz am Anfang, aber die Fortschritte sind bemerkenswert.“

Sarah Fidler vom Imperial College London warnte zwar ebenfalls vor voreiligen Erfolgsmeldungen, doch sie gab sich zuversichtlich: „Im Labor hat es funktioniert und es gibt gute Hinweise, dass es auch beim Menschen funktionieren kann“, so die Expertin. „Aber wir müssen betonen, dass wir derzeit noch weit weg von einer tatsächlichen Therapie sind.“ (ad)