Eigenständiger Beruf des Osteopathen gefordert

Fabian Peters

50.000 Unterschriften für die Osteopathie

07.10.2013

Die Osteopathie zählt zu den Behandlungsmethoden, die in den vergangenen Jahrzehnten einen beachtlichen Bedeutungszuwachs erfahren haben. Vielfach werden die Leistungen mittlerweile auch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, doch fehlt hierzulande bislang eine klare Definition der Osteopathie als eigenständiges Berufsbild. Der Verband der Osteopathen Deutschland e.V. (VOD) hat daher zehntausende Unterschriften für den eigenständigen Beruf des Osteopathen gesammelt.

Insgesamt unterzeichneten rund 50.000 Menschen die Unterschriftenliste für den eigenständigen Beruf des Osteopathen, berichtete die VOD-Vorsitzende Prof. Marina Fuhrmann, auf dem 16. Internationalen Osteopathie-Kongress in Bamberg vor rund 250 Teilnehmern und Referenten. In nur drei Monaten hätten sich zehntausende Unterstützerinnen und Unterstützer den Forderungen des VOD angeschlossen und an der Unterschriftenaktion teilgenommen. Als prominente Unterstützer werden in der Pressemitteilung des VOD unter anderem der hessische Ministerpräsidenten Volker Bouffier, der Aufsichtsratsvorsitzende der Adam Opel AG Hans-Wilhelm Gäb, der mehrfache Europameister und Olympiavize im Tischtennis Timo Boll sowie der Beach-Volleyball-Olympiasieger Julius Brink und die Hammerwurf-Weltrekordlerin Betty Heidler genannt. „Wir sind stolz auf dieses Zwischenergebnis und werden weiter sammeln“, betonte Fuhrmann. Sowohl die Vorsitzende des VOD als auch die übrigen Unterzeichner haben ihre Verwunderung darüber gezeigt, dass die Ausbildung und Ausübung der Osteopathie nach wie vor in Deutschland nicht gesetzlich geregelt sind.

Regelung des Berufsbildes Osteopathie im Sinne der Patientensicherheit erforderlich
Auf dem Osteopathie-Kongress wendeten sich die Schirmherrin Melanie Huml, Staatssekretärin des bayerischen Gesundheitsministers, und die gesundheitspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Elisabeth Scharfenberg (MdB), mit Grußworten an die Referenten und Teilnehmer, welche aus 15 Nationen angereist waren. Die VOD-Vorsitzende betonte, es herrsche Einigkeit darüber, dass die Osteopathie endlich ähnlich wie in anderen europäischen Ländern als eigener Beruf geregelt werden und vor allem die Patientensicherheit gewährleistet werden muss. Mit der Unterschriftenaktion werde dieser Forderung Ausdruck verliehen.

Umfassende Informationen zum Thema Osteopathie
Themenschwerpunkte im Rahmen des dreitägigen Osteopathie-Kongresses bildeten laut Mitteilung des VOD die sogenannte Salutogenese (Lehre von der Gesundheit) sowie die Perzeption, Palpation und Diagnostik. Interessierte konnten sich an einem Stand des VOD, der begleitend zu dem Kongress in der Bamberger Innenstadt aufgebaut war, umfassend über die Osteopathie informieren. Auch Vertreter anerkannter Osteopathie-Ausbildungsstätten standen hier der Bevölkerung Rede und Antwort.

Neueste Forschungsergebnisse aus dem Bereich der Osteopathie vorgestellt
Den Angaben des VOD zufolge war „eines der Kongress-Highlights das Internationale Symposium unter der Leitung der Akademie für Osteopathie mit der Präsentation neuester Forschungsergebnisse aus Großbritannien, Frankreich, Russland und Deutschland“ sowie „Vorträgen hochrangiger Wissenschaftler unter anderem aus der Faszienforschung.“ Als Faszien werden laut VOD die dünnen Bindegewebshüllen bezeichnet, welche jede Struktur des Körpers umgeben und alles miteinander vernetzen. Wie diese Faszien unter der Haut liegen, verdeutlichte der französische Arzt und Handchirurg, Dr. Jean Claude Guimberteau, im Rahmen des Kongresses anhand beeindruckender Videos, so die Mitteilung des VOD weiter. (fp)

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