Viele Krankenkassen bieten Extraleistungen

Heilpraxisnet

Krankenkassen mit mehr Extraleistungen

19.08.2014

Wie es das Gesetz in Deutschland vorsieht, müssen alle Krankenkassen die gleiche Grundversorgung anbieten. Doch sie dürfen auch Extraleistungen anbieten, was immer mehr Kassen tun. Und das in immer größerem Umfang, wie die Stiftung Warentest ermittelt hat.


Mehr Extraleistungen für Versicherte
Auch wenn alle Krankenkassen hierzulande laut Gesetz die gleiche Grundversorgung anbieten müssen, schließt dies nicht aus, dass sie Extraleistungen anbieten dürfen. Immer mehr Kassen tun dies auch und das in immer größerem Umfang, wie die Stiftung Warentest einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa zufolge ermittelt hat. Demnach haben immer mehr gesetzliche Krankenkassen Extraleistungen für ihre Versicherten im Programm. Manche Kassen sind besonders familienfreundlich, andere legen mehr Wert auf Präventionsangebote oder betreuen ihre Mitglieder besonders gut.

Doppelt so viel Kassen bieten sportmedizinische Untersuchung
Die Stiftung Warentest hat das Angebot von insgesamt 82 Krankenkassen mit rund 96 Prozent der gesetzlich Versicherten in Deutschland untersucht. Von diesen bieten beispielsweise 33 Kassen für Schwerkranke das Einholen einer zweiten Meinung eines ausgewiesenen Spezialisten an. Vor einem Jahr taten dies nur elf. Des Weiteren bieten 27 eine sportmedizinische Untersuchung an. Wie die Zeitschrift „Finanztest“ (Ausgabe 09/2014) berichtet, sind dies doppelt so viele wie im vergangenen Jahr.

Beteiligung an Kosten für Gesundheitskurse
Inzwischen bieten die meisten Krankenkassen auch eine Beteiligung an den Kosten für je zwei Gesundheitskurse aus den Bereichen Stress-Management, Bewegung, Ernährung und Suchtprävention an. In der Vergangenheit haben Verbraucherzentralen zudem darauf hingewiesen, dass es sich lohnen kann, bei der Wahl einer Krankenkasse auf mögliche finanzielle Unterstützung im Bereich Zahngesundheit zu achten, da die professionelleZahnreinigung (PZR) in Form von Prophylaxe mittlerweile oft bezuschusst wird.

Verbraucher sollten sich ihre Ansprüche überlegen
Zum erweiterten Angebotskatalog gehören außerdem Medizinhotlines und die Vermittlung von Facharztterminen. Allerdings schränkt Sabine Baierl-Johna von „Finanztest“ ein: „Es gibt so mannigfache Möglichkeiten, wo Krankenkassen Vorteile bieten können, aber tatsächlich ist es so, dass es keine Kasse gibt, die das Maximale in allen Bereichen hat.“ Verbraucher sollten daher genau überlegen, was sie in Anspruch nehmen müssten. „Wenn Sie zum Beispiel eine Auslandsreiseimpfung benötigen, kann das auch schon bis an die 100 Euro kosten – so viel wäre das wert“, so Baierl-Johna. „Oder Sie haben Rückenschmerzen und wollen sich osteopathisch behandeln lassen, da bezahlen einige Krankenkassen sehr viel, bis zu 600 Euro pro Jahr.“ (ad)

Bild: Harald Wanetschka / pixelio.de