Folsäure-Mangel schlecht für die Fortpflanzung

Heilpraxisnet

Auch der Väter sollten sich gut ernähren

11.12.2013

Die Mehrheit der Menschen in den Industrieländern haben einen Folsäuremangel, ohne dass sie davon überhaupt Kenntnis haben. Vereinzelt wird Folsäure auch als Vitamin B9 oder Vitamin B11 bezeichnet. Eine Unterversorgung kann mitunter zum Problem werden, wenn der Wunsch besteht, Nachwuchs zu bekommen. Denn im Körper zur Gruppe der B-Vitamine gehörende Säure spielt eine entscheidende Rolle bei Wachstumsprozessen und der Zellteilung.

Werdende Mütter sollten darauf achten, dass ihr Körper ausreichend damit versorgt wird. Ein Mangel führt zu einem erhöhten Risiko für bestimmte Fehlbildungen bei Kindern. Ob eine Folsäuremangel vorliegt, lässt sich über eine Blutuntersuchung feststellen. Eine natürliche Quelle für Folsäure ist vor allem grünes Blattgemüse wie Spinat.

Generell weisen Raucher, Alkoholiker, Menschen mit chronischen Blutungen, Leberkranke und Frauen, die die Antibabypille nehmen, einen Folsäuremangel auf. Allerdings sollten auch Männer darauf achten, dass sie unter keinem Folsäuremangel leiden.

Kanadische Wissenschaftler konnten in einer Studie mit männlichen Mäusen nachweisen, dass sich ein Folsäure-Mangel vor der Zeugung des Nachwuchses negativ auf das Erbgut wirkt. Hat der Köper nicht genügend von dem Vitamin, verändert sich das Erbgut innerhalb der Spermien. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler um Romain Lambrot von der McGill University in Québec im Fachblatt „Nature Communications“ veröffentlicht.

Die Wissenschaftler untersuchten dabei, in wie weit die Ernährung einen Einfluss auf die Gesundheit iherer Kinder nimmt. Dafür wurde den Tieren spezielle Nahrung mit wenig Folsäure gegeben. Es zeigte sich bei diesen Tieren, dass ein Mangel eine veränderte epigenische Markierung im Erbgut hervorruft. Die Epigenetik befasst sich als Spezialgebiet der Biologie mit der Vererbung von gentischen Merkmalen und unter welchen Umständen sich Veränderungen im Erbgut ergeben. In der Regel treten Veränderungen durch Umweltfaktoren wie etwa Rauchen, Alkohol oder durch die Ernährung auf und verändern die Aktivität der Gene. Studien in der Vergangenheit konnten aufzeigen, dass auf diesem Weg Erfahrungen der Eltern an ihre Kinder weitergegeben.

Folsäure-Mangel kann chronische Erkrankungen begünstigen
Die Forscher konnten nachweisen, dass durch einen Folsäure-Mangel etliche epigenetische Veränderungen an den Genen entstehen, die an der Entwicklung und von einigen chronischen Krankheiten, wie Krebs oder Diabetes beteiligt sind. Es zeigte sich , dass der Nachwuchs der Mäuse, die wenig Folsäure bekommen hatten, mit deutlich häufigeren Fehlbildungen geboren wurden, als bei den Tieren, die Nahrung mit ausreichend Folsäure bekommen hatten. Bei 27 Prozent der Jungtiere von Vätern mit Folsäure-Mangel kam der Nachwuchs mit sichtbaren anatomischen Fehlbildungen am Skelett zur Welt. Bei der Kontrollgruppe waren es nur drei Prozent. Die Studie lege nahe, dass "Umwelteinflüsse wie die Ernährung auf das Sperma einwirken und auch einen nicht unerheblich Anteil an der Entstehung von Krankheiten haben", so die Forscher. (fr)

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Bild: Alexandra H. / pixelio.de