Forscher: Zeitumstellung verursacht hohes Schlaganfall-Risiko

Durch die Zeitumstellung zwischen Sommer- und Winterzeit wird das Risiko eines Schlaganfalls deutlich erhöht. (Bild: psdesign1/fotolia.com)
Alexander Stindt
Zeitumstellung auf Sommerzeit erhöht das Risiko für ischämische Schlaganfälle
Die Zeitumstellung auf Sommerzeit oder Winterzeit könnte bewirken, dass sich unser Risiko für Schlaganfälle vergrößert. Finnische Forscher fanden heraus, dass das zweimalige Umstellen der Uhr im Jahr, mit einer höheren Rate von ischämischen Schlaganfällen verbunden ist.

Ischämische Schlaganfälle bilden etwa 85 Prozent aller Schlaganfälle. Die Mediziner entdeckten in ihrer aktuellen Untersuchung, dass die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Schlaganfall steigt, wenn wir unsere Uhren zweimal jährlich umstellen. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler von der University of Turku beim jährlichen Treffen der American Academy of Neurology. vorgestellt.

Durch die Zeitumstellung zwischen Sommer- und Winterzeit wird das Risiko eines Schlaganfalls deutlich erhöht. (Bild: psdesign1/fotolia.com)
Durch die Zeitumstellung zwischen Sommer- und Winterzeit wird das Risiko eines Schlaganfalls deutlich erhöht. (Bild: psdesign1/fotolia.com)

Rate von ischämischen Schlaganfällen steigt durch Zeitumstellungen
Wenn wir zu wenig schlafen, erhöht sich dadurch das Risiko für einige Erkrankungen. Auch unser Risiko für Schlaganfälle steigt, wenn wir zu wenig oder zu viel schlafen, sagen Mediziner. Die zweimalige Zeitumstellung belastet die Gesundheit und wird laut Aussage der Forscher mit einer höheren Rate von ischämischen Schlaganfällen und anderen Problemen verbunden. Durch die Zeitumstellung wird unsere innere Uhr beeinflusst und aus diesem Grund schlafen wir schlechter, erklärt der Hauptautor Dr. Jari Ruuskanen von der University of Turku. Ischämische Schlaganfälle sind für etwa 85 Prozent aller Schlaganfälle verantwortlich und treten auf, wenn ein Blutgerinnsel die Sauerstoffversorgung unseres Gehirns blockiert, berichten die Experten.

Die Wissenschaftler verwendeten für ihre Untersuchung die Daten von zehn Jahren Forschung, um die Rate von Schlaganfällen in Finnland zu ermitteln. Etwa 3.000 Probanden wurden in der Woche nach der Umstellung auf die Sommerzeit untersucht, dabei verglichen die Forscher die Raten für Schlaganfälle mit den Daten von knapp 12.000 Patienten, die zwei Wochen vor der Zeitumstellung in ein Krankenhaus eingeliefert wurden.

Risiko besonders hoch in den ersten beiden Tagen nach Zeitumstellung
Die Ergebnisse in den ersten beiden Tagen nach dem Übergang zur Sommerzeit zeigten, dass die Rate der ischämischen Schlaganfälle sich um acht Prozent erhöhte. Nach weiteren zwei Tagen reduzierte sich diese Raten wieder auf normale Werte, erklären die Mediziner. Menschen mit Krebs haben laut Aussage der Wissenschaftler nach der Zeitumstellung ein um 25 Prozent erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Genau wie Menschen, die älter als 65 Jahre sind. Bei diesen steigt das Risiko um 20 Prozent, einen Schlaganfall n der zweitägigen Übergangszeit zu erleiden. Weitere Studien müssen durchgeführt werden, um die Beziehung zwischen diesen Zeitumstellungen und dem Schlaganfalls-Risiko vollständig zu verstehen und herauszufinden, ob es Möglichkeiten gibt das Risiko zu reduzieren, fügt Dr. Ruuskanen hinzu. (as)

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