Fuchsbandwurm-Befall: Das lebensgefährliche Risiko steigt auch in den Städten

Mit der Anpassung von Füchsen an das Stadtleben steigt auch in den Städten das Risiko eines Fuchsbandwurm-Befalls. (Bild: hecke71/fotolia.com)
Fabian Peters

Potentiell tödliche Krankheit: Fuchsbandwurm auch in Städten ein Problem
Waren es früher vor allem Landwirte, die als gefährdet galten, wächst mittlerweile auch in den Städten das Risiko für einen Fuchsbandwurm-Befall. Eine Ansteckung kann tödlich enden. Die Infektion wird in vielen Fällen erst nach Jahren festgestellt.

Jetzt droht auch in Städten eine Gefahr
Beim Sammeln von Waldpilzen oder dem Kuscheln mit Haustieren besteht die Gefahr, für das bloße Auge unsichtbare Fuchsbandwurmeier aufzunehmen. Wurde eine solche Infektion bis vor wenigen Jahren hauptsächlich bei Landwirten und Jägern diagnostiziert, sind zunehmend auch Städter betroffen. Erst im Sommer sprach die Hamburger Gesundheitsbehörde eine Warnung vor Gesundheitsgefahren aus, nachdem der Parasit bei routinemäßigen Untersuchungen bei zwei Füchsen festgestellt worden war. Tierschützer hatten jedoch vor wenigen Monaten darauf hingewiesen, dass das Gesundheitsrisiko durch Füchse in Wohngebieten gering sei. Vorsicht schadet trotzdem nicht.

Mit der Anpassung von Füchsen an das Stadtleben steigt auch in den Städten das Risiko eines Fuchsbandwurm-Befalls. (Bild: hecke71/fotolia.com)
Mit der Anpassung von Füchsen an das Stadtleben steigt auch in den Städten das Risiko eines Fuchsbandwurm-Befalls. (Bild: hecke71/fotolia.com)

Fuchs passt sich dem Stadtleben an
Wie die „Ärzte Zeitung“ online berichtet, passt sich der Fuchs dem Stadtleben an und hinterlässt seinen Kot, der Bandwurmeier enthalten kann und oft monatelang ansteckend bleibt, in Sandkästen oder auf Gemüsebeeten. Wenn die Eier vom Menschen etwa durch unzureichend gewaschene Nahrung aufgenommen werden, wandern sie vermutlich über den Zwölffingerdarm in die Leber. Nach einer Ansteckung breitet sich die potenziell tödliche Krankheit zunächst schleichend aus: Unbehandelt wird die Leber zerstört – in seltenen Fällen sind auch Lunge und Gehirn betroffen. Die Diagnose wird häufig erst nach Jahren gestellt. Bei Patienten stellen sich unter anderem Beschwerden wie Oberbauchschmerzen, Gewichtsverlust, andauernde Müdigkeit und Abgeschlagenheit ein. Manche haben Gelbsucht und bei ärztlichen Untersuchungen wird eine Raumforderung in der Leber festgestellt.

„Epizentrum“ in Süddeutschland
Ulm und Umgebung gelten in Deutschland als „Epizentrum“ der seltenen Parasitenerkrankung. Deswegen werden auch an der Universitätsklinik Ulm bundesweit die meisten Patienten mit alveolärer Echinokokkose der Leber behandelt. Bis August wurden bundesweit 96 Erkrankungen an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet, 22 davon betrafen Menschen in Baden-Württemberg. „Ich kann meine Patienten mit der Aussage beruhigen, dass sie mit großer Wahrscheinlichkeit nicht an einer Fuchsbandwurmerkrankung sterben werden“, sagte Dr. Beate Grüner, Internistin an der Ulmer Klinik.

Auf Hygieneregeln achten
Die Mediziner des Krankenhauses betonen zudem, dass sich Naturfreunde und Hobbygärtner nicht verunsichern lassen sollten. Ihren Angaben zufolge ist die alveoläre Echinokokkose der Leber eine seltene Erkrankung und zur Infektion muss es erst gar nicht kommen: „Generell sollte man bodennahes Obst und Gemüse vor dem Verzehr waschen. Außer der Beachtung gängiger Hygieneregeln ist es sinnvoll, Hunde und Katzen alle drei Monate zu entwurmen.“ Zudem können sie mit einem gängigen Vorurteil aufräumen: Waldbeeren sind keineswegs besonders stark mit Bandwurmeiern belastet. (ad)

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