Gefährlicher Schlankheitskaffee mit Potenzmittel

Astrid Goldmayer

Behörden-Warnung vor Schlankheitskaffee mit Viagra-Wirkstoff

21.03.2014

Das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz (LUA) warnt vor einem Schlankheitskaffee mit Potenzmittel. Das Produkt wird unter dem Namen „Brazil Potent Slimming Coffee“ im Internet angeboten. Die Behörde weist auf das hohe Gesundheitsrisiko der darin enthaltenen Wirkstoff-Kombination hin.

Schlankheitskaffee mit Potenzmittel birgt hohes gesundheitliches Risiko
Die Vorstellung, beim Kaffeetrinken abzunehmen und gleichzeitig an Potenz zuzulegen, mag verlockend erscheinen, das LUA rät jedoch dringend vom Konsum derartiger Produkte ab. Im konkreten Fall hatte der Zoll Germersheim Päckchen des „Brazil Potent Slimming Coffee“ beschlagnahmt. Wie sich herausstellte enthält das Kaffeepulver die Wirkstoffe Phenolphthalein und Sildenafil. Phenolphthalein hat eine abführende Wirkung und soll deshalb beim schnellen Abnehmen unterstützen. Da es im Verdacht steht, Krebs auszulösen, wurde der Stoff verboten. „Produkte mit Sildenafil dagegen sind in Deutschland zulassungs- und verschreibungspflichtig und werden unter ärztlicher Aufsicht zur Behandlung von Erektionsstörungen eingesetzt. Eine solche Zulassung hat ‚Brazil Potent Slimming Coffee‘ offensichtlich nicht“, teilt das LUA mit. „Das hochwirksame Sildenafil kann Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Gesichtsrötung, Schwindelgefühl und Magenbeschwerden hervorrufen. Bei gleichzeitiger Einnahme mit einer Reihe von Herzmedikamenten drohen zum Teil lebensgefährliche Wechselwirkungen.“

In Deutschland ist der Handel mit derartigen Schlankheits- und Potenzmittel nach dem Arzneimittelgesetz eine Straftat. Dennoch werden immer wieder entsprechende Produkte von den Behörden entdeckt.

Zu erkennen ist der „Brazil Potent Slimming Coffee“ an einer auffälligen Verpackung. „Auf den Beutelchen sind eine dampfende Tasse Kaffee und die Silhouette einer schlanken nackten Frau abgebildet. Die Verpackung ist mit mutmaßlich thailändischen Schriftzeichen bedruckt. Gleichzeitig prangt darauf in englischer Sprache die dreiste Behauptung, der Kaffee stamme aus brasilianischer Herstellung und sei ein 100-prozentiges Naturprodukt“, informiert die LUA. (ag)

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