Gesundheit: Lieber Wachsgießen als Bleigießen

Astrid Goldmayer

Ökologische Alternative für Umwelt und Gesundheit: Lieber Wachsgießen als Bleigießen

30.12.2011

Wer in der morgigen Silvesternacht mit Bleigießen einen Blick in die Zukunft werfen möchte, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er damit weder der Umwelt noch seiner Gesundheit einen Gefallen tut, denn durch das Erhitzen des Bleis entsteht giftiges Bleioxid. Die Verbraucher Initiative rät zu Wachsgießen statt Bleigießen.

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Blei gehört in den Sondermüll
Wird Blei erhitzt, entsteht dabei giftiges Bleioxid, das in die Luft abgegeben wird. Beim Einatmen gelangen die giftigen Dämpfe in den Körper und können massive gesundheitliche Schäden anrichten. Die Verbraucher Initiative berichtet, dass das Blei unbedingt in den Sondermüll gehöre. Da Wasser und Blei aber in der Silvesternacht häufig nicht ordnungsgemäß entsorgt werden, gelangt es in die Umwelt, wo sich bleiorganische Verbindungen bilden. Diese gehörten zu einigen der stärksten Umweltgifte. Sie lagern sich im Fettgewebe von Tieren ab und dringen so in die Nahrungskette und den menschlichen Organismus ein. Als umweltfreundliche Alternative rät die Verbraucherinitiative deshalb zum Wachsgießen.

Bereits täglich geringe Mengen an Blei können zur chronischen Bleivergiftung führen
Während eine akute Bleivergiftung erst durch größere Mengen Blei ausgelöst wird, kann es durch die tägliche Aufnahme geringer Bleimengen (etwa ab einem Milligramm pro Tag) über einen längeren Zeitraum zu chronischen Bleivergiftungen mit gravierenden Folgen kommen. Blei wird nur langsam aus dem Körper ausgeschieden und lagert sich hauptsächlich in den Knochen anstelle von Calcium ein. Es können gravierende Schädigungen des Nervensystems, der Blutbildung sowie der Nieren auftreten. Darüber hinaus können Bleivergiftungen eine Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit zur Folge haben.

Giftcocktail durch Raketen und Böller
Wer es zum Jahreswechsel richtig krachen lassen will, verzichtet in der Regel ungern auf Böller und Raketen. Die Verbraucher Initiative warnt jedoch auch hier vor dem giftigen Cocktail, der dadurch in die Umwelt gelangt. Umweltreferentin Catrin Krueger erläutert: „Dabei wird die Umwelt mit rund 8.000 Tonnen Staub, 200 Tonnen Kohlenmonoxid, 1.900 Tonnen Schwefeldioxid und 1.500 Tonnen Kohlendioxid sowie Stickoxiden und weiteren unbekannten Verbindungen belastet.“ Diese giftige Chemiekeule fällt anschließend auf Pflanzen, Böden und Gewässer herab und stellt so eine enorme Belastung für Umwelt und Mensch dar. „Weniger ist für die Umwelt, aber auch für den Geldbeutel, mehr“, rät die Umweltreferentin der Verbraucher-Initiative, denn „einen umweltfreundlichen Silvesterknaller gibt es leider noch nicht.“ (ag)

Bild: Birgit H. / pixelio.de