Herzrhythmusstörungen: Vorhofflimmern wird selten zeitnah erkannt

Sebastian
Vorhofflimmern wird häufig nicht erkannt
Neuen Schätzungen zufolge, leiden rund zwei Millionen Menschen in Deutschland an Vorhofflimmern. Obwohl eindeutige Symptome wie Schwindel oder Herzrasen bemerkbar sind, wird die gefährliche Herzrhythmusstörung nicht entdeckt. Doch die Herzbeschwerden können lebensbedrohlich sein, da während der Anfallsphase ein erhöhtes Schlaganfall besteht.

Vorhofflimmern kann zu einem Schlaganfall führen
In der Regel ist es harmlos, wenn das Herz hin und wieder mal stolpert: Dies kann unter anderem auch an Überanstrengung oder Aufregung liegen. Wenn solche Unregelmäßigkeiten jedoch häufiger vorkommen oder länger andauern, sollten Betroffene unbedingt einen Arzt aufsuchen. Im schlimmsten Fall kann es durch das sogenannte Vorhofflimmern zu einem Schlaganfall kommen. Darauf weist die Deutsche Seniorenliga in ihrer Broschüre zum Thema hin, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Erklärt wird, dass beim Vorhofflimmern in den Herzvorhöfen Blutgerinnsel entstehen können, die vom Blut mitgeschleppt werden und dann Arterien verschließen.

Menschen mit Vorhofflimmern haben ein erhöhtes Risiko für verschiedene Erkrankungen, ergab jetzt eine neue Studie. Betroffene versterben auch doppelt so häufig an den Auswirkungen von Herzerkrankungen. (Bild: Henrie/fotolia.com)
Menschen mit Vorhofflimmern haben ein erhöhtes Risiko für verschiedene Erkrankungen, ergab jetzt eine neue Studie. Betroffene versterben auch doppelt so häufig an den Auswirkungen von Herzerkrankungen. (Bild: Henrie/fotolia.com)

Über zwei Millionen Deutsche betroffen
Mit geschätzt mehr als zwei Millionen Betroffenen ist Vorhofflimmern die häufigste Herzrhythmusstörung in Deutschland. Wenn es rechtzeitig erkannt wird, kann beispielsweise mit Medikamenten und einem gesunden Lebensstil entgegengesteuert werden. Zudem kann man Vorhofflimmern durch Abnehmen lindern, wie australische Forscher kürzlich berichteten. Problematisch ist laut der Seniorenliga allerdings, dass Vorhofflimmern nicht unbedingt mit typischen Beschwerden wie Herzrasen, Atemnot, Engegefühl in der Brust oder Schwindel einhergeht und von Betroffenen daher zunächst oft abgetan werde.

Verschiedene Ursachen für Vorhofflimmern
Den Angaben zufolge sind Menschen mit Bluthochdruck und Diabetes sowie Ältere ab 65 Jahren besonders gefährdet. Auch Menschen, die rauchen oder übergewichtig sind, sollten sich regelmäßig vom Arzt durchchecken lassen. Weitere Faktoren, die Vorhofflimmern zur Folge haben können, sind unter anderem Erkrankungen wie die koronare Herzkrankheit (KHK), eine Schilddrüsenüberfunktion, chronische Lungenerkrankungen oder übermäßiger Alkoholkonsum. Gesundheitsexperten raten dazu, ein Blutdruckmessgerät zu Hause zu haben , das unregelmäßigen Herzschlag anzeigen kann, wenn der Blutdruck gemessen wird. Patienten sollten im Zweifelsfall ihren Herzrhythmus per EKG überprüfen lassen. (ad)