Immer weniger Krankenhäuser behandeln immer mehr Patienten in Deutschland

Sebastian
Weniger Krankenhäuser trotz steigender Patienten-Zahl
In den vergangenen Jahren häufte sich Kritik am deutschen Gesundheitswesen. Diese dürfte beflügelt werden durch nun bekannt gegebene Statistiken. Demnach sinkt die Zahl der Krankenhäuser in Deutschland und das trotz steigender Patientenzahlen. Allerdings bleiben die Patienten im Durchschnitt nicht mehr so lange in der Klinik.

Weniger Krankenhäuser – Mehr Patienten
Erst vor wenigen Wochen gab es wegen dem bundesweiten Pflegenotstand in Krankenhäusern Kritik von Patientenschützern. Ganz allgemein haben Vorwürfe zugenommen, wonach es um das deutsche Gesundheitswesen mittlerweile schlechter bestellt sei. Zudem sind hierzulande immer mehr Kliniken von der Insolvenz bedroht, wie der Krankenhaus Rating Report 2015 zeigt, der kürzlich veröffentlicht wurde. Die Kritik dürfte nicht viel leiser werden. Denn neue Statistiken zeigen nun, dass die Zahl der Krankenhäuser weiter sinkt, die Zahl der Patienten gleichzeitig aber steigt.

Bild: Milles Studio - fotolia
Bild: Milles Studio – fotolia

Wachsende Patientenzahl wegen demografischem Wandel
Einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa zufolge teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mit, dass es im vergangenen Jahr 1.980 Kliniken gab, 16 weniger als 2013. Vor 20 Jahren – 1994 – hatte es demnach bundesweit noch 2.337 Krankenhäuser gegeben. 2014 wurden im ganzen Land rund 19,1 Millionen Patienten stationär behandelt. Das waren 1,9 Prozent mehr als 2013 und 3,6 Millionen mehr als 1994. Es werden nicht die Personen, sondern sogenannte Behandlungsfälle gezählt. Von der Deutschen Stiftung Patientenschutz wird die wachsende Zahl der Patienten auf den demografischen Wandel zurückgeführt: „Es sind immer mehr Alte und damit immer die gleichen“, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Mehr volle Personalstellen in den Kliniken
Den Angaben zufolge gab es im vergangenen Jahr insgesamt rund 875.900 volle Personalstellen in den Kliniken. Davon gehörten knapp 151.000 zum ärztlichen Dienst – ein Plus von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 725.200 gehörten zum nichtärztlichen Dienst – ein Plus von 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Von diesen wiederum waren 318.800 im Pflegedienst (Plus 0,8 Prozent). Positiv ist zudem, dass sich die Bettenzahl im Jahresvergleich kaum verändert hat. Sie betrug im vergangenen Jahr bundesweit 500.700. Vor zwei Jahrzehnten hatte es noch rund 618.000 Krankenhausbetten im ganzen Land gegeben.

Patienten liegen kürzer in der Klinik
Die Patienten blieben damals durchschnittlich 12 Tage lang im Krankenhaus, 2014 waren es nur noch 7,4 Tage. Die Auslastung der Betten sank gleichzeitig. So waren die Betten 1994 zu 82,5 Prozent ausgelastet, während sie im vergangenen Jahr nur noch zu 77,4 Prozent belegt waren. Fast jedes zweite Bett (48 Prozent) steht in einem Krankenhaus eines öffentlichen Trägers, zum Beispiel einer Kommune. Mit 35 Prozent befindet sich etwa jedes dritte Bett in einem Haus freier Träger wie Kirchen oder Wohlfahrtsverbänden. Die restlichen 18 Prozent der Betten stehen in privat betriebenen Kliniken. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Anteile nur unwesentlich verändert. (ad)

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