Jugendliche mit Lebensmittelallergien haben ein erhöhtes Asthma-Risiko

Alexander Stindt
Forscher stellen Verbindung zischen Asthma und Nahrungsmittelallergien fest
Viele Kinder und Jugendliche auf der ganzen Welt leiden unter Asthma. Australische Forscher fanden jetzt heraus, dass Jugendliche mit einer Nahrungsmittelallergie viermal häufiger an Asthma erkranken, verglichen mit Jugendlichen ohne eine solche Allergie gegen Nahrungsmittel.

Die Wissenschaftler des Murdoch Children’s Research Institute stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass Jugendliche mit einer Nahrungsmittelallergie viel häufiger unter Asthma leiden. Die Wahrscheinlichkeit, an Asthma zu erkranken, ist bei diesen Jugendlichen um das vierfache erhöht, verglichen mit gesunden Heranwachsenden. Die Mediziner veröffentlichten eine Pressemitteilung zu den Ergebnissen ihrer Studie.

Viele Kinder auf der Welt leiden an Asthma. Forscher stellten jetzt eine Verbindung zwischen Lebensmittelallergien und Asthma fest. Jugendliche mit einer Nahrungsmittelallergie leiden bis zu viermal häufiger auch unter Asthma. (Bild: bubutu/fotolia.com)

Forscher untersuchen für ihre Studie etwa 10.000 jugendliche Probanden
Die sogenannte Anaphylaxie ist eine allergische Reaktion des Immunsystems auf den wiederholten Konsum von Eiweißstoffen. Wissenschaftler stellten jetzt eine Verbindung zwischen Asthma und Anaphylaxie fest. Dafür untersuchten die Experten während ihrer Studie etwa 10.000 Jugendliche im Alter zwischen 10 und 14 Jahren. Dabei konnten die Forscher bebachten, dass Menschen mit mehreren Allergien gegen verschiedene Lebensmittel zehnmal häufiger unter Asthma leiden als Menschen ohne eine solche Allergie.

Eine Fehleinschätzung der Symptome kann lebensrettende Behandlung verzögern
Es gab Bedenken bei einigen Medizinern, dass die sogenannte anaphylaktische Reaktion eines Teenagers für einen Asthmaanfall gehalten werden könnte. Dies könnte dann zu einer Verzögerung bei der Verabreichung eines lebensrettenden Adrenalin-Autoinjektors führen, erklärt Professor Katie Allen vom Murdoch Children’s Research Institute in Australien.

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Bis zum Jahr 2050 werden etwa 7,7 Millionen Australier unter einer Nahrungsmittelallergie leiden
Alleine in Australien gibt es jedes Jahr etwa 30.000 neue Fälle von Nahrungsmittelallergien. Die Experten schätzen, dass bei der aktuellen Rate an Erkrankungen bis zum Jahr 2050 etwa 7,7 Millionen Australier unter einer Nahrungsmittelallergie leiden werden. Experten warnen schon seit längerer Zeit davor, dass die Rate der Allergie-Inzidenz in Australien mit einer alarmierenden Rate anwächst.

Es gibt eine sehr hohe Rate von Menschen mit Nahrungsmittelallergien in Australien
Australien hat eine der höchsten Raten von Nahrungsmittelallergien auf der ganzen Welt. Durch die rasche Zunahme der Nahrungsmittelallergien über den Zeitraum der letzten 10 bis 15 Jahre zeigt sich in der gegenwärtigen Generation der Jugendlichen bereits ein hoher Bedarf für sogenanntes Allergiemanagement und dieser wird im Zuge der demografischen Entwicklung weiter zunehmen, erläutern die Wissenschaftler.

Zwei Prozent der 10- bis 14-Jährigen leiden an einer Nussallergie
Die Wissenschaftler wiesen auf die Geschichte eines 15-jährigen Teenagers hin, welcher im Jahr 2012 verstarb. Er hatte versehentlich Kekse mit Macadamianüssen verzehrt. Der Teenager litt sowohl unter einer Nuss-Allergie, als auch unter Asthma. Die festgestellten Symptome wurden zunächst auf das Asthma zurückgeführt, sagen die Experten. Später wurde die festgestellte Reaktion allerdings als Anaphylaxie identifiziert. In Australien leiden bis zu zwei Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen 10 und 14 Jahren unter einer Nussallergie, wobei insgesamt etwa fünf Prozent an einer Nahrungsmittelallergie leiden, erläutern die Autoren.

Untersuchung ermöglicht besseres Verständnis von Nahrungsmittelallergien
Die Ergebnisse der Studie ermöglichen es Forschern, das volle Spektrum von Nahrungsmittelallergien besser zu betrachten und zu verstehen. Eine Studie dieser Art und Größe wurde bisher noch nie auf der Welt durchgeführt, sagen die Mediziner.

Aufklärung über Nahrungsmittelallergien muss verbessert werden
In den letzten Jahren gab es leider einige Todesfälle durch Anaphylaxie. Betroffene mit einer Nahrungsmittelallergie und Asthma haben die Allergie oft nicht als Grund für die gesundheitlichen Probleme erkannt, sagen die Autoren. Es stelle sich hier die Frage, ob die Patienten schlecht über die Zeichen und Symptome ihrer Lebensmittelallergie aufgeklärt wurden. Wenn dies zutrifft, könnte es ein wichtiger Faktor für den Tod der Erkrankten gewesen sein, fügen die Experten hinzu.

Behandlung der Nahrungsmittelallergie sollte vorrangig sein
Wenn eine Person mit einer Nahrungsmittelallergie und Asthma vermutet etwas gegessen zu haben, was eine allergische Reaktion hervorrufen könnte und plötzlich beginnt unter Atembeschwerden zu leiden, sollte die Behandlung der Nahrungsmittelallergie Vorrang haben, betont Professor Allen. (as)