Junge Menschen kauern stundenlang am Handy & PC

Fabian Peters

Generation Couch-Potato: Fernsehen, Smartphones und Computer machen junge Menschen zu Stubenhockern

07.11.2013

Junge Menschen verbringen ihre Freizeit vermehrt vor dem Fernseher und am Computer, Smartphone oder Tablet. Früher waren Fernsehzeiten von drei bis vier Stunden pro Tag schon vielfach Anlass zur Kritik. Heute kommen hier die Stunden vorm PC, Tablet und Smartphone hinzu, was laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage der Schwenninger Krankenkasse und der Stiftung „Die Gesundarbeiter“ dazu führt, dass „junge Bundesbürger zwischen 18 und 34 Jahren in ihrer Freizeit durchschnittlich an vier Tagen pro Woche mindestens sechs Stunden vor Fernseher, Computer oder Handy“ verbringen.

Die Umfrage der Schwenninger Krankenkasse unter 1.000 jungen Erwachsenen ergab relativ eindeutig, das Computer und Handy das Fernsehen nicht ersetzen, sondern hinzukommen. Diese Art der Freizeitgestaltung nehme mittlerweile derart viel Zeit in Anspruch, dass für sportliche Aktivitäten kaum noch Zeit bleibt, berichtet die Krankenkasse. Das hat wiederum entsprechend negative Auswirkungen auf die Gesundheit. In Kombination mit der ungesunden Ernährung, die viele Heranwachsende pflegen, ist die bewegungsarme Freizeitgestaltung auch als Erklärung für die vermehrten Gewichtsprobleme bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu bewerten.

Männer verbringen mehr Zeit mit Fernsehen, Handy und PC als Frauen
In der aktuellen Umfrage wurde deutlich, dass junge Männer die elektronischen Medien noch intensiver nutzen als junge Frauen, so die Mitteilung der Schwenninger Krankenkasse. Demnach hätten sich Männer an etwa fünf Tagen pro Woche mehr als drei Stunden mit Computer und Handy beschäftigt, während Frauen dieser Altersgruppe pro Woche einen halben Tag weniger am PC oder Smartphone verbrachten. Auch der Fernsehkonsum sei bei den jungen Bundesbürgerinnen leicht geringer als bei den Männern. Letztendlich verbringen die Frauen jedoch ebenfalls deutlich zu viel Zeit passiv am Fernseher, PC oder Smartphone, zumal in der Umfrage lediglich die Tätigkeit in der Freizeit abgefragt wurde und viele ihren übrigen Tagesverlauf (zum Beispiel in der Schule oder im Studium) ebenfalls überwiegend im Sitzen verbringen.

Alarmierende Entwicklung bei der Freizeitgestaltung junger Erwachsener
Der Vorstandsvorsitzende der Schwenninger Krankenkasse, Siegfried Gänsler, resümierte, die aktuelle Studie zeige, dass Computer, Tablet und Smartphone das Fernsehen nicht ersetzen, sondern ergänzend hinzu kommen. Dies sei „eine alarmierende Entwicklung“, denn „statt sich nach meist sitzender Tätigkeit in der Schule, im Studium oder bei der Arbeit in der Freizeit zu bewegen, hocken junge Leute passiv auf der Couch vor einem elektronischen Gerät.“ Hier habe die Studie auch gezeigt, dass auf diesem Wege keine Entspannung erreicht wird. Denn fast zwei Drittel der Befragten fühlten sich nach eigenen Angaben tagsüber häufig müde und schlapp. Eigentlich würde ihnen mehr Bewegung gut tun und das wissen die jungen Bundesbürger auch, berichtet die Schwenninger Krankenkasse. So hätten drei von vier Befragten angegeben, sie würden gerne mehr Sport treiben und insgesamt mehr für ihre Gesundheit tun, fänden jedoch im Alltag für solche Aktivitäten zu wenig Zeit. Allerdings bleibt offenbar die Zeit, um sechs Stunden vor dem Fernseher, PC oder Smartphone zu verbringen.

Gesundheit als Schulfach gefordert
Das Ergebnis der aktuellen Umfrage verdeutlicht, wie wichtig es ist, dass unsere Gesellschaft bereits Kinder und Jugendliche gezielt dabei unterstützt, Verantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen, betonte Gänsler. „Denn die Grundlage für ein gesundheitsbewusstes Leben mit ausreichend Bewegung wird in der Kindheit gelegt“, so der Vorstandsvorsitzende der Schwenninger Krankenkasse weiter. Hier müsse mehr getan werden, um schon im Kindergarten und der Schule den Spaß an Bewegung zu fördern. Die Schwenninger Krankenkasse fordere daher seit langem ein eigenständiges Schulfach Gesundheit. Von den Beteiligten der aktuellen Umfrage hätten zwei Drittel diese Forderung unterstützt, berichtet die Krankenkasse. (fp)

Advertising

Bild: Eklih Mmorf / pixelio.de