Kein Kaffee in der 2. Nachtschicht-Hälfte

Heilpraxisnet

Schlafstörungen infolge der Schichtarbeit vermeiden

05.01.2015

Viele Beschäftigte im Schichtdienst haben mit Schlafstörungen zu kämpfen, da ihr Schlafrhythmus durch die Nachtschichten durcheinander gerät. Die Betroffenen sollten unter anderem verstärkt auf ihre Ernährung achten, um die Schlafprobleme zu minimieren, berichtet die Nachrichtenagentur „dpa“ unter Berufung auf den Verband der Betriebs- und Werksärzte (VDBW).

Die Beeinträchtigungen des natürlichen Schlafrhythmus infolge der Nacharbeit können laut Angaben des VDBW erhebliche gesundheitliche Risiken mit sich bringen. So hätten beispielsweise neueste Forschungsergebnisse Hinweise auf eine Verbindung des Schichtdienstes mit Krebserkrankungen ergeben. Um Schlafstörungen möglichst zu vermeiden, rät die Vizepräsidentin des Verbandes der Betriebs- und Werksärzte, Anette Wahl-Wachendorf, unter anderem einige Details bei der Ernährung zu beachten, so die Mitteilung der „dpa“.

Kaffee und fettreiche Speisen kritisch zu bewerten
Zum Beispiel sollten Beschäftigte im Schichtdienst während der zweiten Hälfte ihrer Nachtschicht keinen Kaffee mehr trinken, empfiehlt die Expertin. Oft hätten die Schichtarbeiter ohnehin Schwierigkeiten nach der Arbeit einzuschlafen und das Koffein halte viele zusätzlich wach, so Wahl-Wachendorf. Des Weiteren sollen Arbeitnehmer im Schichtdienst, die unter Schlafprobleme leiden, laut Aussage der VDBW-Vizepräsidentin besser auf fettreiche Speisen wie beispielsweise Pizza verzichten, da diese schwer im Magen liegen können, berichtet die „dpa“.

Schlafzimmer abdunkeln
Um Schlafstörungen nach der Nachtschicht zu vermeiden, sollte zudem das Schlafzimmer möglichst abgedunkelt sein, da auch Personen, die nicht besonders lichtempfindlich sind, tagsüber sehr viel schlechter schlafen als nachts, erläutert Anette Wahl-Wachendorf in der Mitteilung der „dpa“. Möglichst lichtundurchlässige Jalousien oder Rollos können hier Abhilfe schaffen. Auch sollte auf die richtige Temperatur im Schlafzimmer geachtet werden. Der Expertin zufolge ist hier eine Zimmertemperatur unter 20 Grad angeraten.

Schlafmittel nur nach Absprache mit dem Arzt
Nicht selten greifen Betroffene bei Schlafproblemen zu Schlafmitteln, was unter medizinischen Gesichtspunkten jedoch durchaus kritisch zu bewerten ist. Von einer regelmäßigen Verwendung wird angesichts der drohenden Abhängigkeit und möglicher schwerer Nebenwirkungen dringend abgeraten. Eine gelegentliche Anwendung ist nach Einschätzung von Anette Wahl-Wachendorf jedoch durchaus vertretbar, wenn Berufstätige erhebliche Probleme beim Einschlafen haben, so die Mitteilung der „dpa“. Angesichts der gesundheitlichen Risiken sei vor der Anwendung jedoch in jedem Fall ein Arzt zu konsultieren, erläutert Wahl-Wachendorf weiter. (fp)

Bild: Erich Kasten / pixelio.de