Kinder von überlasteten Müttern häufiger krank

(Bild: Superingo/fotolia.com)
Fabian Peters
Überlastete Mütter haben oft behandlungsbedürftige Kinder
Sind Mütter überlastet, werden nicht nur sie krank, sondern auch ihre Kinder, so die Kernaussage bei der Vorstellung des aktuellen Datenreports des Müttergenesungswerkes (MGW) in Berlin. Viele Kinder, deren Mütter sich 2014 auf einer Kur des MGW befanden, waren demnach ebenfalls behandlungsbedürftig.

Von circa 50.000 teilnehmenden Müttern an den Mutter-Kind-Kurmaßnahmen des Müttergenesungswerkes 2014, litten laut Angaben des MGW „über 80 Prozent unter Erschöpfungszuständen bis hin zum Burn-out.“ Unter den rund 72.000 mitreisenden Kindern hätten zwei Drittel ebenfalls behandlungsbedürftige Beschwerden aufgewiesen. Die Krankheiten der Mütter stehen demnach offensichtlich im Zusammenhang mit den Erkrankungen ihrer Kinder.

(Bild: Superingo/fotolia.com)
Sind die Mütter überlastet und erschöpft, zeigen ihre Kinder ebenfalls vermehrt behandlungsdürftige Beschwerden. (Bild: Superingo/fotolia.com)

Überlastung der Mütter schwächt das Sozialsystem „Familie“
Viele Mütter sind bis heute hauptverantwortlich für die Familienarbeit und befinden sich in „einer permanenten Überlastungssituation mit Zeitstress und hohem Erwartungsdruck“, so die Mitteilung des MGW. Die Bundestagsabgeordnete und Kuratoriumsvorsitzende Dagmar Ziegler erklärte, dass Mütter durch die Vielzahl der Anforderungen und Erwartungen oft stark überlastet seien. „Das ständige Hin und Her zwischen Kindern, Haushalt und Beruf ist zu einem Bermudadreieck für Mütter geworden, in dem ihre eigenen Bedürfnisse verloren gehen, sie werden krank“, so Ziegler weiter. Die Folge sei eine Schwächung des sozialen Systems „Familie“ und damit auch der Kinder.

Viele mitreisende Kinder auf den Kurmaßnahme behandlungsbedürftig
Dies spiegelt sich auch in dem aktuellen Datenreport des MGW wider. Die Krankheiten von Kindern stehen häufig in Verbindung mit belastenden Familiensituationen, wobei neben den Atemwegserkrankungen (26 Prozent) insbesondere die psychische Störungen (23 Prozent) wie beispielsweise Verhaltensauffälligkeiten, emotionale Störungen oder ADHS deutlich zugenommen haben, berichtet das MGW. Von den insgesamt 72.000 mitreisenden Kindern hätten 18 Prozent krankmachende Familiensituationen wie Trennung und Trauer oder auch Gewalterfahrungen erlebt.

Wechselwirkungen zwischen der Gesundheit von Mutter und Kind
„Wir wissen, dass die Behandlungen von Müttern und Kindern Wechselwirkungen vorweisen und einen direkten Bezug zur Gesundheit von Kindern haben“, erläutert die Geschäftsführerin des MGW, Anne Schilling. Hier biete die individuelle Erarbeitung von alltagstauglichen Strategien zur Minimierung krankmachender Faktoren während der Kur und das Nachsorgeangebot den Müttern und Kindern nachhaltige Hilfe, so Schilling weiter. Das ganzheitliche und mütterspezifische Konzept der Kurmaßnahmen des Müttergenesungswerkes berücksichtigte ausdrücklich die Mutter-Kind-Beziehung. (fp)