Krankenkassen-Überschuss geringer

Heilpraxisnet

Weniger Überschuss im ersten Halbjahr. Gewinn der Kassen geht zurück

05.09.2013

Die Überschüsse der gesetzlichen Krankenkassen fielen gegenüber dem letzten Jahr geringer aus als erwartet. Zusätzlich hat der Gesundheitsfond im ersten Halbjahr ein Defizit von knapp zwei Milliarde eingefahren. Obwohl es zu dieser Entwicklung gekommen ist, lagen die Finanzreserven der Krankenkassen bei rund 27,7 Milliarden Euro, wie das Bundesgesundheitsministerium in Berlin mitteilte. Für den Gesundheitsminister Daniel Bahr von der FDP dennoch ein "solides Fundament".

Im ersten Halbjahr 2012 belief sich das Defizit des Gesundheitsfonds auf nur knapp eine halbe Milliarde Euro. Aus dem Fonds erhalten die Krankenkassen ihre Zuweisungen.

Als Grund für das höhere Minus sind die Kürzungen des Steuerzuschuss um 2,5 Milliarden Euro auf nun 11,5 Milliarden ausgemacht worden. Die Abschaffung der Praxisgebühr bewirkte weitere fehlenden Einnahmen."Unterm Strich werden Gesundheitsfonds und Kassen zum Jahresende wieder ein deutliches Plus haben", sagte Florian Lanz, Sprecher des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung. Denn Die Kassen erwarten im weiteren Jahresverlauf eine positive Finanzentwicklung. Durch Einmalzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld für die Arbeitnehmer und höhere Renten werde der Fonds im zweiten Halbjahr mehr Einnahmen als Ausgaben haben.

Im ersten Halbjahr 2013 hat sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum der Überschuss mehr als halbiert, da viele Krankenkassen Prämienzahlungen an ihre Mitglieder überwiesen haben. Demgegenüber stiegen die Ausgaben pro Versichertem stiegen im ersten Halbjahr um 4,6 Prozent. Die Kosten für Arzneimittel stiegen indes nur um 0,3 Prozent. Bei den Ausgaben für Ärzte und Zahnärzte ergab sich ein Plus von zehn Prozent. Ein Grund hierfür sind "Honoraranpassungen" und der Wegfall der Praxisgebühr, die früher mit der Gesamtvergütung für die Ärzte verrechnet wurde.

Bei den Ausgaben für die Gesundheitsförderung und da speziell bei den Prävention und der betrieblichen Gesundheitsvorsorge besteht jedoch Nachholbedarf. Die Ausgaben beliefen sich im ersten Halbjahr für diesen Bereich auf 125 Millionen Euro, was 0,1 Prozent der Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenkassen ausmachte. Laut dem Gesundheitsminister bleiben die Kassen damit weit hinter den nötigen Ausgaben zurück, die für die Stärkung der Gesundheitsförderung nötig sei. (fr)

Advertising

Bild: Thomas Siepmann / pixelio.de