Kribbeln in den Beinen und Doppelbilder sehen: Erste Anzeichen für MS richtig deuten

Multiple Sklerose (MS) kann zwar noch immer nicht geheilt werden, ist aber dank neuer Medikamente immer besser beherrschbar.  Wichtig sind eine frühe Diagnose ein baldiger Therapiebeginn. (Bild: Coloures-pic/fotolia.com)
Alfred Domke
Frühe Diagnose wichtig: Warnzeichen für Multiple Sklerose erkennen
Multiple Sklerose (MS) ist zwar nicht heilbar, doch dank neuer Medikamente immer besser beherrschbar. Wichtig sind hier jedoch eine möglichst frühe Diagnose und ein früher Therapiebeginn. Warnzeichen für Multiple Sklerose sollten daher so schnell wie möglich erkannt werden.

Frauen sind wesentlich häufiger betroffen
Multiple Sklerose (MS) ist Experten zufolge die häufigste chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems in Mitteleuropa, wobei Frauen ungefähr doppelt so häufig betroffen sind wie Männer. Bei Betroffenen kann es – je nach Verlaufform – zu Behinderungen kommen. Die Erkrankung gilt trotz intensiver Forschung noch immer als unheilbar. Doch dank neuer Medikamente ist MS immer besser beherrschbar. Eine frühe Diagnose und Therapie von MS kann die Beschwerden abmildern. Daher ist es wichtig, erste Symptome zu erkennen.

Multiple Sklerose (MS) kann zwar noch immer nicht geheilt werden, ist aber dank neuer Medikamente immer besser beherrschbar. Wichtig sind eine frühe Diagnose ein baldiger Therapiebeginn. (Bild: Coloures-pic/fotolia.com)
Multiple Sklerose (MS) kann zwar noch immer nicht geheilt werden, ist aber dank neuer Medikamente immer besser beherrschbar. Wichtig sind eine frühe Diagnose ein baldiger Therapiebeginn. (Bild: Coloures-pic/fotolia.com)

MS ist im Anfangsstadium schwer zu erkennen
Eine Multiple Sklerose ist zwar im Anfangsstadium schwer zu erkennen, doch mögliche Symptome sollten unbedingt von einem Neurologen abgeklärt werden. Problematisch ist jedoch, dass diese Symptome, je nachdem, welche Areale des Nervensystems die chronische Entzündung betrifft – ganz unterschiedlich ausfallen können. Darauf hat der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) in einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa hingewiesen. Da die Krankheitsverläufe und die Symptome sehr stark variieren können, wird MS oft auch als „Krankheit der 1.000 Gesichter“ bezeichnet.

Multiple Sklerose wird oft beim Augenarzt erkannt
Zu den Frühsymptomen gehören häufig Empfindungen wie Kribbeln und Prickeln in den Armen und Beinen, auch ein Taubheitheitsgefühl am Kopf und Schwäche können schon früh auf die MS hinweisen. Sehstörungen sind weitere mögliche Anzeichen: Experten zufolge sehen Betroffene dann wie durch einen dichten Nebel und manchmal auch in Doppelbildern. Auch plötzlich einsetzende Augenschmerzen, denen wenige Tage später eine Sehverschlechterung folgt, können auf MS hinweisen, wie die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) in einer älteren Mitteilung erklärte. Den Fachleuten zufolge wird Multiple Sklerose oft erstmals beim Augenarzt erkannt. Weitere Warnhinweise sind Schwindel und Übelkeit, wenn der Gleichgewichtssinn betroffen ist. Die ersten Symptome von MS treten oft im Alter zwischen 20 und 40 auf. Die Krankheit ist zwar bislang nicht heilbar, aber behandelbar.

Mögliche spätere Behinderung verzögern
Laut dem BVDN liegt der Fokus der Behandlung darauf, dass die Betroffenen ihre Fähigkeiten verbessern und so gut es geht ihren Alltag weiterhin selbstständig meistern sowie ihren Beruf ausüben. Auch Yoga und Aquafitness lindern MS-Symptome, wie Wissenschaftler vor kurzem im Fachmagazin „Medicine and Science in Sports and Exercise“ berichteten. Demnach nahmen Müdigkeit, Depressivität und Parästhesien nach dreimal wöchentlichen Training deutlich ab. Dem BVDN zufolge könne eine vorbeugende Therapie eine mögliche spätere Behinderung verzögern oder sogar verhindern. Daher sei die frühestmögliche Behandlung so wichtig. Wenn nicht behandelt wird, kann es dazu kommen, dass die Symptome schleichend zunehmen. (ad)

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