Regierung warnt Mekka-Pilger vor Coronavirus

Alfred Domke

Saudische Regierung warnt Mekka-Pilger vor Coronavirus

14.07.2013

Millionen Muslime pilgern jedes Jahr nach Mekka in Saudi-Arabien. Das saudische Gesundheitsministerium warnt in diesem Jahr vor dem gefährlichen Coronavirus und ruft vor allem alte Menschen, Schwangere, Kinder und Menschen mit chronischen Erkrankungen dazu auf, den Hadsch auf ein anderes Jahr zu verschieben.

Vor allem in der arabischen Region
Nach jüngsten Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) starben an dem seit Sommer 2012 bekannten neuartigen Coronavirus bislang 45 Menschen. Insgesamt wurden bislang weltweit 81 Krankheitsfälle registriert, der Großteil davon in Saudi-Arabien, wo es im Juni 2012 auch zum ersten Todesfall kam. Aus Jordanien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden weitere Infektionen gemeldet und über Patienten aus dieser Region kam es auch zu einem Weitertragen der Infektion in andere Staaten. Laut dem Robert Koch-Institut gab es in Deutschland bisher zwei Fälle, einer davon verlief tödlich. Auch in anderen europäischen Ländern, wie etwa in Frankreich, wurde das Coronavirus nachgewiesen.

Gefahr für die ganze Welt
Der Erreger MERS-CoV (Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus), der mit dem SARS-Virus verwandt ist, löst grippeähnliche Symptome aus und könne zu Nierenversagen und schweren Lungenentzündungen führen. Von der WHO wird das Virus als „Gefahr für die ganze Welt“ eingeschätzt. Bislang ist weder die ursprüngliche Infektionsquelle geklärt, noch wie es übertragen wird. Man kann jedoch aus den bisherigen Infektionsfällen schließen, dass das neuartige Coronavirus auch von Mensch zu Mensch weitergegeben werden kann.

Weitere Impfungen empfohlen
Die islamische Pilgerfahrt nach Mekka, der Hadsch, gehört neben dem Fasten im Ramadan zu den sogenannten fünf Säulen des Islam und führt Jahr für Jahr Millionen nach Saudi-Arabien. Mekka-Pilgern wird angeraten, sich gegen Meningitis impfen zu lassen und dies bei der Einreise auch nachzuweisen. Darüber hinaus werden Impfungen gegen Grippe und Polio empfohlen. Die Gläubigen sind während der Pilgerreise im Oktober angehalten, sich regelmäßig die Hände mit Seife zu waschen und beim Husten und Niesen ein Taschentuch zu benutzen. Kommt es zu einem Massenandrang, wird zu einem Mundschutz geraten. (ad)

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Bild: Cornelia Menichelli / pixelio.de