Rollenspiele können bei Schüchternheit helfen und Eigenständigkeit fördern

Rollenspiele fördert Kinder. Bild: wildworx - fotolia
Sebastian
„Mama, das trau ich mich nicht alleine“: Wenn Kinder zum ersten Mal etwas selbstständig erledigen sollen, reagieren sie häufig sehr schüchtern.Vor allem, wenn der Sohn oder die Tochter ohnehin schon eher still und zurückhaltend ist, kann z.B. der erste eigenständige Einkauf beim Bäcker eine große Herausforderung werden. Eltern können aber mithilfe von kleinen Rollenspielen Unterstützung bieten.
Kinder immer wieder zu Eigenständigkeit ermutigen
Viele Eltern kennen das Szenario: Eben noch wollte der Sohn unbedingt das erste Mal allein sein Eis bestellen – doch als der Verkäufer ihn anspricht, versteckt er sich schüchtern hinter seiner Mutter und bekommt kein Wort heraus. Das ist natürlich kein Beinbruch, denn aller Anfang ist schwer und gerade für ruhigere, zurückhaltende Kinder sind solche ersten eigenständigen Schritte oft sehr schwer. Daher sei es wichtig, dass Eltern ihre Kinder immer wieder stärken und ermutigen, so Ulric Ritzer-Sachs von der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) im Gespräch mit der Nachrichtenagentur „dpa“.

Rollenspiele fördert Kinder. Bild: wildworx - fotolia
Rollenspiele fördert Kinder. Bild: wildworx – fotolia

Schüchternheit ist kein Makel
Reagiert das Kind in einer bestimmten Situation schüchtern oder ängstlich, könnten Eltern Mut machen, indem sie z.B. sagen „Es gibt viele Sachen, die du schon gut kannst. Dann schaffst du das auch“, rät der Experte. Generell sollte die Schüchternheit aber nicht zum Problem gemacht werden, denn es handele sich ja nicht um einen Makel, gibt Ritzer-Sachs zu bedenken. „Es ist gut und wichtig, dass manche Kinder auch zurückhaltend sind.“

Spielerisch Ängste abbauen
Helfen kann es auch, wenn Eltern bislang unbekannte Situationen mit ihren Kindern vorher in kleinen Rollenspiele durchgehen. Ist z.B. ein Einkauf auf dem Markt geplant, kann das Szenario spielerisch „geprobt“ werden, indem der Vater den Verkäufer und das Kind den Kunden mimt. Auf diese Weise kann sich das Kind in aller Ruhe ausprobieren und mithilfe der Eltern Fragen wie „Was sage ich zu dem Verkäufer?“, „Wie wird der Verkäufer reagieren?“ durchgehen. Das Rollenspiel helfe jedoch nicht nur, um den ersten selbständigen Einkauf zu üben. „Das lässt sich durch alles Mögliche ersetzen. Zum Beispiel bei Freunden zu Hause anrufen oder ein Ticket im Bus kaufen“, so der Experte. (nr)

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