Schlaganfall: Blutdruck messen an beiden Armen

Nina Reese

Bei unterschiedlich hohen Werten sofort zum Arzt

07.05.2013

Wer ein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall hat, sollte stets an beiden Armen seinen Blutdruck messen und sofern sich die Werte dabei unterscheiden, umgehend einen Arzt aufsuchen, so die Empfehlung von Norbert Smetak vom Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK) in München gegenüber der Nachrichtenagentur "dpa". Demnach habe eine aktuelle Studie der Universität Seoul gezeigt, dass das Risiko, an einer Herzkrankheit zu sterben steigt, sobald eine Differenz der beiden (unteren) Werte von zehn Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) besteht – denn dies zeige nach Norbert Smetak an, dass auf der Körperseite mit dem geringeren Wert eine Arterienschädigung vorliege.

Abweichungen beider Blutdruck-Werte können Verhärtungen der Arterien zur Folge haben
Beim Messen des Blutdrucks werden normalerweise zwei Werte angegeben (z.B. 120:80), die auch als „systolischer“ (oberer) und „diastolischer“ (unterer) Blutdruck bezeichnet werden. Doch was ist damit eigentlich gemeint? Wenn das Herz Blut durch den Körper pumpt, geschieht dies nicht gleichförmig, sondern eher wellenartig, d.h., sobald sich die linke Herzkammer zusammenzieht, wird das Blut stoßweise in die Hauptschlagader (Aorta) gepumpt, wodurch der Blutdruck in den Gefäßen für einen kurzen Zeitraum ansteigt – der bei diesem Vorgang maximal erreichte Druck wird dabei als „systolischer“ oder auch „oberer“ Blutdruck bezeichnet.

Nach dem Zusammenziehen folgt die Entspannung des Herzmuskels, denn für den nächsten Pumpvorgang muss sich in der Herzkammer erst einmal wieder Blut ansammeln. Da während des Entspannungs-Zustands kein Blut in die Aorta gepumpt wird, sinkt der Druck in den Gefäßen wieder – der dabei erreichte niedrigste Wert wird daher als „diastolischer“ (Diastole: griechisch = die Ausdehnung) bzw. „unterer“ Blutdruck bezeichnet.

Generell könnten laut Smetak Abweichungen bei beiden Werten zur Folge haben, dass sich die Arterien – also die Blutgefäße, die das Blut vom Herzen wegführen – verhärten, wodurch das Blut nicht mehr ungehindert fließen könne und Gefäße im gesamten Körper beschädigt werden können. Dabei könnten laut dem Experten bei einem erhöhten diastolischen Blutdruck Angina pectoris und Herzinfarkte mögliche Folgen sein, durch einen dauerhaft erhöhten systolischen Blutdruck könne es unter anderem zu Nierenschäden und Schlaganfällen kommen.

Durch beidseitige Blutdruck-Messung schneller Risiken erkennen
Die beidseitige Messung habe laut Smetak noch einen weiteren Vorteil: Da Patienten mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko in vielen Fällen auch eine stärker versteifte Halsschlagader sowie eine größere linke Herzkammer hätten als gesunde Personen, könnten auf diesem Wege schneller Risiken erkannt und Behandlungsmaßnahmen getroffen werden. (nr)

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Bild: Rainer Sturm / pixelio.de