Schlampige Männer: Viele Keime in Männerbüros

Fabian Peters

Bakterienbelastung in Männerbüros deutlich höher

31.05.2012

Die allgemeine Keimbelastung ist in Männerbüros deutlich höher als in den Büros von Frauen Forscher des Instituts für Biologie an der San Diego State University in Kalifornien und der Universität von Arizona in Tucson haben bei der Untersuchung von 90 Büros auf den Arbeitsplätzen der Männer deutlich mehr Mikroben nachgewiesen als auf denen der Frauen.

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Die Männer seien generell weniger auf ihre Hygiene bedacht, aber auch ihre Körpergröße spiele bei der erhöhten Bakterienbelastung eine Rolle, schreiben die Wissenschaftler um Studienleiter Scott Kelley und Krissi Hewitt von der San Diego State University in dem Fachmagazin „PloS ONE“. Den Forschern zufolge sind „Männer dafür bekannt, seltener ihre Hände zu waschen und ihre Zähne zu putzen als Frauen.“ Hinzu komme die durchschnittlich größere Oberfläche der Haut sowie der Nasen-und Mundhöhle „und somit einen verhältnismäßig größere Oberfläche für die bakterielle Besiedelung“, erklärten Kelley und Kollegen die erhöhte Keimbelastung in den Männerbüros.

Die Männer seien generell weniger auf ihre Hygiene bedacht, aber auch ihre Körpergröße spiele bei der erhöhten Bakterienbelastung eine Rolle, schreiben die Wissenschaftler um Studienleiter Scott Kelley und Krissi Hewitt von der San Diego State University in dem Fachmagazin „PloS ONE“. Den Forschern zufolge sind „Männer dafür bekannt, seltener ihre Hände zu waschen und ihre Zähne zu putzen als Frauen.“ Hinzu komme die durchschnittlich größere Oberfläche der Haut sowie der Nasen-und Mundhöhle „und somit einen verhältnismäßig größere Oberfläche für die bakterielle Besiedelung“, erklärten Kelley und Kollegen die erhöhte Keimbelastung in den Männerbüros.

Telefone und Stühle am stärksten mit Bakterien belastet
„Die Menschen in den entwickelten Ländern verbringen rund 90 Prozent ihres Lebens in Innenräumen, dennoch wissen wir wenig über die Herkunft und die Vielfalt der Mikroben in der bebauten Umgebungen“, begründeten die US-Wissenschaftler ihre aktuellen Untersuchung. Im Rahmen ihrer Studie haben sie die Bakterienbelastung in 90 Büros in drei US-Städten untersucht. Die Forscher nahmen mit einem sterilen Wattestäbchen Proben von der Oberfläche der Stühle, Telefone, Computer-Mäuse, PC-Tastaturen und Schreibtische aus jeweils 30 Büros in New York, San Francisco und Tucson. Dabei konnten sowohl in Bezug auf die einzelnen Oberflächen als auch in Bezug auf das Geschlecht der ansässigen Beschäftigen deutlich Unterschiede in der Keimbelastung festgestellt werden. Am stärksten belastet waren Stühle und Telefonhörer, während die Keimbelastung auf den Computer-Mäusen, Tastaturen und der Schreibtischoberfläche deutlich geringer ausfiel. In Bezug auf das Geschlecht, waren die Mikroben bei den Männerbüros deutlich verbreiteter als in den Büros der Frauen. Außerdem wiesen die Forscher leichte Abweichungen der Keimbelastung in Bezug auf die einzelnen Städte nach, welche ihrer Ansicht nach jedoch nur schwer interpretierbar sind. Anders ist die Situation bei den geschlechtsspezifischen Unterschieden. Hier sehen die Forscher einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Bakterienbelastung am Arbeitsplatz und dem Hygieneverhalten sowie der Körpergröße der Männer.

Über 500 unterschiedliche Bakterienarten nachgewiesen
Insgesamt zeigten sich in den Proben der Frauen- und Männerbüros zwar die „gleichen Arten von Bakterien in ähnlichen Proportionen“, doch die Anzahl war auf den Arbeitsstätten der Männer deutlich höher, berichten die US-Forscher. Gefunden wurden über 500 verschiedene Bakterienarten, wobei die meisten jedoch kein signifikantes Gesundheitsrisiko mit sich bringen. Allerdings entdeckten die Wissenschaftler nach eigenen Angaben „auch eine überraschend hohe Anzahl von Keimen, die aus dem menschlichen Verdauungstrakt stammen", was auf die schlechte Hygiene der Bürobeschäftigten schließen lasse. Zudem wurden einige Keime entdeckt, die beim Menschen Infektionskrankheiten auslösen können. Wirklich gefährlich seien die meisten dieser Erreger jedoch nur für Personen deren Immunsystem bereits geschwächt ist, so die Aussage von Kelley und Kollegen.

Bakterien aus heißen Quellen im Büro?
Neben den erwarteten Bakterien entdeckten die Forscher auch einige Bodenmikroben, deren Vorkommen in heißen Quellen und anderen extrem warmen Umgebungen bekannt war. Zwar sei es „auf den ersten Blick ziemlich seltsam, diese Arten in Bürogebäuden zu finden", doch die entsprechenden Bakterien wurden auch schon in anderen Innenräumen nachgewiesen, berichten die US-Forscher. Der Nachweis verdeutliche nur, „wie gut diese widerstandsfähigen Organismen überleben und sich verbreiten können“, so Kelley und Kollegen weiter. Während die Menschen bei diesen eher seltenen Bakterien vermutlich nicht die Quelle der Keimbelastung waren, ist ein Großteil der bakteriellen Kontamination im Büro durch die Beschäftigten selbst bedingt. Die meisten der gefundenen Bakterien „bewohnen die menschliche Haut, die Mund- oder Nasenhöhlen“, so die Aussage der US-Forscher.

Bestimmung „gesunder“ Bürogebäude
„Die Mitglieder der Proteobakterien waren am häufigsten auf allen Oberflächen, gefolgt von Firmicutes, Actinobacteria und Bacteroidetes; zusammengenommen entfielen auf diese Gruppe fast 90 Prozent der Sequenzen“, schreiben Kelley und Kollegen. Zu den nachgewiesenen Bakteriengattungen, die als potenzielle Krankheitserreger gelten, zählen zum Beispiel Streptokokken, Staphylokokken und Shigellen. Da „wir Menschen immer mehr Zeit in geschlossenen Räumen“ verbringen, sollten wir wissen welche Keimbelastung uns dort erwartet, erläuterten die US-Forscher. Die gesammelten Informationen zur mikrobiellen Vielfalt in den Bürogebäuden könnten hier helfen, nominell „gesunde“ Gebäude zu identifizieren und in den „kranken“ Bürogebäude mögliche mikrobielle Ursachen zu bestimmen, wodurch Erkrankungen bei den Beschäftigten vermieden werden könnten, so das Fazit der US-Forscher in dem Artikel „Bakterielle Fülle und Vielfalt bei Büroflächen in drei großstädtischen Ballungsgebiete“. (fp)

Bild: Cornelia Menichelli / pixelio.de