Schnell handeln bei berufsbedingter Allergie

Fabian Peters

Berufsbedingte Allergien frühzeitig untersuchen und entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten

10.06.2013

Nicht selten führt eine berufsbedingte Allergie zur Arbeitsunfähigkeit der Betroffenen und sie können ihrer ursprüngliche Beschäftigung nicht länger ausüben. Bei ersten Warnzeichen wie regelmäßigem Schnupfen, Husten, juckenden Augen oder Hautirritationen, die am Wochenende beziehungsweise während der arbeitsfreien Zeiträume verschwinden, sollte laut Angaben des Verbandes deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) dringend eine Überprüfung erfolgen und im Zweifelsfall mit entsprechenden Schutzmaßnahmen reagiert werden.

Dem Verband deutscher Betriebs- und Werksärzte zufolge leidet „jeder siebte Deutsche an einer berufsbedingten Allergie.“ In vielen Berufen seien die Beschäftigten ständig allergieauslösenden Substanzen ausgesetzt und entsprechend hoch liege das Risiko einer berufsbedingten Allergie, die letztendlich auch zur Berufsunfähigkeit der Betroffenen führen könne. „Oft wissen die Betroffenen gar nicht, dass und auf welche Stoffe in ihrem Arbeitsumfeld sie allergisch reagieren“, berichtet der VDBW. Den Experten zufolge werden die Allergene in den meisten Fällen über die Haut aufgenommen, wobei „ein erhöhtes Risiko in praktisch allen Berufen besteht, in denen man viel mit Wasser, Chemikalien, Lebensmitteln, Schmutz, Staub, Pflanzen oder Tieren in Berührung kommt“, erläuterte Dr. Wolfgang Panter, Präsident des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte. Grundsätzliche bestehe jedoch die Möglichkeit sich „gegen alle Stoffe zu schützen – man muss die Schutzmaßnahmen nur richtig anwenden.“

Schutzkleidung gegen berufsbedingte Allergien
In vielen Fällen reichen dem VDBW-Präsidenten zufolge schon die richtigen Schutzhandschuhe aus, um allergische Reaktionen bei den Beschäftigten zu vermeiden. Wichtig sei es nur, dass bei Verdacht auf eine Allergie umgehend gehandelt wird. Mit Hilfe des Betriebsarztes können anschließen entsprechende Schutzvorkehrungen getroffen werden, um „den Arbeitsplatz und darüber hinaus die Berufstätigkeit der Mitarbeiter zu erhalten“, erläuterte Dr. Panter. Individuelle angepasste Strategien zur Meidung der Allergene sind hier ein vielversprechender Ansatz. Entsprechende Schutzkleidung und bestimmte Hautpflegeprodukte könne in diesem Sinne eingesetzt werden, aber auch eine vollständige Umstrukturierung des Arbeitsplatzes ist denkbar.

Kontaktekzeme und Asthma durch Allergene am Arbeitsplatz
Die häufigsten Formen der berufsbedingten Allergien sind laut Angaben des VDBW allergische Kontaktekzeme und Asthma. Während die Kontaktekzeme häufig als juckender Hautausschlag in Erscheinung treten, äußert sich Asthma vor allem in regelmäßigem Husten und gelegentlicher Atemnot. Berufsbedingtes Asthma wird dabei meist in Verbindung mit belastetem Staub im Arbeitsumfeld gebracht, während die Kontaktekzeme auf äußere Reizungen durch schädigende Substanzen zurückgehen. Hier wird vom VDBW zu Beispiel der vermehrt Einsatz von Epoxidharzen in der Baubranche äußerst kritisch bewertet, da diese Substanzen bereits bei geringem Hautkontakt massive Ekzeme verursachen können. Zur Vermeidung empfehle sich ein gemeinsam mit den Hautärzten entwickeltes mehrstufiges Konzept, das die Betroffenen „mit medizinischer Betreuung und persönlicher Beratung im Arbeitsalltag unterstützt“, berichtet der VDBW. Auch würden von einigen Unfallversicherungsträgern spezielle Seminare angeboten, in denen Betroffene lernen, ihre Beschwerden am Arbeitsplatz in den Griff zu bekommen, erläutertet der VDBW-Präsident Dr. Panter. (fp)

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