Steigender Alkoholtourismus aus den Niederlanden

Alfred Domke

Mindestalter für Alkohol-Abgabe steigt: Steigt der Alkoholtourismus?

27.12.2013

In den Niederlanden steigt mit dem neuen Jahr das Mindestalter für die Abgabe von Alkohol auf 18 Jahre. In Deutschland bleibt die Altersgrenze bei 16 Jahren. Laut Experten könne dies zu einem steigenden Alkoholtourismus führen.

Problem des Drogentourismus könnte sich umkehren
Bislang war ein Drogentourismus in der deutsch-niederländischen Grenzregion eher dafür bekannt, dass Bundesbürger jenseits der Grenze am Konsum von Haschisch und Marihuana interessiert waren. Demnächst könnte sich das Problem jedoch umkehren und sich die Situation einstellen, dass niederländische Jugendliche verstärkt nach Deutschland kommen, um hier dem Alkoholkonsum zu frönen, denn in den Niederlanden steigt ab dem ersten Januar 2014 das Mindestalter für die Abgabe von Alkohol auf 18 Jahre.

Neue Regelung ab 1. Januar
Die neue Regelung werde auch Getränke wie Bier und Wein betreffen, die bislang von Jugendlichen ab 16 gekauft und konsumiert werden durften. In Deutschland bleibt es bei der Altersgrenze von 16 Jahren. Daher könnten Discos und Gaststätten diesseits der Grenze, vor allem in der Grenzregion, für feierfreudige Jugendliche aus Holland besonders attraktiv werden. Die Arbeitsgruppe „Öffentliche Sicherheit und Ordnung“ der Euregio (deutsch-niederländischer Kommunalverband) schätzt daher, dass das neue Gesetz zu einem Alkoholtourismus führen könne.

Probleme vorprogrammiert
Dadurch seien für die deutschen Grenzkommunen Probleme vorprogrammiert. Dies nicht, weil es sich um niederländische Teenager handelt, sondern vielmehr, weil sich damit die Zahl alkoholkonsumierender junger Menschen in der Region insgesamt erhöhe und diese möglicherweise über die Stränge schlagen könnten.

Entwicklung einige Monate beobachten
Im niederländischen Süden haben geschäftstüchtige Unternehmer bereits angekündigt, trinkfreudige junge Landsleute an Wochenenden ins benachbarte Bierland Belgien transportieren zu wollen. Auch entlang der niederländisch-deutschen Grenze könnte sich ein solches Konzept als profitabel erweisen. Noch will die Euregio nicht vom Schlimmsten ausgehen. Erst einmal soll die Entwicklung einige Monate beobachtet und dann gegebenenfalls ein Treffen von Fachleuten in den Grenzkommunen organisiert werden.

Disco-Shuttle-Busse
Das nun befürchtete Problem ist vergleichbar mit dem von Anfang des Jahres. Nachdem am ersten Januar 2013 die Steuer auf Bier in Holland gestiegen war, machten sich mehr und mehr Niederländer auf den Weg zum Biereinkauf nach Deutschland. Die Erhöhung führte auch damals dazu, dass Geschäftsleute an Wochenenden regelrechte Disco-Shuttle-Busse in ihr Programm mit aufnahmen. (ad)

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