Stetig zunehmende Depressionen sind oft frühe Vorboten einer Demenz

Nehmen die Symptome einer Depression deutlich zu, kann dies Vorbote einer Demenz sein. (Bild: Monkey Business/fotolia.com)
Fabian Peters
Verstärkte Depressionssymptome können auf ein drohende Demenz hinweisen
In früheren Studien wurden bereits mehrfach Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Depressionen und dem Risiko einer späteren Demenz festgestellt. Niederländische Forscher haben in einer aktuellen Untersuchung nun nachgewiesen, dass der Verlauf einer Depression maßgeblichen Einfluss darauf hat, ob das Demenz-Risiko der Betroffenen steigt. Eine Verschlechterung im Krankheitsverlauf könne eine Vorbote einer drohenden Demenz sein, berichten die Forscher. Ihre Studienergebnisse haben sie in dem Fachmagazin „The Lancet Psychiatry“ veröffentlicht.

Der Zusammenhang zwischen Depressionen und dem Risiko einer Demenz wurde laut Aussage der Forscher in früheren Studien vielfach untersucht, wobei allerdings der Krankheitsverlauf keine Berücksichtigung gefunden habe. Das Forscherteam um Dr. M. Arfan Ikram vom Erasmus Medical Center in Rotterdam ist daher in seiner aktuellen Untersuchung der Frage nachgegangen, inwiefern das Risiko der Demenz sich bei verschiedenen Verläufen einer Depression unterscheidet. Ihren Ergebnissen zufolge ist das höhere Risiko einer Demenz vor allem bei einer deutlichen Zunahme der depressiven Symptome festzustellen.

Nehmen die Symptome einer Depression deutlich zu, kann dies Vorbote einer Demenz sein. (Bild: Monkey Business/fotolia.com)
Nehmen die Symptome einer Depression deutlich zu, kann dies Vorbote einer Demenz sein. (Bild: Monkey Business/fotolia.com)

Daten von 3.325 Personen ausgewertet
Für ihre Studie nutzten die Forscher die Daten aus der sogenannten Rotterdam-Studie, welche seit 1990 läuft und die medizinischen Daten von tausenden Erwachsenen im Alter über 55 Jahren regelmäßig erfasst. Die Wissenschaftler widmeten sich den Daten von 3.325 Personen, die keine Anzeichen einer Demenz aufwiesen, jedoch bei mindestens einer Prüfung Symptome einer Depression zeigten. Die Daten stammten aus den Jahren 1993 bis 2004. Die Wissenschaftler unterteilten die Probanden in fünf Gruppen mit unterschiedlichem Verlauf der depressiven Symptome: Anhaltend geringe Symptome einer Depression; anfänglich starke Symptome, die sich im Verlauf verringerten; niedrige Anfangssymptome, die im weiteren Verlauf remittierten (nachlassen und wiederkehren); niedrige Anfangssymptome, die dann stetig zugenommen haben; hohe Anfangssymptome, die anhaltend hoch blieben. Während der ausgewerteten 26.330 Personenjahre entwickelte laut Aussage der Forscher 434 Probanden eine Demenz.

Verlauf der Depression entscheidend für das Demenz-Risiko
Die genauere Auswertung der einzelnen Gruppen machte deutlich, dass nur bei einem Verlauf mit Erhöhung der depressiven Symptomen ein höheres Risiko von Demenz festzustellen war, berichten die niederländischen Forscher. Das Risiko der Demenz habe sich bei den verschiedenen Verläufen der Depression insgesamt deutlich unterschieden. Diese Verläufe lassen sich nicht durch eine einmalige Beurteilung der depressiven Symptomen erfassen, betonen die Forscher. Jedoch sei eine Zunahme der Beschwerden bei der Verlaufskontrolle als relativ verlässlicher Vorbote einer drohenden Demenzerkrankung zu bewerten. Weitere Untersuchungen seien nun erforderlich, um den Zusammenhang zwischen dem Verlauf einer Depression und dem Demenz-Risiko zu entschlüsseln. (fp)

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