Stress durch Antibiotika-Nebenwirkungen

Heilpraxisnet

Studie: Antibiotika-Nebenwirkungen: Ausgelöst durch oxidativen Stress

28.08.2013

Antibiotika in der Langzeitanwendung können zu schweren Nebenwirkungen führen. Forscher aus Boston haben nun die Gründe gefunden. Studien berichten von schweren Nebeneffekten einer Langzeit-Antibiotika-Therapie wie Sehnenscheidenentzündungen, Innenohrprobleme und Hörverlust, Durchfall, eine gestörte Nierenfunktion. Die Forscher vermuten, dass diese Nebenwirkungen auftreten, wenn verabreichte Antibiotika oxidativen Stress auslösen. Dieser schädige die DNA, Proteine und Lipide in menschlichen Zellen, so die Wissenschaftler.

Nebenwirkungen durch oxidativen Stress?
Die Wissenschaftler hatten bereits entdeckt, dass Antibiotika Bakterien töten, indem sie in ihnen oxidativen Stress auslösen. Nun wollten sie wissen, ob die Nebenwirkungen der Antibiotika-Langzeittherapie auch durch den oxidativen Stress in den menschlichen Mitochondrien ausgelöst werden.

Fehlfunktion der Mitochondrien
Dazu untersuchten sie, ob klinische Konzentrationen der Antibiotika Ciprofloxacin, Ampicillin und Kanamycin jeweils oxidativen Stress in menschlichen Zellkulturen verursachen. Nach etwa vier Tagen Dauerbehandlung konnten die Forscher eine Fehlfunktion in den Mitochondrien der Zellen feststellen. Alle drei Antibiotika schädigten sowohl die DNA, als auch die Proteine und Lipide der Zellen – Schäden wie sie bei oxidative Stress auftreten.

Verminderter Glutathion-Level: Oxidativer Stress
Tierversuche in Mäusen bestätigten die Ergebnisse. Außerdem fanden die Forscher bei den Mäusen verminderte Glutathion-Level – ein weiterer Hinweis für oxidativen Stress.

Lösungsvorschlag: Ein Antioxidans
Vermeiden ließe sich der Zellstress mit Hilfe von bakteriostatischen Antibiotika wie beispielsweise Tetracyclin. Diese töten Bakterien zwar nicht ab, verhindern aber, dass sie sich weiter vermehren. Die Wissenschaftler fanden aber auch heraus, dass bereits vorhandener oxidativer Stress mit Hilfe eines zugelassenen Antioxidans namens N-Acetylcystein (NAC) abmildern läßt. Hier finden Sie die Originalpublikation. (pm)

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Bild: Andrea Damm / pixelio.de