Tester: Billige Sonnenschutzmittel in vielen Fällen besser

Sebastian

Stiftung Warentest gibt Empfehlungen für gute Sonnenmilch 

Sommer, Sonne, Strand und Meer: Gerade im Urlaub ist es unverzichtbar, auf einen ausreichenden Sonnenschutz zu achten, um keinen Sonnenbrand zu riskieren. Dementsprechend wichtig ist es, ein zuverlässiges Mittel im Gepäck zu haben. Stiftung Warentest hat aktuell 19 Produkte getestet und kam dabei zu einem überwiegend guten Ergebnis. Zwei der teuersten Produkte konnten jedoch nicht überzeugen und schnitten im Test mit „mangelhaft“ ab.

Großes Angebot stellt viele Verbraucher vor die Qual der Wahl
Bei sonnigem Wetter ist ein guter Sonnenschutz besonders wichtig, um die empfindliche Haut vor Sonnenbrand, Hautalterung und Hautkrebs zu schützen. Das Angebot an Sprays und Cremes in den unterschiedlichsten Preiskategorien ist groß und sorgt dementsprechend bei vielen Verbrauchern für Unsicherheit. „Welches Produkt schützt meine Haut am besten?“ Diese Frage hat sich auch die Stiftung Warentest gestellt und aktuell19 Mittel mit Faktor 30 und 50 in verschiedenen Anwendungsformen getestet. Denn die Aufgabe des Sonnenschutzes sei nicht nur der Schutz vor UV-Strahlung, stattdessen solle er sich zudem „gut verteilen lassen und nicht als weißer Film an Beinen, Bauch oder Nasenspitze haften“, so die Stiftung.

Sonnenschutzcreme muss nicht unbedingt teuer sein. Bei einem Test der Stiftung Warentest schnitten die Günstigen gut ab. (Bild: Nobilior - fotolia)
Sonnenschutzcreme muss nicht unbedingt teuer sein. Bei einem Test der Stiftung Warentest schnitten die Günstigen gut ab. (Bild: Nobilior – fotolia)

Sprays aus der Aerosoldose lasen sich besonders leicht verteilen
Diesem Anspruch wurden laut den Testern vor allem die Sprays aus der Aerosoldose gerecht, da sie sich besonders gut auftragen ließen und auch kopfüber anwendet werden können. Hier sei jedoch zu beachten, dass die Behälter unter Druck stehen und dementsprechend nicht bei starker Hitze verwendet werden dürfen. Zudem sollten Verbraucher die Aerosol-Produkte besser nicht direkt ins Gesicht sprühen, um zu verhindern, dass der feine Nebel in die Atemwege gelangt. Stattdessen empfehlen die Tester, das Mittel zuerst in die Hände zu geben und dann sorgfältig auf Wangen, Nase, Stirn und Ohren zu verteilen.

Auch die Mittel aus der Pumpflasche ließen sich laut Stiftung Warentest in den meisten Fällen gut verteilen, was vor allem für transparente Sprays und Lotionen mit feinerem Sprühkopf galt. Für Kinder erwies sich in Hinblick auf die Anwendungsform hingegen die klassische Sonnencreme aus der Tube als besonders geeignet. Denn diese stelle keine Gefahr für die Atemwege dar, zudem könne sie nicht versehentlich in die Augen gesprüht werden, so die Tester weiter. Cremes belegten auch in Hinblick auf den Schutz die besten Plätze. Spitzenreiter war hier das Produkt „Douglas Sun“ (13 Euro), wobei dicht dahinter bereits die deutlich günstigeren Produkte von Lidl

(„Cien Sun Classic“ für 2,89 Euro) und Penny bzw. Rewe („Today Sun“ für 2,49 Euro) folgten. Alle drei Produkte hatten dabei mit LSF 30 zuverlässig geschützt und laut den Testern für eine ausreichende Feuchtigkeitsversorgung der Haut gesorgt.

Zwei der teuersten Produkte schneiden mit „mangelhaft“ ab
Unter den griffigen Pumpsprühflaschen erreichte „Nivea sun“ (11 Euro) mit Faktor 30 das beste Ergebnis. Ebenso bekamen das kühlende Spray von „Nivea sun Protect & Refresh“ (13 Euro) sowie das „Eucerin Sun Spray Transparent“ (20,40 Euro) mit jeweils Faktor 50 von der Stiftung ein „gut“. Verlierer der Untersuchung waren hingegen gerade zwei der teureren Angebote. Wie die Stiftung berichtet, stimmte demnach bei der „Eco Sonnenlotion für sensible Haut“ (19,90 Euro) das Verhältnis zwischen dem UVB- und UVA-Schutz nicht, wodurch ein zuverlässiger Schutz nicht zu 100% garantiert werden könne. Das zweite „mangelhaft“ bekam die „Tiroler Nussöl Sonnenmilch original“ (22,90 Euro), da sich in dem Nussöl zu viele Keime befanden.

Hausmittel bei Sonnenbrand bieten natürliche Hilfe
Doch auch bei den zuverlässigsten Mitteln sollte immer bedacht werden, dass diese nicht unbegrenzt vor der Sonne schützen. Dementsprechend empfehlen Hautärzte immer wieder, vor allem die direkte Mittagssonne zu vermeiden und ansonsten auf einen möglichst hohen Lichtschutzfaktor zu achten. Zudem sollte bei der Verwendung immer großzügig vorgegangen und darauf geachtet werden, dass alle Körperteile ausreichend eingecremt sind. Ebenso ist regelmäßiges Nachtcremen wichtig, vor allem, wenn gebadet wurde. Ist es dennoch einmal zu spät, können bewährte Hausmittel bei Sonnenbrand eine gute Erste-Hilfe-Maßnahme leisten. Wohltuend wirken hier zum Beispiel Quarkwickel oder in Schwarztee getränkte Tücher, die auf die betroffenen Stellen gelegt werden. Auch Gurkenscheiben eignen sich gut, da sie einen kühlenden Effekt haben, ebenso kommen unter anderem Aloe und Eichenrinde als Heilpflanzen in Betracht. (nr)

Advertising