US-Wissenschaftler züchten menschliches Gehirn im Labor

Fabian Peters
Erbsengroßes Gehirn soll bei Erforschung von Krankheiten und Medikamenten helfen
Forscher der Ohio State University züchteten ein erbsengroßes, fast vollständiges menschliches Gehirn im Labor. Es soll der Erforschung neurologischer Krankheiten wie Alzheimer und sowie dem Testen neuer Medikamente dienen. Dem leitenden Wissenschaftler Prof. Rene Anand zufolge habe das Organ den Reifegrad eines fünf Wochen alten Embryonalgehirns.

Gehirn aus dem Labor soll die Erforschung neuer Therapien erleichtern. (Bild: Sergey Nivens/fotolia.com)
Gehirn aus dem Labor soll die Erforschung neuer Therapien erleichtern. (Bild: Sergey Nivens/fotolia.com)

Menschliches Gehirn aus dem Labor zur Erforschung von Therapien gegen neurologische Krankheiten
„Es sieht nicht nur aus wie das sich entwickelnde Gehirn“, wird Anand in einer Mitteilung der Universität zitiert. Es enthalte abgesehen von Blutgefäßen auch alle Zelltypen und Gene des menschlichen Gehirns. Zudem seien die wichtigen Hirnregionen ausgebildet. Dabei entspreche seine Größe etwa der einer Erbse.

„Wir haben lange Zeit versucht, komplexe Probleme bei Gehirnerkrankungen zu lösen, die enorme Schmerzen und Leiden verursachen. Die Stärke dieses Gehirn-Modells verheißt Gutes für die menschliche Gesundheit, weil es uns bessere und relevantere Optionen gibt, Therapeutika zu testen und zu entwickeln“, so Anand. So könnte es im Rahmen von Studien zu Alzheimer, Parkinson und Autismus einen wesentlichen Beitrag leisten.

Erstmals vorgestellt wurde das gezüchtete Gehirn am Dienstag im Rahmen des „Military Health System Research Symposium“ in Fort Lauderdale in Florida. (ag)