Venen: Blut abnehmen ist nicht immer und überall sicher

Fabian Peters
Eine Blutabnahme verläuft nicht bei jedem gleich. Während der eine Sätze hört wie „Oh, was für schöne Venen. Die springen mir ja fast entgegen“, erleben andere Patienten wiederum eine hektisch werdende Arzthelferin, die keine passende Vene zum Punktieren findet. Doch das ist ganz normal, denn wie andere Körperteile auch, sind die Blutadern von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich ausgeprägt. Zudem kommt es beim Blut abnehmen maßgeblich auf die Erfahrung des Blutabnehmers an.

Blutabnahme erfolgt meist in der Ellenbeuge
Nahezu jeder hat bereits mindestens ein Mal eine Blutabnahme erlebt. Diese erfolgt üblicherweise aus der Ellenbeuge des Patienten, der währenddessen sitzen oder liegen sollte. Um die Vene, die punktiert werden soll, besser sichtbar zu machen und damit die Blutabnahme zu erleichtern, wird der Blutfluss meist am Oberarm mithilfe einer Manschette o.ä. kurz gestaut. Trotzdem kann es für den Arzt oder die Medizinische Fachangestellte schwierig werden, überhaupt eine geeignete Vene zu finden bzw. zu punktieren, erklärt der Vorsitzende des Bremer Hausärzteverbandes, Hans-Michael Mühlenfeld, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur „dpa“.

Mitunter treten bei der Blutabnahme deutliche Schwierigkeiten auf. (Bild: Guido Grochowski/fotolia.com)
Mitunter treten bei der Blutabnahme deutliche Schwierigkeiten auf. (Bild: Guido Grochowski/fotolia.com)

Venen bei Übergewicht oft schwieriger zu finden
Denn „Venen sind wie Nasen und Ohren: sehr individuell“, erklärt der Mediziner. Zudem gebe es anatomische Besonderheiten, die das Finden und Anzapfen einer Blutader erschweren können. Da die Blutgefäße, die das Blut zurück zum Herzen führen, unter dem Unterhautfettgewebe liegen, sind sie dementsprechend z.B. bei Menschen mit Übergewicht und Adipositas teilweise etwas versteckt. Auch bei kleinen Patienten könne es laut Mühlenfeld manchmal Probleme geben, denn „Kleinkinder zwischen einem halben und zwei Jahren haben häufig viel Speck.“ Gut trainierte, sportliche Personen mit wenig Fettgewebe und vielen Muskeln würden es den Ärzten hingegen einfach machen, da die Venen in diesem Fall meist recht deutlich hervor treten.

Um auch als Nicht-Sportler seine Venen sichtbarer zu machen, sei es laut Mühlenfeld vor allem wichtig, viel zu trinken. Viel Flüssigkeit sorge demnach auch für mehr Durchfluss in den Venen und das könne wiederum die Suche nach der „idealen Vene“ erleichtern. Ein weiterer Trick sei das Aufwärmen der Unterarme, durch welches sich die Venen entspannen und erweitern würden.

Erfahrung des Blutabnehmers ist entscheidend
Läuft die Blutabnahme nicht so wie sie sollte, könne dem Experten zufolge auch eine Bindegewebsschwäche der Grund sein. Durch diese verlieren die Wände der Venen an Elastizität und reißen eher ein. Wird die Vene nicht richtig getroffen, könne daher schnell ein Bluterguss entstehen. Ob das Blut abnehmen gut klappt oder nicht, sei aber ohnehin nur bis zu einem gewissen Grad von der Konstitution des Patienten abhängig. Der „entscheidende Faktor“ für die erfolgreiche Durchführung sei nämlich die Erfahrung des Blutabnehmers, betont Mühlenfeld. (nr)