Versorgungsengpässe: Blutspenden sind knapp

Heilpraxisnet

Rückgang der Blutspenden durch warmes Wetter und Sommerferien

14.08.2014

Während der Sommerferien ist laut Mitteilung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) erfahrungsgemäß mit einem Rückgang beim Blutspendeaufkommen zu rechnen, der zu Engpässen bei der Versorgung mit Blutpräparaten führen kann. Da dieses Jahr die Ferien erstmals in allen Bundesländern gleichzeitig stattfinden, droht hier eine zusätzliche Verschärfung des Problems.

„Gerade in der Ferienzeit, wenn ohnehin, bedingt durch das hohe Reiseaufkommen, weniger Menschen zur Blutspende gehen, kann es insbesondere bei den seltenen Blutgruppen zu Engpässen kommen“, berichtet der DRK-Blutspendedienst NSTOB. Um diese Versorgungsengpässe zu vermeiden, seien alle Bürger aufgerufen, auch in der Urlaubszeit die Blutspendetermine beim DRK wahrzunehmen. Allerdings ist die Spendenbereitschaft laut Angaben des NSTOB-Sprechers Markus Baulke gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“ allgemein durch die sommerliche Wärme gedrosselt.

„Wir befürchten, dass sich der Negativtrend durch die Sommerferien im August fortsetzen wird“, erläuterte Baulke weiter. Damit drohen erhebliche Versorgungsengpässe insbesondere bei den seltenen Blutgruppen. Denn die Lagerfähigkeit des Spenderblutes ins zeitlich begrenzt, so dass kontinuierliche Blutspenden unentbehrlich sind. Ein Rückgang der Spender um drei Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie er beispielsweise laut „dpa“-Mitteilung vom NSTOB im Juli für Thüringen registriert wurde, bereitet den Experten daher erhebliche Sorgen.

Begrenzte Lagerfähigkeit erfordert kontinuierliche Blutspenden
Der im niedersächsischen Springe ansässige DRK-Blutspendedienst organisiert die Blutspenden in Bremen, Niedersachsen, Oldenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Allein in Thüringen werden laut Mitteilung der „dpa“ durch den NSTOB jährlich 2.200 Blutspendetermine organisiert. Eine Lagerung der Blutspenden „ist technisch nur bedingt möglich, da das Blut den Patienten nicht so zur Verfügung gestellt wird wie es gespendet wird und nicht alle Bestandteile des Blutes gleich lange haltbar sind“, erläutert der Blutspendedienst. So sei es für die verschiedenen Einsatzbereiche notwendig, das Blut zu fraktionieren und in seine Hauptbestandteile aufzuteilen: Die Erythrozyten (rote Blutkörperchen), welche eine Lagerfähigkeit von 49 Tagen haben, die Thrombozyten (Blutplättchen), welche vier Tage gelagert werden können und das Plasma, welches eine Lagerfähigkeit von bis zu einem Jahr hat.

Engpässe bei seltenen Blutgruppe
Auf die kurz haltbaren Thrombozyten sind laut Angaben des NSTOB vor allem Krebspatienten angewiesen, wobei die kurze Haltbarkeit ein erhebliches Problem darstellt, wenn nicht ausreichend neue Blutspenden nachkommen. „Neben der begrenzten Haltbarkeit sind die Schwankungen beim Bedarf ein weiterer Grund, warum kontinuierlich Blut gespendet werden muss“, berichtet der Blutspendedienst weiter. So hätten zum Beispiel sechs Prozent der Bevölkerung die Blutgruppe 0 Rhesusfaktor negativ. Der durchschnittliche Anteil dieser Blutgruppe am Blutspendeaufkommen betrage zwar acht Prozent, doch in Spitzenzeiten übersteige der Versorgungsbedarf deutlich die verfügbare Blutspendenmenge. (fp)

Bild: Bernardo Peters-Velasquez / pixelio.de