Warum Rheumatikern eine Kur im Herbst helfen kann

Radontherapien als Kur.
Heilpraxisnet
Kälte steht vor der Tür/Rheumabeschwerden nehmen zu
Rheuma-Patienten wissen es aus eigener Erfahrung: Wenn die Tage kürzer werden und das Wetter wieder schlechter wird, nehmen die krankheitsbedingten Beschwerden und insbesondere ihre Schmerzen zu. Für diese Wetterfühligkeit werden Rheuma-Patienten oft belächelt, obwohl mittlerweile Wissenschaftler dafür sogar Nachweise [1] erbracht haben. Etwa die Hälfte der Rheumapatienten ist von diesem Phänomen betroffen. Sie haben vor allem bei kurzer Sonnenscheindauer, Regen oder frostigen Temperaturen mehr Schmerzen und Gelenksteifigkeit. Für diese Patienten kann eine Kur mit Radon und Wärme im Herbst helfen, gut durch den Winter zu kommen und ihren Schmerzmittelverbrauch zu senken.

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Patienten fahren dazu mit einem Stollenzug in einen Berg ein und halten sich auf den Therapiestationen etwa 60 Minuten auf. „Bei Temperaturen von über 37,5 Grad und einer hohen Luftfeuchtigkeit weiten sich Blutgefäße und die Durchblutung wird gefördert. In der Folge entspannen sich die Muskeln, was wiederum die Nervenbahnen von schmerzhaften Druckreizen befreit“, erklärt Univ.-Doz. Dr. Bertram HölzI, wissenschaftlicher Leiter des Gasteiner Heilstollens. Besonders effektiv sind Radonthermalstollen. Hier tritt aus dem Berggestein zusätzlich Radon in geringen Mengen aus. Dieses hemmt bei Rheumatikern die Aktivität von Entzündungszellen.

Radontherapien als Kur.
Radontherapien als Kur.

„Die Radonwärmetherapie beeinflusst zudem den Serotoninstoffwechsel, dessen Störung Experten als Ursache für das erhöhte Schmerzempfinden bei Wetterumschwüngen vermuten“, berichtet Dr. Hölzl. Einfluss nimmt das Radon auch auf Schmerzbotenstoffe. Je weniger aktiv diese sind, desto geringer sind die Schmerzen. Der Effekt reicht von deutlicher Schmerzlinderung bis hin zur kompletten Beschwerdefreiheit, er hält oft Monate an. „Bei einigen Patienten setzt dieser Effekt schon gegen Ende der Kur ein, bei anderen verzögert nach einigen Wochen“, meint Dr. Hölzl.

Für viele sind es wichtige Monate, in denen nicht nur Rheuma-Symptome verschwinden oder zumindest stark nachlassen, sondern auch physio- und ergotherapeutische Angebote sowie sportliche Aktivitäten wieder in den Alltag integriert werden können. Sport kann nämlich entzündliche Schübe reduzieren, wirkt rheumatischen Gelenkversteifungen entgegen und verhindert den muskulären Abbau. Untersuchungen bestätigen die guten Erfolge bei einer etwa drei-wöchigen Kur mit regelmäßigen Aufenthalten im Radonthermalstollen: Etwa 9 von 10 Patienten profitieren von einer Kur. Sie haben weniger Schmerzen und brauchen weniger Schmerzmedikamente. Auch die Morgensteifigkeit verbessert sich. „Viele unserer Patienten kuren gezielt im Herbst“, berichtet Dr. Hölzl. „Sie kommen nach einer Kur deutlich besser durch den Winter.“ Krankenkassen übernehmen oft etwa 90 Prozent der Therapiekosten für Kuren mit der Radonwärmetherapie. [1] Arthritis & Rheumatism 2009, Band 61(9), Seite: 1243-1247

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