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Rohmilchprodukte: Schon vier Babys mit schweren Keiminfektionen

Alfred Domke
Verfasst von Alfred Domke, Redakteur für Gesundheits-News
28. Februar 2016
in News
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Schon vier Kinder mit schwerer Listerien-Infektion geboren
Das baden-württembergische Landegesundheitsamt rät Schwangeren, auf bestimmte Lebensmittel wie Rohmilchprodukte zu verzichten. In dem südwestdeutschen Bundesland wurden schon vier Kinder mit schweren Keiminfektionen geboren. Zwei Babys starben.

Werdende Mütter sollten auf Rohmilchprodukte verzichten
Seit Jahresbeginn wurden in Baden-Württemberg schon vier Babys mit einer schwer verlaufenden Listerien-Infektion geboren, zwei der Kinder verstarben. Wie das Regierungspräsidium Stuttgart mitteilte, sind damit in den ersten zwei Monaten des Jahres bereits mehr Neugeborene an Listeriose erkrankt als in den meisten Jahren seit 2001. Das Landesgesundheitsamt im Regierungspräsidium empfiehlt daher werdenden Müttern, bis zur Geburt auf Rohmilchprodukte, Rohwürste, geräucherte Fische und vakuumverpackte verzehrfertige Produkte zu verzichten.

Bakterien können sich auch im Kühlschrank vermehren
Auch Salate, Obst und Gemüse können mit Listerien verunreinigt sein. Die beste Vorsorge ist gründliches Abwaschen von frischen Salaten und Schälen von Obst und Gemüse. Listerien sind unempfindlich gegen Kälte und können sich selbst bei Kühlschranktemperaturen vermehren. Lebensmittel, vor allem vakuumverpackte Lebensmittel, sollten möglichst bald nach Einkauf und vor Ablauf der angegebenen Mindesthaltbarkeit verbraucht werden, raten die Experten aus Baden-Württemberg.

Manche Lebensmittel besonders betroffen
Bei Listerien handelt es sich um Bakterien, die im Prinzip überall in unserer Umwelt vorhanden sind und in allen rohen Nahrungsmitteln vorkommen können. Besonders betroffen sind Fleisch, Geflügel, Fisch, Meerestiere und Rohmilchprodukte, doch auch bei erhitzten Produkten wie Brühwurst kann eine nachträgliche Kontamination erfolgen. Wenn solche Keime in Lebensmitteln festgestellt werden, erfolgt in der Regel ein Rückruf der betroffenen Ware. So war etwa erst kürzlich „Küstengold“ Räucherlachs wegen Bakterienbelastung zurückgerufen worden.

Schwere Krankheitsverläufe bei infizierten Ungeborenen
Für gesunde Menschen stellen die Erreger normalerweise keine Gefahr dar, sodass eine Infektion (Listeriose) meist harmlos verläuft. Gefährdet sind jedoch Säuglinge, Kleinkinder, ältere und immungeschwächte Menschen wie frisch Operierte, Menschen, die an Diabetes leiden, Krebspatienten oder Aidskranke. Bei diesen Risikogruppen können Listerien laut Gesundheitsexperten unter anderem eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Blutvergiftung (Sepsis) auslösen. Bei gesunden Erwachsenen verläuft eine Infektion hingegen in der Regel eher harmlos. Meist bleibt es bei leichten Symptomen, die denen einer Grippe ähneln. So kommt es unter anderem zu Fieber, Durchfall, Bauchschmerzen, Gliederschmerzen und Kopfschmerzen. Auch bei den werdenden Müttern selbst, verläuft die Erkrankung normalerweise mild oder sogar ohne Krankheitszeichen. Doch bei infizierten Ungeborenen können schwere Krankheitsverläufe bis hin zur Totgeburt die Folge sein. Schwangere sollten daher bei Symptomen wie Fieber und Schüttelfrost immer einen Arzt aufsuchen. (ad)

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Alfred Domke

Alfred Domke

Alfred Domke absolvierte 2013 ein Praktikum bei der heilpraxis-Redaktion und stieg anschließend in das Team ein. Er ist seitdem Autor für Gesundheits-News. Persönliche Schwerpunkte sind Themen, die sich mit gesunder Ernährung und der damit einhergehenden Vorbeugung von Krankheiten beschäftigen. Und auch die Themen Naturschutz und Nachhaltigkeit liegen ihm besonders am Herzen.

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