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BKK vor Ort: Abschaffung des Gesundheitsfonds

Fabian Peters
Verfasst von Fabian Peters
3. Oktober 2012
in News
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BKK vor Ort: Abschaffung des Gesundheitsfonds und Rückkehr zur Beitragsautonomie

03.10.2012

Der Verwaltungsrat-Chef der gesetzlichen Krankenversicherung „BKK vor Ort“ hat den Gesundheitsfonds für gescheitert erklärt und dessen Abschaffung gefordert. Gegenüber der „Westfälischen Rundschau“(WR) erläuterte der BKK-Verwaltungsratsvorsitzende Klaus-Peter Hennig die Defizite des Gesundheitsfonds und sprach sich für eine Rückkehr zur Beitragsautonomie der Kassen aus.

Dem BKK-Verwaltungsratschef zufolge werden die Gelder aus dem im Jahr 2009 eingeführten Gesundheitsfonds falsch verteilt, was bereits einige Krankenkassen in finanzielle Schwierigkeiten gebracht habe. „Nach drei Jahren lautet die Diagnose: Das System ist krank“, so Klaus-Peter Hennig im Interview mit der „WR“. Er forderte eine Rückkehr zur Beitragsautonomie, bei der die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) ihre Mitgliedsbeiträge selber anhand ihrer finanziellen Situation bestimmten.

Kritik am morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich
Die Kritik der „BKK vor Ort“ an der Verteilung der Gelder aus dem Gesundheitsfonds basiert im wesentlichen auf der Kostenerstattungen im Rahmen des sogenannten „morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs“, der für 80 Krankheiten eine erhöhte Zuweisung aus dem vorsieht. Hier würden die vergleichsweise hohen Kosten für todkranke Patienten in der Regel nach dem bisherigen Schlüssel nur zu einem Teil beglichen. Daher seien Krankenkassen mit vielen älteren und sterbenskranken Mitgliedern seit 2009 entsprechend benachteiligt, während Krankenversicherungen mit jungen und gesunden Mitgliedern profitierten.

Ein Drittel der Kosten bei verstorbenen Versicherten wird nicht erstattet
Hinzu komme, dass verstorbene Mitglieder in einem laufenden Abrechnungsjahr als „unvollständig Versicherte“ gelten, berichtet Hennig.. Für diese Versicherten fallen im Zeitraum vor ihrem Tod in der Regel deutlich erhöhte Kosten an. Diese Kosten würden jedoch nicht auf das Jahr hochgerechnet und trotzdem durch die Anzahl der Tage geteilt, bemängelte der BKK-Vorstandsvorsitzende Reinhard Brücker gegenüber der „WR“. Sterben Versicherte zur Jahresmitte, falle so bei der Berechnung der Gesamtkosten auch die Hälfte der tatsächlichen Ausgaben unter den Tisch. Der Vorstandsvorsitzende der BKK vor Ort erklärte, dass durchschnittlich lediglich 30 Prozent dieser Kosten erstattet würden. Durch die Schieflage bei den Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds und die fehlende Beitragsautonomie seien auch große Krankenkassen, wie beispielsweise die DAK, die zum Jahreswechsel mit der BKK Gesundheit fusionierte, in Schwierigkeiten geraten. Gleiches gelte für die BKK Hoesch aus Dortmund, die aktuell von der 820.000 Mitglieder starken. „BKK vor Ort“ übernommen wurde. Gewinner der Entwicklung war zum Beispiel die „Techniker-Kasse“. (fp)

Lesen Sie zum Thema:
DIHK fordert Abschaffung des Gesundheitsfonds
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Streit um Milliardenüberschuss im Gesundheitsfonds

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Fabian Peters

Fabian Peters

Geschäftsführer/Redaktionelle Leitung Verfechter hoher Qualitätsansprüche bei der Berichtserstattung, Naturliebhaber, schwer zu überzeugender Überzeugungstäter, Networker

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