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COVID-19: Omega 3 scheint vor tödlichen Verläufen zu schützen

Volker Blasek
Verfasst von Diplom-Redakteur (FH) Volker Blasek, Medizinischer Fachredakteur
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5. Februar 2021
in News
Eine Auswahl von Lebensmitteln mit hohem Omega-3-Gehalt.
Besonders viel Omega-3 ist in fetten Fischen wie Lachs, Makrele und Hering, aber auch in pflanzlichen Ölen wie Leinöl, Rapsöl oder Walnussöl sowie in Samen und Nüssen wie Chiasamen, Leinsamen und Walnüssen enthalten. (Bild: airborne77/stock.adobe.com).
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Hoher Omega-3-Index senkte das COVID-19-Sterberisiko

Omega-3-Fettsäuren aus Fisch, Nüssen, Samen und pflanzlichen Ölen sollten in einer gesunden Ernährung nicht fehlen. Die essentiellen Fettsäuren verbessern unter anderem die Fließeigenschaften des Blutes, hemmen die Blutgerinnung, senken Blutdruck sowie Entzündungen und beeinflussen die Blutfettwerte positiv. Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass Menschen mit einem hohen Omega-3-Index weniger wahrscheinlich an COVID-19 starben.

Forschende des Fatty Acid Research Institute (FARI) und des Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles sowie in Orange County (USA) lieferten den ersten direkten Beweis dafür, dass ein hoher Omega-3-Index im Blut mit einem verminderten COVID-19-Sterberisiko verbunden ist. Die Studienergebnisse wurden am 20. Januar 2021 im Fachjournal „Prostaglandins, Leukotriene and Essential Fatty Acids (PLEFA)“ vorgestellt.

Omega-3 und COVID-19

Kann ein hoher Omega-3-Spiegel vor einem Tod durch COVID-19 schützen? Die aktuelle Forschungsarbeit legt dies nahe. Bereits frühere Studien stellten die Hypothese auf, dass sich ein hoher Omega-3-Index positiv auf den Verlauf von COVID-19 auswirkt. Nun wurde die erste Studie veröffentlicht, die diesen Zusammenhang untermauert.

Was wurde untersucht?

In der Forschungsarbeit wurden Blutproben von 100 COVID-19-Betroffenen untersucht, die aufgrund einer schweren SARS-CoV-2-Infektion in ein Krankenhaus eingeliefert wurden. Die Forschenden analysierten den Omega-3-Index im Blut der Teilnehmenden und verglichen diesen mit dem Krankheitsverlauf. Das Durchschnittsalter der Probandinnen und Probanden betrug 72,5 Jahre. 59 der 100 Teilnehmenden waren männlich.

Was sagt der Omega-3-Index aus?

Der Omega-3-Index gibt an, wie viel Prozent die Summe der Omega-3-Säuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) des Gesamtfettsäurengehaltes im Blut ausmachen. Der Index wird in Prozent angegeben. Viele Gesundheitsfachleute empfehlen, einen Wert über acht Prozuent anzustreben.

Einteilung nach Omega-3-Index

Für die Studie wurden die 100 Teilnehmenden abhängig von dem zugrundeliegenden Omega-3-Index in vier Gruppen aufgeteilt. Die 25 Personen, mit dem niedrigsten Omega-3-Index bildeten die erste Gruppe. Ihr Omega-3-Index (O3I) lag unter vier Prozent. Die zweite Gruppe bestand aus 25 Teilnehmenden, deren O3I zwischen vier und 4,7 Prozent lag. Bei den 25 Probandinnen und Probanden der dritten Gruppe lag der O3I zwischen 4,7 und 5,7 Prozent. Die 25 Patientinnen und Patienten mit dem höchsten O3I über 5,7 Prozent bildeten die vierte Gruppe.

Kann der Omega-3-Index als Risikomarker herangezogen werden?

Beim Abgleich mit dem Krankheitsverlauf zeigte sich, dass 14 Teilnehmende COVID-19 nicht überlebten. 13 der 14 Todesfälle stammten aus den drei Gruppen mit einem O3I unter 5,7 Prozent. In der Gruppe mit dem höchsten O3I starb nur eine Person. Die Forschenden rechneten aus, dass das COVID-19-Sterberisiko in der Kohorte viermal so hoch war, wenn der O3I unter 5,7 Prozent lag.

Einschränkung der Studie

„Obwohl diese Pilotstudie nicht die üblichen statistischen Signifikanzschwellen erreicht, deutet sie – zusammen mit den zahlreichen Belegen für die entzündungshemmende Wirkung von EPA und DHA – stark darauf hin, dass diese über die Nahrung verfügbaren Fettsäuren dazu beitragen können, das Risiko für ungünstige Ergebnisse bei COVID-19-Patienten zu verringern“, resümiert Studienhauptautor Dr. Arash Asher. Er betont jedoch auch, dass noch größere Studien erforderlich sind, um diesen Zusammenhang eindeutig zu beweisen.

Kann Omega-3 Zytokinstürme abmildern?

James H. O’Keefe, Jr., Omega-3-Experte und Direktor der Abteilung Präventive Kardiologie am Saint Luke’s Mid America Heart Institute, kommentierte die Studienergebnisse folgendermaßen: „Eine übermäßige Entzündungsreaktion, die als ‘Zytokinsturm’ bezeichnet wird, ist ein grundlegender Vermittler von schwerem COVID-19. Omega-3-Fettsäuren (DHA und EPA) haben eine starke entzündungshemmende Wirkung, und diese Pilotstudie liefert Hinweise darauf, dass diese Fettsäuren den Zytokinsturm von COVID-19 dämpfen können.“ (vb)

Lesen Sie auch: Ernährung mit viel Omega-3 senkt Sterberisiko nach Herzinfarkt.

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Diplom-Redakteur (FH) Volker Blasek
Quellen:
  • FARI: Pilot Study Suggests Link Between the Omega-3 Index and Risk for Death from COVID-19 (veröffentlicht: 12.01.2021), faresinst.org
  • Arash Asher, Nathan L. Tintle, Michael Myers, et al.: Blood omega-3 fatty acids and death from COVID-19: A Pilot Study; in: PLEFA, 2021, plefa.com

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Volker Blasek

Volker Blasek

Neben dem Studium als Technischer Redakteur hat Volker Blasek eine Ausbildung zum Gärtner und ein freiwilliges Jahr auf einem Biobauernhof absolviert. Dort und in vielen Reisen baute er sein Interesse an der Natur aus. Das Thema Naturschutz liegt ihm besonders am Herzen. Daneben schreibt er auch gerne über Psychologie und Wissenschaft. Als medizinischer Fachredakteur bei Heilpraxis.de kann Volker seine Kenntnisse und Erfahrungen einbringen, um fachliche, gut recherchierte und auch unterhaltsame Berichte zu schreiben.

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