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Gefährliche Coronavirus-Mutation: Dänemark lässt Millionen Nerze töten

Volker Blasek
Verfasst von Diplom-Redakteur (FH) Volker Blasek, Medizinischer Fachredakteur
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7. November 2020
in News
Nerze in Käfigen auf einer Nerzfarm.
Dänemark greift zu drastischen Maßnahmen: Aufgrund einer in Nerzen entdeckten Coronavirus-Mutation sollen Millionen Nerze getötet werden. (Bild: Rokas/stock.adobe.com)
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SARS-CoV-2-Mutation ist widerstandsfähiger gegen Antikörper

Dänische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entdeckten eine gefährliche Mutation des Coronavirus SARS-CoV-2 in Nerzen aus Nerzfarmen. Die Variante ist unempfindlicher gegenüber den Antikörpern, die der Mensch bei einer Infektion mit dem Virus ausbildet. Premierministerin Mette Frederiksen kündigte aus diesem Grund an, alle Nerze aus Farmen in Dänemark töten zu lassen, damit sich die gefährliche Mutation nicht verbreitet.

Forschende des Statens Serum Institut untersuchten die Mutation und konnten das Virus auf verschiedenen Nerzfarmen nachweisen. Würde sich diese Variante beim Menschen ausbreiten, hätte das zur Folge, dass auch kommende Impfstoff weniger wirksam sind. Die dänische Regierung greift deshalb zu drastischen Maßnahmen und lässt mehrere Millionen Nerze töten.

Nerze bildeten neuen Coronavirus-Mutation aus

Am 6. November 2020 wurden in Dänemark auf 216 Nerzfarmen COVID-19-Infektionen registriert. Gleichzeitig wurden bei den Nerzen eine neue Coronavirus-Variante entdeckt. Wie die Forschenden berichten, ist die Gefahr für Mutationen immer dann besonders hoch, wenn das Virus von einer Art auf eine andere überspringt, wie in diesem Beispiel von Nerz zu Mensch oder umgekehrt.

12 Menschen haben sich bereits infiziert

Die sogenannte Cluster 5 Mutation enthält gleich vier Veränderungen an den Spike-Protein des Coronavirus (genau: auf den Aminosäuren H69del / V70del, Y453F, I692V und M1229I), also dem Protein, mit dem sich der Erreger an menschliche Zellen bindet und dann in sie eindringt. Auf fünf Nerzfarmem in der Region Nordjylland wurden solche Mutationen nachgewiesen. Zudem wurden bereits mindestens 12 Menschen mit der neuen Variante infiziert.

Warum die neue Variante gefährlicher ist

Wie das Institut erklärt, bilden sich nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 Antikörper gegen das Spike-Protein aus. Diese Antikörper binden sich an das Protein und verhindern so, dass sich das Virus an Zellen festhalten kann, wodurch es wirkungslos wird. Treten aber Veränderungen an dem Spike-Protein auf, kann dies zur Folge haben, dass die Antikörper das Virus nicht mehr unschädlich machen können. So besteht auch die Gefahr, dass Impfstoffe auf Basis von Antikörpern nicht mehr wirken.

Besonders viele Mutationen in der Nerzzucht

Die Krankheit an sich scheint jedoch durch die neue Mutation nicht schlimmer zu verlaufen. Die Forschenden sehen die Probleme eher in der langfristigen Eingrenzung und in einer möglichen Gefahr für Reinfektionen. Die dänische Regierung bewertete die Nerzzucht aufgrund der hohen Wahrscheinlichkeit für weitere Mutationen als zu große Gefahr für Dänemark und die Welt, weshalb die Tötung der Nerze angeordnet wurde. (vb)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Diplom-Redakteur (FH) Volker Blasek
Quellen:
  • Statens Serum Institut: Mutationer i minkvirus (veröffentlicht: 05.11.2020), ssi.dk

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Volker Blasek

Volker Blasek

Neben dem Studium als Technischer Redakteur hat Volker Blasek eine Ausbildung zum Gärtner und ein freiwilliges Jahr auf einem Biobauernhof absolviert. Dort und in vielen Reisen baute er sein Interesse an der Natur aus. Das Thema Naturschutz liegt ihm besonders am Herzen. Daneben schreibt er auch gerne über Psychologie und Wissenschaft. Als medizinischer Fachredakteur bei Heilpraxis.de kann Volker seine Kenntnisse und Erfahrungen einbringen, um fachliche, gut recherchierte und auch unterhaltsame Berichte zu schreiben.

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