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Gesundheit: Ist das Dehnen vor dem Sport gänzlich sinnlos?

Fabian Peters
Verfasst von Fabian Peters
7. Juli 2017
in News
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Stretching bietet keine Vorteile bei der Verletzungsgefahr
Die richtige Vorbereitung vor dem Sport kann das Verletzungsrisiko deutlich reduzieren, doch greifen viele Aktive offensichtlich zu den falschen Präventionsmaßnahme. Denn beispielsweise hat Stretching keine nachweisbare präventive Wirkung gegenüber Verletzungen, berichteten Sportwissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Das Dehnen vor dem Sport gehört – neben dem Aufwärmen – bei vielen Sportlern zu den Präventionsmaßnahmen, mit denen sie ihr Verletzungsrisiko reduzieren möchten. Tatsächlich lässt sich mit der richtigen Vorbereitung die Verletzungsgefahr beim Sport reduzieren, betonen die Sportwissenschaftler der Universität Jena. Allerdings zähle das Dehnen bzw. Stretching nicht zu den sinnvollen Präventionsmaßnahmen.

Präventionsstrategien bei Fußballern untersucht
Die Sportwissenschaftler haben in einer aktuellen Studie die Verletzungsprävention bei Fußballern untersucht und diese mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu der unterschiedlichen Präventionsmaßnahmen abgeglichen. Ihre Studienergebnisse wurden in dem Fachmagazin „PLOS ONE“ veröffentlicht. Professorin Dr. Astrid Zech und ihr Kollege Kai Wellmann befragten insgesamt 139 Profi- und Nachwuchsspieler im Alter zwischen 13 und 35 Jahren aus einem Verein, der auf Bundesliganiveau agiert, zu den gewählten Präventionsstrategien. Besonderer Fokus lag dabei auf den Sprunggelenksverletzungen.

Dehnen ohne nachweisbare Vorteile
Laut Prof. Zech gaben mehr als 91 Prozent der Befragten an, dass sie vor dem Training oder dem Spiel ihre Muskeln dehnen und sie „gehen davon aus, so Verletzungen zu verhindern.“ Allerdings gebe es „keinerlei wissenschaftliche Belege dafür, dass dieses Stretching als Präventionsmaßnahme funktioniert.“ Am Ende werde hierdurch sogar die Sprung- und Sprintleistung verringert. Tatsächlich vorteilhaft sei hingegen das sogenannte sensomotorische Training, welches ebenfalls mehr als die Hälfte der Spieler durchführen. Bei diesen speziellen Aufwärmübungen werde durch durch Sprung-, Balance- und Stabilisierungseinheiten tatsächlich wirksam Verletzungen vorgebeugt.

Koordinationsprobleme ein Verletzungsrisiko
Den Angaben der Forscher zufolge werden die Verletzungsursachen zudem von vielen Sportlern falsch eingeschätzt. So berichtet Prof. Zech, das ihrer Erfahrung nach beispielsweise Koordinationsprobleme des einzelnen Spielers häufig Sprunggelenksverletzungen hervorrufen.Von den befragten Fußballern hätten allerdings nur etwa sieben Prozent diese als Risikofaktor betrachtet (im Profibereich mit zwölf Prozent ein wenig mehr). Gerade diesen Verletzungen könne durch klar definierte Übungen vorgebeugt werden.

Ursachen der Verletzungsgefahr oft falsch eingeschätzt
Insbesondere die Verletzungen, die ohne Fremdeinwirkung geschehen, könnten mit angemessener Prävention oft vermieden werden, betonen die Wissenschaftler. Allerdings habe so manche Übung, die Spieler mit der Überzeugung durchführen, sie beuge Verletzungen vor, keinen wissenschaftlich nachgewiesenen Effekt. Bei der Einschätzung der Verletzungsursachen seien vor allem externe Ursachen wie Gegenspieler und die äußeren Bedingungen (z.B. die Platzverhältnisse) genannt worden. Allerdings verwiesen die Spieler durchaus auch auf intrinsische Faktoren, also vom eigenen Körper ausgehende Verletzungsursachen, wie Müdigkeit und muskuläre Probleme oder die bereits erwähnten Koordinationsprobleme.

Verletzungsprävention muss weiter gestärkt werden
Die aktuellen Studienergebnisse „haben uns gezeigt, dass die Wahrnehmung, die der Verletzungsprävention entgegengebracht wird, weiter verstärkt werden muss“, betont Prof. Astrid Zech. Zwar seien sich die Fußballer einig, dass entsprechende Vorbeugemaßnahmen wichtiger Bestandteil ihres Trainings sein müssen und auch der Weltverband FIFA unterstütze und finanziere entsprechende Programme. „Doch sollten Spieler und Trainer noch besser an aktuelle Ergebnisse angeschlossen sein und die entsprechende Offenheit und Aufmerksamkeit mitbringen“, so das Fazit der Expertin. Zudem hofft Zech auf mehr Forschung in diesem Bereich. (fp)

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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