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Für die Wissenschaft: Studenten in den LSD-Trip beordert

Fabian Peters
Verfasst von Fabian Peters
23. September 2015
in News
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Schweizer Studenten bekommen an Universitätsklinik LSD zu Forschungszwecken
Zwar gelten die meisten Drogen als gesundheitsgefährdend für den Menschen, doch manche Substanzen werden auch zu Therapiezwecken eingesetzt. So ist etwa der Nutzen von Marihuana für Schmerzpatienten lange bekannt. Auch der mögliche Einsatz von LSD wird erforscht. In der Schweiz bekommen Studenten die synthetische Droge für eine Studie verabreicht.

Drogen zu medizinischen Zwecken
Die meisten illegalen Drogen gelten als gefährlich für die die menschliche Gesundheit. In manchen Fällen werden sie aber auch zu medizinischen Zwecken eingesetzt und entkriminalisiert. So wurde beispielsweise im vergangenen Jahr ein Gerichtsurteil in Köln gefällt, dass einen legalen Hanfanbau für Schmerzpatienten ermöglichte. Manche Gesundheitsexperten setzen zudem Hoffnungen in bestimmte Partydrogen gegen Depressionen und Angst. So hatten Forscher in Berlin erfolgversprechende Ergebnisse mit Halluzinogenen wie Ketamin erzielt. In Sachen wissenschaftlicher Drogenexperimente gehört das Universitätskrankenhaus Basel (Schweiz) zur Weltspitze. Nirgendwo auf der Welt bekommen Menschen so oft LSD zu Forschungszwecken wie dort. Die synthetische Droge könnte möglicherweise in der Medizin eingesetzt werden.

Führender Standort für die LSD-Forschung
An der Basler Klinik wird seit rund zwei Jahren die Wirkung von LSD auf gesunde Menschen untersucht. Nun wurde die Droge 24 Studenten verabreicht und dabei ihre Gehirnaktivitäten untersucht. Wie die „Schweiz am Sonntag“ berichtete, hat sich die Uni-Klinik Basel in den vergangenen Jahren zu einem der weltweit führenden Standorte für die Forschung mit LSD entwickelt. Demnach würden nirgendwo auf der Welt aktuell mehr Versuche mit LSD realisiert als an dem Schweizer Krankenhaus. „Psychoaktive Substanzen werden von vielen Menschen konsumiert und vereinzelt auch in therapeutischen Studien eingesetzt“, erklärte Matthias Liechti, klinischer Pharmakologe und Leiter der Forschungsgruppe am Universitätsspital Basel. „Es fehlen aber Grundlagendaten. Als Medikamentenspezialist bin ich daran interessiert, wie psychoaktive Substanzen pharmakologisch auf den Menschen wirken und im Gehirn ihre Wirkung entfalten.“

„Eine Alternative zu klassischen Medikamenten“
Probanden, die an der LSD-Studie teilnehmen wollten, mussten einen einwandfreien körperlichen und auch geistigen Gesundheitszustand vorweisen können und mindestens 25 Jahre alt sein. „Das Alterslimit ist wichtig, weil die Persönlichkeit bereits gefestigt sein sollte. So ein Test kann einen Probanden auch mal durcheinander schütteln“, so Liechti gegenüber dem Internetportal „20min.ch“. Wie es heißt, würden durch das Experiment keine körperlichen Risiken oder gar Kontrollverluste hervorgerufen. Nach der Einnahme einer Kapsel mit 100 Mikrogramm LSD geht es in den Kernspintomographen, wo während des Drogenrausches die Gehirnaktivität gemessen wird.

Auch Therapeuten, die auf eine Zulassung von psychoaktiven Substanzen hoffen, würden sich für diese Forschung interessieren. „Der Einsatz von psychoaktiven Substanzen in Kombination mit einer Psychotherapie könnte eine Alternative zu klassischen Medikamenten sein“, meinte Liechti. Auch in anderen Bereichen könnte die Droge zur Therapie Anwendung finden: Schon vor Jahren wiesen Untersuchungen darauf hin, dass man beispielsweise Alkoholsucht mit LSD behandeln könne, da bereits eine Dosis das Selbstbild der Alkoholiker derart beeinflussen könne, dass sie dauerhaft trocken bleiben.

LSD wurde weltweit von Psychiatern eingesetzt
Während der Testphasen in der Schweiz würden keine richtigen Halluzinationen ausgelöst, sondern nur Illusionen. „Von den Testpersonen wurden beispielsweise die Muster beschrieben, die sie sahen, wenn sie die Augen geschlossen hielten“, erläuterte der Studienleiter. Jeden Vierten überkam nach der Drogeneinnahme ein Angstgefühl, das sich aber nach dem Ende der Wirkung wieder verflüchtigte. Auch andere Risiken seien gering: „Nach der Einnahme von LSD im kontrollierten Versuch sind Flashbacks grundsätzlich selten“, so Liechti. Interessanterweise wurde LSD ausgerechnet in Basel entdeckt – von Albert Hoffmann im Jahr 1943. Zwar war die Droge längere Zeit weltweit von Psychiatern eingesetzt worden, doch in den 1960er-Jahren wurde LSD in den meisten Ländern für illegal erklärt. Trotz der positiven Studienergebnisse glaubt Liechti nicht, dass LSD in den nächsten Jahren wieder auf den Markt kommen wird: „Wer sollte das finanzieren wollen?“ Allerdings sei die nächste Grundlagen-Studie bereits in Planung. (ad)

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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