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Immunsystem: Wie T-Zellen zur Gewebeheilung animiert werden

Volker Blasek
Verfasst von Diplom-Redakteur (FH) Volker Blasek, Medizinischer Fachredakteur
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29. Januar 2020
in News
Killer-T-Zellen des Immunsystems greifen eine Krebszelle an.
T-Zellen sind Teil des Immunsystems. Einige T-Zellen spezialisieren sich auf die Heilung von geschädigtem Gewebe. Ein Forschungsteam entschlüsselte nun, wie es zu dieser Spezialisierung kommt. (Bild: Spectral-Design/stock.adobe.com)
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Gewebeheilenden Immunprozess entschlüsselt

T-Lymphozyten oder kurz T-Zellen gehören zu den weißen Blutkörperchen und bilden einen wesentlichen Teil des Immunsystems. Sie sorgen unter anderem dafür, dass Immunantworten kontrolliert ablaufen und es zu keiner unerwünschten Immunantwort kommt. Ein Teil dieser Zellen kann sich aber auch auf die Gewebeheilung spezialisieren. Wie es dazu kommt, entschlüsselte nun ein deutsches Forschungsteam.

Forschende der Universität Regensburg fanden heraus, warum sich manche T-Zellen des Immunsystems der Heilung von geschädigtem Gewebe widmen. Das Team sieht in dieser Entdeckung einen Ansatz für Behandlungen, die die Selbstheilung unterstützen. Die Ergebnisse wurden kürzlich in dem renommierten Fachjournal „Immunity“ präsentiert.

Proteine beeinflussen die Genetik der Zellen

Bislang war nicht bekannt, warum sich manche T-Zellen auf die Heilung von geschädigtem Gewebe spezialisieren. Das Forschungsteam um Professor Dr. Markus Feuerer, Dr. Michael Delacher und Dr. Christian Schmidl konnte nun erstmals beschreiben, wie diese heilungsfördernden Zellen entstehen. Entscheidend ist dabei, welche Proteine mit den T-Zellen interagieren, um die Genlandschaft der Zellen so zu beeinflussen, dass sie eine heilende Wirkung entwickeln.

Wie werden Zellen durch Proteine verändert?

Den Forschenden zufolge entstehen zunächst Vorläuferzellen in lymphatischen Organen wie der Milz oder den Lymphknoten. Diese Zellen beinhalten bereits in ihrem Genom (DNA) das Potenzial, sich in bestimmte Richtungen zu entwickeln. Über spezielle Proteine, sogenannte Transkriptionsfaktoren, die an die Zellen andocken, wird dann die Genlandschaft so verändert, dass sie bestimmte, in sich verankerte Fähigkeiten erhalten.

Welches Protein führt zu den heilenden Eigenschaften?

Wie das Forschungsteam durch aufwändige Computeranalysen herausfand, führt im Falle der T-Zellen der Transkriptionsfaktor BATF dazu, dass die Immunzellen gewebeheilende Proteine und anti-entzündliche Zytokine absondern.

In weiteren Experimenten bestätigte sich dieser Zusammenhang. Das Team zeigte, dass die T-Zellen ohne das BATF-Protein nicht in der Lage sind, ihre heilenden Fähigkeiten zu entfalten. Wurde BATF dann aktiviert, reiften die Vorläuferzellen zu den heilungsfördernden T-Zellen heran, wanderten in Gewebe wie Haut, Fett und Darm ein und unterstützten dort den Wiederaufbau von beschädigtem Gewebe.

Welchen Nutzen könnte die Erkenntnis haben?

Die Forschenden sehen in dem Prozess einen Ansatz für spezifische Therapien zur Regeneration von geschädigtem Gewebe oder Organen. Dies könne beispielsweise bei Leukämie sinnvoll sein. Auch die Hemmung der BATF-Proteine könnte der Studie zufolge einen therapeutischen Nutzen haben, um beispielsweise mehr Immunaktivität gegen Tumoren zu ermöglichen. Die Einsatzgebiete müssen erst in kommenden Studien überprüft werden. Weitere Forschungsarbeiten sind bereits in der Planung und werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie der Europäischen Union unterstützt. (vb)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Diplom-Redakteur (FH) Volker Blasek
Quellen:
  • Delacher M, Imbusch CD, Hotz-Wagenblatt A, u.a.: Precursors for Nonlymphoid-Tissue Treg Cells Reside in Secondary Lymphoid Organs and Are Programmed by the Transcription Factor BATF; in: Immunity 2020, cell.com
  • Universität Regensburg: Was bringt T-Zellen dazu, Gewebe zu heilen? (veröffentlicht 28.01.2020), uni-regensburg.de

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Volker Blasek

Volker Blasek

Neben dem Studium als Technischer Redakteur hat Volker Blasek eine Ausbildung zum Gärtner und ein freiwilliges Jahr auf einem Biobauernhof absolviert. Dort und in vielen Reisen baute er sein Interesse an der Natur aus. Das Thema Naturschutz liegt ihm besonders am Herzen. Daneben schreibt er auch gerne über Psychologie und Wissenschaft. Als medizinischer Fachredakteur bei Heilpraxis.de kann Volker seine Kenntnisse und Erfahrungen einbringen, um fachliche, gut recherchierte und auch unterhaltsame Berichte zu schreiben.

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